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Krebs: Wie Sie das Risiko einer Erkrankung minimieren können

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Von: Carolin Gehrmann

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Die Entstehung von Krebs wird durch eine Reihe von Faktoren begünstigt. Doch es gibt einige Tipps, die jeder im Alltag umsetzen kann, um das persönliche Krebsrisiko zu minimieren.

Bremen – Krebs ist eine Krankheit, die im Prinzip jeden treffen kann. Doch das persönliche Risiko kann durch eine gesunde Lebensweise erheblich gesenkt werden. Geschätzte 40 Prozent aller Krebserkrankungen in Deutschland gehen auf beeinflussbare und vermeidbare Faktoren zurück, wie eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg bereits 2018 ermittelt hat. Das eigene Verhalten kann also eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Krankheit spielen. Gleichzeitig bedeutet es aber nicht, dass Betroffene ihre Krankheit selbst verschuldet haben, wie die Deutsche Krebshilfe betont. Denn auch genetische Faktoren können das Wachstum von Tumoren begünstigen.

Krebsrisiko senken: Gesundheitsbewusstes Verhalten kann helfen

Eine Umstellung des persönlichen Lebensstils lohne sich aber dennoch immer, da sich mit einem gesundheitsbewussten Verhalten nicht nur das Risiko für Krebs erheblich senken lässt, sondern auch für andere Krankheiten wie Herzinfarkt, Diabetes oder Schlaganfall. Noch immer nutzen viele Menschen dieses Potenzial zur persönlichen Gesundheitsförderung nicht ausreichend und erkranken, obwohl es unter Umständen vermeidbar gewesen wäre, berichtet kreiszeitung.de. Die wichtigsten Tipps für den Alltag, die sich mit relativ wenig Mühe im Alltag umsetzen lassen, im Überblick:

Rauchen und Krebs: 19 Prozent der Krebserkrankungen gehen auf Tabakkonsum zurück

Als eine der wichtigsten Maßnahmen, um Krebs vorzubeugen, sollte man auf das Rauchen verzichten. In Deutschland gehen laut einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums 19 Prozent aller neuen Krebserkrankungen auf den Konsum von Tabak zurück – das ist fast jede Fünfte. Rund 90 Prozent aller Lungenkrebs-Fälle sind durch Zigarettenkonsum verursacht, aber es löst darüber hinaus noch 20 weitere Krebsarten aus, beispielsweise Darmkrebs oder Leberkrebs.

Krebsrisiko senken: Lebenslange Raucher verlieren im Schnitt zehn Jahre an den Krebs

Die Angewohnheit kostet Raucher im Schnitt zehn Jahre ihres Lebens, die sie an die Krankheit Krebs verlieren – zumindest bei lebenslangen Rauchern. Wer sich das Rauchen abgewöhnt, kann statistisch einige Jahre dazugewinnen. Dann sind es nur noch zwischen zwei und acht Jahren, die dadurch verloren gehen, wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) schreibt. Aufhören lohne sich aber auch, wenn bereits eine Krebserkrankung vorliegt. Denn die Chancen, dass die Behandlung wirkt, könnten sich dadurch verbessern. Außerdem sinke die Gefahr, dass der Krebs zurückkommt, wenn man rauchfrei wird.

Krebsrisiko durch Übergewicht wird bislang noch unterschätzt – diese Tipps können Krebsrisiko senken

Übergewicht ist ein Risikofaktor, den viele Menschen noch unterschätzen. Doch es könnte schon bald zur noch größeren Krebsgefahr als das Rauchen werden, wie die Internationale Krebsagentur IARC warnt – zumindest in einigen Regionen der Welt. In Deutschland werden immerhin sieben Prozent der Krebserkrankungen auf zu hohes Gewicht zurückgeführt. Oft wird Übergewicht in Verbindung mit Darmkrebs oder Brustkrebs gebracht, aber auch Tumore in Leber oder Nieren gehen laut Deutschem Krebsforschungszentrum darauf zurück.

Ein erhöhtes Körpergewicht sei oft für chronische Entzündungsprozesse im Körper verantwortlich. Außerdem führe es häufig zu einem erhöhten Insulinspiegel, was laut World Cancer Research Fund das Risiko für Darm- und Brustkrebs erhöht. Darüber hinaus produzieren Fettzellen Hormone, darunter auch Östrogen, was für Brustkrebs verantwortlich ist. Laut SZ steigt das Krebsrisiko, je höher das Übergewicht ist. Daher sollten die überzähligen Pfunde am besten gleich vermieden werden – das sei einfacher, als sie wieder loszuwerden. Dennoch lohne sich das Abnehmen, da es sehr wahrscheinlich sei, dass sich die Stoffwechselprozesse, die Krebs begünstigen, mit sinkendem Gewicht wieder normalisierten.

Ernährung: Welche Lebensmittel Krebs erzeugen und welche sich eignen, um sich zu schützen

Mit der richtigen Ernährung lässt sich das Krebsrisiko zu einem erheblichen Maß beeinflussen. Und das nicht nur, indem man Übergewicht vermeidet, sondern auch, weil einige Lebensmittel beziehungsweise die Art der Zubereitung als krebsfördernd gelten. Andere wiederum sollen eine krebshemmende Wirkung haben. So wird vor allem verarbeitetes Fleisch wie beispielsweise in Wurstwaren als krebserregend eingestuft. Auch rotes Fleisch, Mate-Tee oder Getränke mit einer Temperatur von über 65 Grad gelten als wahrscheinlich krebserzeugend, genau wie der Stoff Acrylamid, der bei starkem Braten, Frittieren oder Backen entsteht.

