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Deutsche Online-Bank stellt ihren Betrieb endgültig ein

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Von: Ines Baur

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App der Ruuky Bank
Die Ruuky Bank aus Hamburg musste Insolvenz anmelden. © Ruuky

Anfang Januar beantragte ein Hamburger Fintech Insolvenz. Zunächst hoffte man noch auf eine Lösung. Doch nun ist es gewiss, die Neobank muss ihren Betrieb einstellen. Was bedeutet das für die Einlagen der Kundschaft?

München/Hamburg – „Heute haben wir schlechte Nachrichten für Euch“, sagt ein junger Mann in blauen Hemd. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlich schlechten Lage sei man nicht mehr in der Lage, ein kostenloses Konto bei der Online-Bank Ruuky anzubieten. Bestandskundschaft wird gebeten, bestehende Konten zeitnah zu schließen. Zu sehen ist die kurze Videosequenz auf der Homepage des Hamburger Fintechs Ruuky.

Deutsche Online-Bank stellt Betrieb ein – auch ein Konkurrent scheiterte

Eigentlich steckte hinter der Neobank Ruuky eine schöne Idee. Ein Hamburger Start-up entwickelt eine Banking-App für Teenager und junge Erwachsene, das ausschließlich auf Guthaben-Basis geführt werden konnte. Die Vision dahinter war laut Unternehmen, eine moderne und sichere Bank für junge Menschen zu bauen. Weiter wollte man die Finanzbildung der jungen Menschen unterstützen. An den Start ging Ruuky im Mai 2021, damals noch unter dem Namen Pockid. Konkurrent N26 hatte laut techbook.de ein solches Geschäftsmodell zuvor erfolglos aufgegeben. Taschengeld per App verwalten und erste Zahlungen per Debitkarte ermöglichen, rechnete sich kaum. Zu kurz war die zeitliche Spanne, in der das Produkt für Jugendliche interessant ist.

Die Hamburger glaubten dennoch an den Erfolg ihrer Idee. Um die Verweildauer zu erhöhen, setzte man unter anderem auf Sparpläne und andere Produkte. Obendrein betrieb Ruuky zielgruppengerechtes Marketing bei TikTok. Mehr als 230.000 Follower und rund 2,8 Millionen Likes kamen auf TikTok zusammen. Die sind jetzt wertlos.

Junge Online-Bank findet keine Geldgeber und stellt daher Betrieb ein

Doch was war passiert? Die drei letzten Jahre waren für die ganze Finanzwelt nicht einfach. Auch nicht für das junge Startup. Man sei darauf angewiesen von Investoren Kapital zu erhalten, um Betrieb, Weiterentwicklung und Wachstum zu finanzieren, schreibt das Unternehmen auf seiner Homepage. „Leider war es uns bisher nicht möglich einen Geldgeber zu finden und damit eine weitere Finanzierung sicherzustellen.“ Eine neue Finanzierungsrunde lief alles andere als erfolgreich, große Investoren blieben aus. Alleine schafft es das Fintech nicht zu bestehen und stellt gezwungenermaßen seinen Betrieb ein.

Wer seinem Kind Konto und Finanz-App ermöglichen will, um den Umgang mit Geld spielerisch zu lernen, kann entsprechende Produkte unter die Lupe nehmen. „Finanztest“ hat sich zwei Angebote genauer angeschaut.

Was bedeutet das Aus der Online-Bank für die Kundschaft?

Die kleine gute Nachricht ist, dass das Guthaben der Kundinnen und Kunden grundsätzlich von der Insolvenz nicht betroffen ist. Das Geld ist sicher. Da ein Weiterführen der bestehenden Konten allerdings nicht mehr viel länger machbar ist, bittet das Unternehmen seine Kundschaft, ihre Konten bis zum 30. April 2023 final zu schließen. Apps, Konten und Karten sollen bis Ende April weiter funktionieren. So lässt sich ein bestehendes Guthaben auf ein anderes Konto transferieren.

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