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Deutsche Bahn gelobt Verbesserung: Was sich nun für Reisende ändert

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Von: Vivian Werg

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Züge fallen aus, verspäten sich oder sind überfüllt: Die Deutsche Bahn sorgt für mächtig Frust bei Reisenden. Demnächst soll aber alles besser werden.

Frankfurt – Im Fernverkehr sind 2022 so viele Züge unpünktlich gewesen, wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Wie der Konzern mitteilte, lag die Pünktlichkeitsquote in den zurückliegenden zwölf Monaten bei 65,2 Prozent. Zum Vergleich waren es 2021 noch 75,2 Prozent.

Im neuen Jahr soll aber alles besser werden, verspricht die Deutsche Bahn. Die Bahn baut ihre ICE-Flotte aus und ergänzt etliche neue Fahrzeuge. 2023 werde das „Rekordjahr“ des Flottenausbaus, kündigte der für den Fernverkehr zuständige Bahn-Vorstand Michael Peterson an. Aber auch hinsichtlich der häufig verspäteten und ausgelasteten Züge soll demnächst Abhilfe geleistet werden.

Deutsche Bahn: Auslastungsanzeige soll schnelleren Sitzplatz und pünktliche Abfahrtszeiten bringen

Damit man künftig im Berufsverkehr und zu anderen Stoßzeiten nicht in einem völlig überfüllten S-Bahn- oder Regionalbahn-Abteil steht, führt die Deutsche Bahn in den nächsten Monaten eine Echtzeit-Auslastungsanzeige auf ersten Strecken im Regionalverkehr ein. Dies teilte der Konzern in einer Pressemitteilung am Sonntag (8. Januar) mit. Dabei werden Informationen zur Auslastung der Waggons ermittelt und auf dem Bahnsteig, am Fahrzeug oder per App direkt an die Fahrgäste weitergegeben.

Hinter den Auslastungsanzeigen steckt ein umfassendes System zum Kapazitätsmanagement. Damit sollen Kundinnen und Kunden schneller einen Sitzplatz finden und der Bahnbetrieb soll effizienter werden. Denn: Wenn Reisende gezielt in wenig besetzte Wagen einsteigen, können Züge pünktlicher abfahren. Das wiederum ermögliche eine bessere Nutzung der Kapazitäten im Schienennetz.

Im Rhein-Main-Gebiet führt die Deutsche Bahn das System ab April im ganzen S-Bahn-Netz ein.
Leichter einen Sitzplatz finden – dank Auslastungsanzeige der Deutschen Bahn. © Gottfried Czepluch/ Imago

Das gesamte System sei der Bahn zufolge fertiggestellt und werde in den nächsten Monaten schrittweise live geschaltet.

Auslastungsanzeige der Deutschen Bahn: Wie sie funktioniert

Die Auslastungsanzeige am Bahnsteig erfolgt in dreistufiger Ampellogik oder in Personen-Piktogrammen für die jeweiligen Wagen. So soll man am Bahnsteig unter anderem über die Anzeigen sehen, wo man sich am besten hinstellt, um besser einen Waggon mit freien Sitzplätzen zu finden.

Die Anzahl der Mitfahrenden wird abhängig vom Fahrzeugtyp über verschiedene technische Ansätze gemessen. Eingesetzt werden beispielsweise Zähler im Türbereich oder Lichtsensoren, welche die Auslastung in den vorbeifahrenden Wagen scannen. In Sekundenschnelle verarbeite das System die Daten und gebe sie dann als Auslastungsinformation an Reisende weiter.

„Mit der intelligenten Auslastungsanzeige machen wir den Alltag unserer Fahrgäste spürbar besser. Nur, wenn der Nahverkehr bequem und zuverlässig ist, können wir noch mehr Menschen für die klimafreundliche Bahn begeistern“, so Dr. Daniela Gerd tom Markotten, DB-Vorständin für Digitalisierung und Technik in der Mitteilung.

Deutsche Bahn: Start der neuen Auslastungsanzeigen

Im Februar 2023 ist der Start für den Regionalverkehr zwischen Hamburg und Lübeck geplant. Die S-Bahn im Rhein-Main-Gebiet kommt im April 2023 und Teile der Berliner S-Bahn ab Mai hinzu.

Deutschlandweit werden bis Ende 2024 mehr als 1.500 Wagen von DB Regio, ein Viertel aller DB-Züge im Regionalverkehr zur Auslastungsanzeige fähig sein. (Vivian Werg)

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