Einige Lebensmittel schützen aber auch vor Krebs: Vor allem für Ballaststoffe, wie sie in Vollkornprodukten sowie in Obst und Gemüse vorkommen, verringern das Darmkrebsrisiko. Als wahrscheinliche Erklärung gilt, dass Ballaststoffe die Verdauung anregen, wodurch krebsfördernde Stoffe schneller aus dem Körper transportiert werden. Fast acht Prozent aller neuer Krebsfälle in Deutschland könnten laut SZ durch eine gesündere Ernährung vermieden werden.

Die frühe Erkennung einer Krebserkrankung kann enorm wichtig sein. (Symbolfoto)
Die frühe Erkennung einer Krebserkrankung kann enorm wichtig sein. (Symbolfoto) © YAY Images/Imago

Krebsrisiko senken durch Alkoholverzicht: Je weniger man trinkt, desto niedriger das Risiko für bösartige Tumore

Auch Alkoholkonsum gilt als Risikofaktor für Krebs. Etwa zwei Prozent der Fälle in Deutschland gehen darauf zurück. Alkohol fördert entzündliche Prozesse im Körper und beeinflusst den Östrogenspiegel. Beim Alkoholabbau entsteht außerdem Acetaldehyd, was die DNA schädigt. Dabei spielt vor allem die Menge des konsumierten Alkohols eine Rolle, nicht dessen Qualität oder Preis. Bereits eine Flasche Wein pro Woche erhöhe das absolute Krebsrisiko auf etwa ein Prozent, das entspricht dem Konsum von fünf bis zehn Zigaretten pro Woche, wie die SZ vorrechnet.

Bewegung und Krebsrisiko – Sechs Prozent der Krebsfälle durch mangelnde Aktivität verursacht

Auch mangelnde Bewegung begünstigt das Entstehen von Krebs: Rund sechs Prozent der Erkrankungen werden auf fehlende körperliche Aktivität zurückgeführt. Durch ausreichend Bewegung lässt sich nicht nur das Gewicht positiv beeinflussen. Sie setzt laut SZ auch immunologisch-hormonelle Mechanismen in Gang, die der Krebsentstehung vorbeugen. Auf 75 Minuten Sport oder 150 Minuten moderate Aktivität in der Woche sollte man dafür allerdings mindestens kommen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Auf Umwelteinflüsse achten – Feinstaub, Radon und UV-Strahlung können Krebs begünstigen

Auch in der Umwelt gibt es Einflüsse, die eine krebserregende Wirkung haben können, allen voran Feinstaub und Radon. Sie sind jedoch nur für etwa ein Prozent der Krebsfälle in Deutschland verantwortlich. Feinstaub wird vor allem durch den Autoverkehr verursacht. Er lässt sich daher nur bedingt vermeiden. Das Risiko durch UV-Strahlung lässt sich allerdings durch ausreichend Sonnenschutz minimieren, da so das Entstehen von Hautkrebs reduziert werden kann. Auch sollte man möglichst nicht ins Solarium gehen.

Das Gas Radon wird mit Lungenkrebs in Verbindung gebracht, es kommt im Gestein vor und kann so in Gebäude eintreten, vor allem in Kellern und im Erdgeschoss. In neueren Bauten muss per Gesetz ein Schutz vorliegen. In älteren Gebäuden sollte man regelmäßig lüften oder die Belastung messen lassen, um die Quelle zu beseitigen.

Das Krebsrisiko von Frauen sinkt durch Schwangerschaften und Stillen

Für Frauen kann es sich günstig auf das Krebsrisiko auswirken, wenn sie Kinder geboren haben. Mit jeder Geburt sinkt die Brustkrebsgefahr laut Experten um rund sieben Prozent. Mit jedem halben Jahr, in denen das Baby gestillt wird, lasse sich das Risiko um weitere zwei Prozent absenken. Laut SZ liegt das möglicherweise daran, dass sich durch die Schwangerschaften die Gesamtzahl der Menstruationszyklen im Laufe des Lebens reduzieren, wodurch es insgesamt zu weniger hormonellen Schwankungen komme.

Frauen sollten möglichst auf die Einnahme von Hormonen verzichten, um Krebsrisiko zu senken

Möglicherweise würden die Brustzellen durch das Stillen auch resistenter gegen Veränderungen. Auch das Risiko für Gebärmutter- und Eierstockkrebs wird durch Schwangerschaften geringer. Wenn Frauen in den Wechseljahren zu Hormonen gegen die typischen Beschwerden greifen, steigt die Gefahr für diese Krankheiten hingegen wieder. Daher sollten solche Präparate nicht dauerhaft, sondern nur über einige Jahre hinweg eingenommen werden. Auch die „Pille“ zur Verhütung lässt das Brustkrebsrisiko leicht ansteigen. Gleichzeitig senkt sich dadurch aber die Gefahr, einen bösartigen Tumor an Eierstöcken oder Gebärmutter zu entwickeln.

Infektionen möglichst vermeiden – HPV, Hepatitis oder Magenschleimhautentzündungen erhöhen das Krebsrisiko

Auch bestimmte Krankheitserreger erhöhen das persönliche Krebsrisiko. Humane Papillomviren (HPV) können beispielsweise Gebärmutterhalskrebs verursachen, aber auch einige andere Krebsarten. Eine Impfung dagegen gilt als effektive Maßnahme. Sowohl Mädchen als auch Jungen können die Erreger übertragen und sollten sich daher impfen lassen. Eine Hepatitis-B-Impfung Neugeborener kann laut DKH das Risiko für Leberkrebs senken.

Eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori, das Magenschleimhautentzündungen verursacht, kann ebenfalls zu Karzinomen führen. Daher sollten einige Betroffene medikamentös behandelt werden, allerdings nur, wenn eine dauerhafte Gastritis vorliegt oder Verwandte ersten Grades bereits Magenkrebs hatten.

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