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Karl-Heinz Körbel (vorne) führt das Team der Traditionsmannschaft Eintracht Frankfurt auf das Spielfeld.

Schlappekicker

Zahlen und Fakten zur Schlappekicker-Aktion anno 2019

Seit 1951 hilft die Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau unverschuldet in Not geratenen Sportler/innen und unterstützt Sportvereine und -initiativen, die sich in besonderer Weise gesellschaftlichen engagieren.

Die Spendensumme der Weihnachtssammlung in nunmehr 68 Schlappekicker-Jahren liegt knapp unter 2,5 Millionen Euro. Sicher keine gigantische Summe im Vergleich zu heutigen TV-Spendengalas – und trotzdem ein beachtliches Ergebnis. 

Es war einmal: Der ehemalige Schlappkicker-Schirmherr Fritz Walter überreicht mit den 59er-Eintracht-Idolen Alfred Pfaff (links) und Richard Kress (rechts) den Drumbo-Pokal-Scheck der Dresdner Bank an Schlappekicker-Vorstandsmitglied Erich Reiter.

Denn die Schlappekicker-Aktion versteht sich von jeher als eine regionale Sammlung im Rhein-Main-Gebiet, die laut Satzung „unverschuldet in Not geratenen Sportler/innen hilft und Sportvereine und -initiativen unterstützt, die sich in besonderer Weise gesellschaftlichen engagieren.“

Viele Jahre gezielt unterstützt wurde die 2017 im Alter von 61 Jahren verstorbene Kunstturnerin Christel Müller, die 1979 beim Training bei einem Überschlag mit Salto vorwärts beim Pferdsprung so unglücklich stürzte, dass sie zunächst einen Atemstillstand hatte. 

Die 2017 verstorbene Christel Müller bei ihrem letzten Besuch bei der Schlappekicker-Preis-Verleihung im Römer.

Seitdem war die mehrfache Hessenmeisterin des TV Vorwärts Frankfurt vom Hals abwärts gelähmt und musste permanent künstlich beatmet werden.

In den 90er Jahren verlor Rüdiger Böhm einen Tag vor seinem 27. Geburtstag beide Beine bei einem Verkehrsunfall in der Darmstädter Innenstadt, als ein Lastwagen den Radfahrer anfuhr. 

Böhm, damals Jugendtrainer bei den „Lilien“, lag danach 30 Tage im Koma und im Krankenhaus. Ein Beitrag der Schlappekicker-Aktion: Nach Kontakten mit dem DFB konnte er seine Fußballlehrer-Prüfung an der Deutschen Sporthochschule in Köln abschließen. Anschließend war Böhm, der Prothesen an beiden Beinen trägt, Nachwuchs-Trainer beim Karlsruher SC und in der Schweiz. Heute ist er Motivations-Coach und Buchautor.

Mittlerweile seit mehr als zehn Jahren wird Johannes Hablik, der ehemalige Kunstturn-Hessenmeister und zweifache deutsche Mehrkampf-Meister, von der Schlappekicker-Aktion unterstützt. Seit einem Sturz im Jahr 2002 beim Salto am Boden bei einem Landesliga-Wettkampf in Eppertshausen ist Hablik querschnittgelähmt.

Fredi Bobic lädt den seit 2002 querschnittgelähmten Johannes Hablik, als talentierter Turner einst auch bei der Eintracht-Showtruppe „Feuerteufel“ aktiv und von jeher bekennender Fan der Eintracht-Fußballer, zu einem Bundesliga-Heimspiel anlässlich seines Besuchs beim Abend der Schlappekicker-Freunde im Oktober 2019 im Eintracht-Museum ein. Mit dem Sohn freut sich auch Vater Hans.

Das Geschenk für Hablik war eine spontane Idee bei seinem Besuch beim Abend der Schlappekicker-Freunde im Eintracht-Museum. Nach der Premiere dieser Veranstaltung 2018 war ein lockeres und interessantes 60-Minuten Interview mit Fredi Bobic für großen Andrang im Oktober 2019.

Schlappekicker-Preis 1998 erstmals verliehen

Erster Schlappekicker-Preisträger 1998: das Mitternachts-Basketball-Projekt des TV 1860 Frankfurt.

