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Was bringen Wasserfilter: Sinnvoll oder schädlich für die Gesundheit?

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Wasserfilter sollen die Qualität von Leitungswasser verbessern. Aber hilft es überhaupt, das Wasser aus dem Hahn nochmal zu filtern – oder schadet es womöglich?

Frankfurt – Hartnäckig hält sich der Mythos: Wasser aus dem Leitungshahn ist nicht sauber und enthält Schadstoffe. Hersteller von Wasserkaraffen mit Filtern werben mit dem Versprechen, eine Filtrierung sei besser für die Gesundheit. Dabei ist es sehr wichtig, genügend zu trinken - ein Wassermangel kann ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Doch stimmt es wirklich, dass Leitungswasser ungesund oder sogar gefährlich ist? Halten Wasserfilter ihr Versprechen, dass sie Schadstoffe aus der Flüssigkeit entfernen oder stellen die Karaffen sogar selbst ein Risiko dar? Ob Wasserfilter wirklich sinnvoll sind, erfahren Sie hier.

Eine Flasche wird mit Leitungswasser wieder befüllt
Flasche mit Leitungswasser befüllen.jpg © Westend61/imago-images

Wasser aus der Leitung: Keine Gesundsgefahr feststellbar

Das Umweltbundesamt (UBA) informiert auf seiner Website über die Qualität des Trinkwassers in Deutschland. Zwischen 2017 und 2019 nahm das Amt 120.000 Messungen pro Parameter und Jahr vor. Das Wasser hielt zu 99 Prozent die Qualitätsanforderungen des UBA ein. Genauere Metriken und Statistiken zum Wasser sind im gemeinsamen Bericht des UBA und des Bundesgesundheitsministeriums aus dem Jahr 2021 enthalten.

Die wichtigsten Fakten zum Trinkwasser:

Weiter schreibt das UBA, dass weniger Nitrat im Wasser vorkomme und eine Überschreitung der Werte eine seltene Ausnahme sei. Seltene Grenzüberschreitung bei Blei ließen sich fast ausschließlich auf alte Installationen oder Armaturen zurückführen, die nicht die neusten Anforderungen erfüllen.

Filter fürs Wasser: Verbraucherzentrale warnt vor Keimbildung in Wasserkaraffen

Während die Hersteller der Wasserfilter einen sauberen und gesundheitlichen Genuss versprechen, warnt die Verbraucherzentrale vor dem Gegenteil. „Trinkwasser ist ein verderbliches Lebensmittel, das schnell verkeimt, wenn es zu lange im Behälter steht oder mit alten Filtern in Kontakt kommt“, schreibt die Verbraucherzentrale auf ihrer Website.

Demnach sei es wichtig, die Bedienungsanleitung gründlich zu lesen und sowohl die Kartusche regelmäßig zu wechseln als auch den Filter zu reinigen. Trinkwasser ist ein verderbliches Gut - ohne regelmäßige Instandhaltung des Filters kann das Wasser schnell verkeimen. Typische Symptome nach dem Trinken von verkeimten Wasser sind Magenbeschwerden, Durchfall oder Erbrechen. Auch empfiehlt die Zentrale, die Tischwasserfilter im Kühlschrank aufzubewahren, um eine Verkeimung zu vermeiden.

Filter auf dem Prüfstand: So schneiden die Saubermacher fürs Wasser im Test ab

In der Juli-Ausgabe 2022 testet die Stiftung Warentest acht Tischwasserfilter verschiedener Marken und Preiskategorien. Nur zwei Filter erhielten die Bewertung befriedigend, während fünf als ausreichend eingestuft wurden. Den letzten Filter bewerteten die Tester:innen mit mangelhaft, da sich in einem Langzeittest Schimmelpilze im Filter bildeten.

Generell zeigte sich die Verbraucherorganisation wenig begeistert von den Filtern. Die Begründung: Das Versprechen, die Filter würden hartes Wasser ins weiches verwandeln, stimme zwar – aber nicht über die volle Lebenszeit des Filters. Bereits ab einem Viertel der angegebenen Kapazität verlieren die Filter an Leistung. Die Tester:innen resümieren: „Das Ergebnis ist ernüchternd.“ Darüber hinaus entziehen Wasserfilter der Flüssigkeit ihre Mineralien. Diese Funktion soll aber passionierten Teetrinker:innen Freude bereiten. Ohne Rückstände im Wasser solle sich schließlich der volle Geschmack des Teebeutels in der Tasse verbreiten.

Auch das Trinkwasser bleibt nicht von der allgemeinen Verteuerung verschont: Zuletzt kündigten Städte wie Darmstadt und Rüsselsheim an, der Preis für das Wasser aus dem Hahn steigt in 2023. Nicht nur über das Trinkwasser, sondern auch über andere Lebensmittel ranken sich Mythen. (Patryk Kubocz)

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