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Wohngeld: Wie man es beantragt und wer es bekommt

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Von: Fabian Raddatz

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Die Energiepreise sind gestiegen. Mit dem Wohngeld soll Haushalten mit niedrigem Einkommen geholfen werden. Wie man es beantragt – und wer es bekommt.

Berlin – Angesichts steigender Energiepreise hat die Bundesregierung das Wohngeld auf den Weg gebracht. Es soll Haushalten mit niedrigem Einkommen helfen, die gestiegene finanzielle Belastung zu tragen. Und wie die Verbraucherzentrale schreibt, können es nun deutlich mehr Haushalte erhalten und auch deutlich höhere Beträge bekommen.

Das ändert sich im Januar
Es wird geschätzt, dass Hunderttausende Menschen in Deutschland längst Wohngeld erhalten könnten, es bisher aber nicht beantragt haben. © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr als dreimal so viele Haushalte – rund zwei Millionen – können den Zuschuss seit Januar 2023 beantragen. Zudem hat sich der Betrag durchschnittlich mehr als verdoppelt. Lag das Wohngeld im Durchschnitt bei etwa 177 Euro pro Monat, könnte dieser Wert nun auf 370 Euro steigen. Auch Kosten für Heizung und Warmwasser fließen künftig bei der Berechnung ein.

Wohngeld ist eine Sozialleistung vom Staat – reicht es nicht aus, besteht Anspruch aufs Bürgergeld

Das Wohngeld ist als erste Hilfsmaßnahme anzusehen, falls das eigene Einkommen nicht mehr ausreicht, um den Lebensunterhalt zu decken. Zudem soll es davor schützen, dass andere Sozialleistungen benötigt werden – wie etwa das Bürgergeld. Wenn das Wohngeld nicht ausreicht, um für den Wohnraum zu zahlen, hat man Anspruch auf das Bürgergeld mit seinen verschiedenen Regelsätzen.

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Doch wie beantragt man es und vor allem: Wer bekommt es? Zunächst ist festzuhalten, dass sowohl Mieter als auch Wohn-Eigentümer, die selbst in der Immobilie wohnen, Wohngeld bekommen können. Es gilt: Je früher man einen Antrag stellt, desto mehr Geld erhält man. Wohngeld wird nämlich frühestens ab dem Zeitpunkt des Antrags bewilligt.

Wie man Wohngeld beantragt

Sie können Wohngeld bei der Wohngeldstelle Ihrer Kommune beantragen. In einigen Bundesländern geht das bereits online. Allerdings kann eine persönliche Abgabe dazu führen, dass der Antrag schneller bearbeitet wird, da fehlende Unterlagen direkt angefordert werden können.

Unterlagen, die für den Wohngeld-Antrag benötigt werden, sind:

Je nach Lebenssituation können noch weitere Unterlagen erforderlich sein.

Wer Wohngeld beantragen kann

Wer hat Anspruch auf Wohngeld? Die Verbraucherzentrale rät, dass Sie einen Antrag stellen, wenn eines der folgenden Beispiele auf Sie zutrifft.

Beim Wohngeld werden alle Einkommen der Personen berechnet, die im Haushalt leben. Miteinbezogen werden die Höhe der Miete sowie das Preisniveau für Wohnraum der jeweiligen Gemeinde. Daher gibt es keine feste Einkommensschwelle. Verbraucher können beim zuständigen Bundesministerium einen Wohngeldrechner finden, mit dem die Höhe geschätzt werden kann.

Wer keinen Anspruch auf Wohngeld hat

Menschen, bei denen das Einkommen hoch genug ist, um die Wohnkosten zu stemmen, erhalten kein Wohngeld. Auch wenn das Vermögen zu hoch ist – die Vermögensfreigrenzen liegt in der Regel bei 60.000 Euro bei alleinstehenden Personen. Für jedes weitere Haushaltsmitglied dann 30.000 Euro mehr.

Des Weiteren erhält man kein Wohngeld, wenn man bereits andere Sozialleistungen bezieht, wie etwa Bürgergeld. Doch auch Leistungen wie die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, Grundleistungen nach dem Asylbewerbergesetz oder Ausbildungsförderungshilfen (Schüler-Bafög, Bafög oder Berufsausbildungsbeihilfe) können dazu führen, dass man kein Anrecht auf Wohngeld hat.

Das liegt daran, dass die Kosten für die Unterkunft in diesen Leistungen bereits enthalten sind. Der zusätzliche Anspruch aufs Wohngeld entfällt.

Wie lange Wohngeld bewilligt wird – und was vorläufige Wohngeld-Anträge sind

Meistens wird Wohngeld für einen Zeitraum von zwölf Monaten bewilligt. In wenigen Fällen kann der Zeitraum aber auch kürzer oder länger sein. Wie die Verbraucherzentrale schreibt, soll es wegen der aktuellen Energiepreiskrise sogar möglich sein, den Wohngeld-Anspruch auf 24 Monate zu verlängern.

Da die Zahl der Anträge stark zugenommen hat, werden seit Januar 2023 auch vorläufige Wohngeld-Anträge ausgestellt. Zunächst wird Geld ausgezahlt, später soll der Bescheid dann nochmal geprüft werden. In Nordrhein-Westfalen etwa muss für eine Bewilligung der Antrag, ein Mietvertrag und ein monatlicher Gehaltsnachweis eingereicht werden.

Übrigens: Wer bereits Wohngeld bezieht, muss keinen neuen Antrag stellen. Ob das Wohngeld erhöht wird, wird so oder so überprüft. Die Verbraucherzentrale rät: „Achten Sie aber am Ende des Bewilligungszeitraums darauf, rechtzeitig den Weiterbewilligungsantrag zu stellen“.

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