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Tabaksteuer wird 2023 erhöht: So viel kosten Zigaretten jetzt

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Von: Romina Kunze

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Zum ersten Mal seit über zehn Jahren wird die Tabaksteuer erhöht. Bis 2026 soll das Rauchen kontinuierlich teurer werden. Das gilt auch für E-Zigaretten. 

Berlin – Wer rauchen möchte, muss künftig tiefer in die Taschen greifen. Wie das Bundeskabinett bereits im Frühjahr 2021 beschlossen hatte, greift ab Januar 2023 ein weiterer von mehreren Schritten einer „Anpassung“ der Tabaksteuer. Das vermeldete die Nachrichtenagentur dpa mit Bezug auf eine Pressemitteilung des Bundesministeriums für Finanzen.

Demnach solle die Tabaksteuer für eine Packung mit 20 Zigaretten im Zeitraum von 2022 bis 2026 um durchschnittlich 8 Cent pro Jahr steigen. Seit Januar 2023 kommen laut dpa auf den Durchschnittspreis von 7,60 Euro pro Schachtel 10 Cent obendrauf; er liegt also nun bei 7,70 Euro.

Preise für E-Zigaretten steigen durch die gestiegene Tabaksteuer sprunghaft an

Lange war es ruhig um dieses Thema. Die letzte „Anpassung“, also Erhöhung, der Tabaksteuer, wurde vor mehr als zehn Jahren umgesetzt. Daher sei eine Anpassung erforderlich, wie das Bundeskabinett in der Pressemitteilung verlauten ließ. Wie bei der letzten Anpassung von 2011 solle auch dieses Mal bis 2026 eine „regelmäßige, moderate Erhöhung der Tarife für Zigaretten und Feinschnitt“ erfolgen. 

Bereits im vergangenen Sommer waren die ersten Änderungen im Geldbeutel der Konsumentinnen und Konsumenten deutlich spürbar; zumindest für alle, die E-Zigaretten rauchen. Denn seit Juli 2022 fällt für den Kauf der Flüssigkeiten (Liquids), die verdampft und inhaliert werden, nicht nur die Mehrwertsteuer, sondern auch die Tabaksteuer an. Kosteten 10 Milliliter fertiges Liquid zuvor etwa fünf Euro, müssen Raucherinnen und Raucher dafür nun rund sieben Euro hinblättern. Tendenz steigend.

Zigaretten werden ab Januar 2023 nochmals deutlich teurer. (Symbolfoto)
Zigaretten werden ab Januar 2023 nochmals deutlich teurer. (Symbolfoto) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Tabaksteuer wird 2023 angepasst: Päckchen Zigaretten kostet künftig mehr als 8 Euro

Denn auch für die E-Zigaretten sollen die Preise künftig sukzessiv angehoben werden. Dann soll laut dpa die Steuer für 10 Milliliter Liquid erst auf zwei Euro plus 19 Prozent Mehrwertsteuer klettern, dann auf 2,60 Euro plus Mehrwertsteuer und schließlich, ab 2026, auf 3,20 Euro plus Mehrwertsteuer. Die nächste Steuererhöhung ist hier aber erst 2024 geplant. Für konventionelle Glimmstängel kommen 2025 und 2026 jeweils 15 Cent pro Packung hinzu.

Rauchverbot aus Jugendschutz-Gründen: Neuseeland und Dänemark gehen den extremen Weg

Einer der Gründe, den die Bundesregierung für die angehobene Tabaksteuer nennt, ist der Jugendschutz. Was den hiesigen Raucherinnen und Rauchern sicherlich ein Dorn im Auge sein dürfte, fällt im Vergleich zu den Anti-Rauch-Kampagnen anderer Länder noch als überschaubare Maßnahme aus. So haben etwa Neuseeland und Dänemark dem Laster generell den Kampf angesagt. Bis 2025 möchte Neuseeland rauchfrei werden, die deutschen Nachbarn möchten dagegen künftig allen Jahrgängen, die nach 2010 geboren wurden, Zigaretten unzugänglich machen. Damit wäre Dänemark das erste Land in der EU, das das Rauchen verbieten möchte.

Grund für Verbraucherinnen und Verbraucher, das Rauchen einzuschränken, ist sicherlich der finanzielle Aspekt. Im vergangenen Jahr lagen die Ausgaben für Tabakwaren in Deutschland bei 29 Milliarden Euro, wie sich aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes ergibt. Helfen, den Überblick zu behalten und die Kosten fürs Rauchen zu deckeln, kann ein Ersparnis-Rechner des Drogenbeauftragten der Bundesregierung.

Quellen: dpa

Als Grund für die Anpassung der Tarife führte die Bundesregierung damals den dynamischen Tabak-Markt und das Konsumverhalten der Deutschen an. Außerdem solle damit die Gesundheit, besonders von Minderjährigen, geschützt werden. Ironischerweise deckten jüngste Zahlen auf, dass wieder vermehrt Jugendliche mit dem Rauchen anfangen. (Romina Kunze)

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