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ADAC-Warnung: Winterjacke am Steuer kann lebensgefährlich sein

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Von: Jana Ballweber

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Viele Menschen lassen bei niedrigen Temperaturen im Auto die Winterjacke an. Doch der ADAC warnt: Das könnte lebensgefährlich sein.

Kassel – Wer bei kaltem Wetter im Winter in sein Auto steigt, dreht vermutlich als Erstes die Heizung auf. Doch bis es im Inneren des Wagens kuschelig warm ist, kann es schon einmal eine Weile dauern. Die Versuchung ist groß, sich mit dicker Winterjacke hinter das Steuer zu setzen.

Doch das kann schnell sehr gefährlich werden, wie ein Test des ADAC zeigt. Denn wer dick eingemummelt im Auto sitzt, kann sich nicht nur schlechter bewegen. Und der Gurt sitzt an der falschen Stelle des Körpers. Denn weil die Winterkleidung dick und weich ist, hat der Gurt zu viel Spielraum. Er kann dann am unteren Bauchraum liegen und nicht, wie es ideal wäre, bei Erwachsenen an den Hüftknochen und bei Kindern an den Oberschenkeln. Das birgt viele Gefahren.

Dicke Winterkleidung im Auto könnte gefährlich sein, warnt der ADAC. (Symbolfoto)
Dicke Winterkleidung im Auto könnte gefährlich sein, warnt der ADAC. (Symbolfoto) © Frank Sorge/Imago

Jacke, Schal & Co.: ADAC warnt vor dicker Winterkleidung im Auto

So kann es schon bei niedrigen Geschwindigkeiten zu schwerwiegenden Verletzungen an den inneren Organen kommen, berichtet der ADAC. Weichteile wie der Darm, die Leber oder die Milz können bei einem Aufprall verletzt werden. Sogar innere Blutungen sind möglich.

Herausgefunden hat der ADAC das in einem Test mit Crashtest-Dummys. Ein Erwachsenen- und ein Kinderdummy wurden auf einem Sitz festgeschnallt. Anschließend simulierte der ADAC einen Auffahrunfall bei niedriger Geschwindigkeit. Mit verheerendem Ergebnis – sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Auch der TÜV Süd hatte zu Beginn des Jahres vor zu dicker Kleidung im Auto gewarnt.

KleidungGefahr
WinterjackeGurt sitzt falsch und verletzt beim Bremsen
Schal/Mützeeingeschränkte Sicht
Handschuhekein fester Griff am Lenkrad
Dicke Stiefelkein Feingefühl an den Pedalen

Auto fahren im Winter: ADAC empfiehlt Alternativen zu dicker Winterkleidung

Auch andere Winterkleidung kann für Fahrer:innen eines Autos unter Umständen gefährlich sein, warnt der ADAC. So können Mützen und Schals die Sicht beeinträchtigen und Handschuhe den festen Griff am Lenkrad. Auch von dicken Winterstiefeln rät der Automobilclub ab. Sie verhindern demnach ein feinfühliges Bedienen von Gas- und Bremspedal.

Damit Jung und Alt im Auto trotzdem nicht frieren müssen, empfiehlt der ADAC eine Decke, die zuvor im Haus vorgewärmt wurde. Jacken könnten zur Not auch über dem Gurt angelegt werden. Auch eine Standheizung oder die Vorwärmfunktion in einem Elektroauto könnten demnach helfen.

Für andere Probleme, die Autofahrern im Winter begegnen können, hat der ADAC ebenso einige Tipps parat. Er verrät beispielsweise, wie man sich bei Blitzeis auf den Straßen verhalten sollte und auf welches Hausmittel man beim Enteisen der Scheibe lieber verzichten sollte. (Jana Ballweber)

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