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Millionen Angestellte haben Anspruch: So bekommen Sie bis zu zehn Urlaubstage zusätzlich

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Von: Kilian Bäuml

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Millionen Deutsche könnten bis zu zehn Tage in zwei Jahren freibekommen. Wer Anspruch auf die Extra-Tage hat und wie man sie beantragt, erfahren Sie hier.

Frankfurt – Fast überall in Deutschland gibt es eine Möglichkeit auf weitere freie Tage, zusätzlich zu den herkömmlichen Urlaubstagen. Bei dem Extra-Urlaub handelt es sich um Bildungsurlaub. Das Interesse daran ist laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) groß: 77 Prozent der Deutschen sind an beruflichen und persönlichen Fortbildungen interessiert. Trotzdem nehmen nur zwischen ein und zwei Prozent der Arbeitnehmer ihn im Endeffekt auch, berichtet der DGB auf seiner Website.

Dabei ist der Bildungsurlaub eine Chance für Arbeitnehmende, etwas außerhalb ihres bekannten Arbeitsumfeldes zu lernen und sich beruflich weiterzuentwickeln. Das soll ihnen helfen, ihre Arbeits-, aber auch ihre Lebenssituation zu reflektieren und sich dadurch besser weiterentwickeln zu können, schreibt die Industrie- und Handelskammer IHK Rhein Main Neckar. Von der Weiterbildung und der einhergehenden besseren Qualifikation der Angestellten profitieren im Endeffekt auch die Arbeitgebenden.

Person am Laptop
Während des Bildungsurlaubs wird man von der Arbeit freigestellt. (Symbolbild) © Martin Bertrand/Imago

Bis zu zehn Tage Bildungsurlaub: Millionen Arbeitnehmende haben Anspruch

Dass trotzdem nur wenige Angestellte ihren Anspruch geltend machen, hat mehrere Gründe. Viele Arbeitnehmende wissen nichts von ihrem Recht auf Freistellung oder wie sie den Bildungsurlaub beantragen. Andere befürchten durch ihre Abwesenheit Nachteile auf ihrer Arbeitsstelle, schreibt der DGB.

Die Befürchtungen sind jedoch unbegründet, denn die Freistellung ist unabhängig vom privaten Urlaub der Angestellten. Dieser darf nicht durch den Bildungsurlaub gekürzt werden. Während der Weiterbildung wird der Arbeitnehmende auch wie üblich bezahlt. Der Inhalt der Weiterbildung muss zudem nicht zwangsläufig direkt mit der beruflichen Tätigkeit in Verbindung stehen, schreibt der DGB.

Millionen Arbeitnehmende haben Anspruch auf Bildungsurlaub: So wird er beantragt

Von Bundesland zu Bundesland unterscheiden sich die Einzelheiten des Bildungsurlaubs, Arbeitnehmende sollten sich nach den Bestimmungen in ihrem Bundesland und ihrem Anspruch erkundigen. In Hessen beispielsweise haben Beschäftigte einen Anspruch, wenn das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht und die Dauer der täglichen Arbeit mindestens sechs Stunden täglich beträgt (30 Stunden die Woche), schreibt die IHK Rhein Main Neckar. Beantragt wird der Bildungsurlaub laut DGB jedoch immer gleich:

  1. Weiterbildung heraussuchen, beispielsweise Workshops und Seminare an Hochschulen und Infomaterial anfordern.
  2. Mit den Infomaterialien fristgerecht und schriftlich den Bildungsurlaub beantragen. Die Frist liegt in der Regel bei vier bis acht Wochen.
  3. Entscheidet sich der Arbeitgebende dafür, steht dem Bildungsurlaub nichts mehr im Wege. Fällt die Entscheidung negativ aus, muss der Arbeitgebende eine nachvollziehbare Begründung geben.
  4. Der oder die Arbeitnehmende nimmt an der Weiterbildung teil und erhält eine Bestätigung der Teilnahme für den Arbeitgebenden.

Die Dauer des Bildungsurlaubes darf bis zu fünf Tage im Jahr oder zehn Tage in zwei Jahren betragen. Anspruch auf die Freistellung besteht in 14 der 16 Bundesländer. Einzig Bayern und Sachsen bilden die Ausnahme, der Anspruch auf Bildungsurlaub ist dort nicht gesetzlich festgelegt.

Wer sich über ein paar freie Tage ohne Arbeit oder Weiterbildung freuen würde, kann in diesem Jahr außerdem den Urlaub clever legen, sodass man mehr als doppelt so lange freihat. Zudem sollte man seinen Resturlaub im Blick haben, denn dieser verfällt nicht automatisch, was viele Arbeitnehmende gar nicht wissen. (kiba)

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