Erstmals 1998 verliehen wurde der Schlappekicker-Preis, er ging damals an den TV 1860 Frankfurt für ein Mitternachts-Basketball-Projekt. 2017 gewann der FC Gudesding, dessen erste Mannschaft in der Fußball-Kreisliga A aktiv ist und ihre Heimspiele im Frankfurter Ostpark austrägt. Die Jury würdige das Engagement des Vereins gegen Antisemitismus und sexuellen Missbrauch im Sport.

Viele Prominente und Schlappekicker-Freunde waren mit von der Partie bei der Feier im Römer. 

Der Andrang war so groß, dass Oberbürgermeister Peter Feldmann die Gäste nicht wie sonst im Limpurgsaal, sondern erstmals im Kaisersaal begrüßte.

Frankfurts OB Peter Feldmann (rechts) sowie Schlappekicker-Vorsitzender Arnd Festerling und Schlappekicker-Schirmherr Karl-Heinz Körbel (beide links) ehren im Kaisersaal des Römers den FC Gudesding, den Schlappekicker-Preisträger 2017.

Mit dem Schlappekicker-Preis 2018 wurde, wiederum in Anwesenheit von vielen Prominenten aus dem Frankfurter Sport, der Judo-Verein Kim Chi Wiesbaden im Römer ausgezeichnet. Dank der Kooperation mit 24 Grundschulen und 15 Kindertagesstätten in Wiesbaden erhalten zwischen 1500 und 2000 Kindern die Möglichkeit, ohne großen finanziellen und logistischen Aufwand an Judokursen teilzunehmen. Besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien sowie Kinder mit Migrationshintergrund, die u. a. durch die aktuelle Flüchtlings-Situation auf der Suche nach neuen sozialen Kontakten sind, werden von dem Kim Chi-Angebot angesprochen.

Schlappekicker-Preisträger 2018: Kim-Chi Wiesbaden. Überreicht wurde der Preis von Stadtrat Claus Möbius, Karl-Heinz Körbel, Arnd Festerling und Danny da Costa (hintere Reihe, von links).

In nunmehr 21 Jahren profitieren vom jährlich mit 5000 Euro dotierten Schlappekicker-Preis unterschiedlichste Vereine und Einzelpersonen, die sich im Turnen, Handball, Boxen, Fußball, Schwimmen, Basketball oder bei einem Selbstverteidigungs-Projekt, der Fitness-Initiative „Frauen in Bewegung“ und einem Angebot für Menschen mit psychomotorischer Störung engagierten.
Jeweils 3000 Euro erhielten Anfang November 2018 beim Sport- und Spielfest der Stadt Frankfurt drei Preisträger, die Vorbildliches unter dem Stichwort „Inklusion“ leisten. Geehrt wurden die Kletter-Gruppe „Hoch hinaus“ der Sektion Wiesbaden des Deutschen Alpensportvereins, die Darmstädter Tauchsport-Initiative „Die Wasserflöhe“ für geistig Behinderte und die Organisatoren des Triathlons der SG Nied für Kinder mit einem Handicap.

Interessante Projekte

Zusätzlich mit maximal 2000 Euro werden inzwischen auch im Laufe des Jahres vom Schlappekicker interessante Projekte ausgezeichnet, die finanzielle Unterstützung für die Basisarbeit in ihrem sportlichen Alltag benötigen. So wurden Behinderten des kirchlichen Zentrums „Aumühle Wixhausen“ die Teilnahme an einem Fußball-Turnier finanziert, weil sie sich sonst Reise und Aufenthalt nicht leisten hätten können.

Ebenfalls unterstützt wurden seit 2017 die Obdachlosen-Mannschaft der „Lilien-Kicker“ aus Wiesbaden, die vielfältige Brennpunkt-Arbeit des FC Heisenrath in Frankfurt-Goldstein, das Blindenfußball-Team „team united“ von Teutonia Köppern und die Bolzplatzliga Frankfurt und das Behinderten-Projekt des Golfclubs Oberursel. 

Ein Projekt, das der Schlappekicker 2018 förderte: Das Brennpunkt-Angebot des FC Heisenrath im Frankfurter Stadtteil Goldstein.

Ein aktuelles Pilot-Projekt ist außerdem die Förderung der Jung-Schiedsrichter/innen der Fußballkreise Frankfurt und Offenbach in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Fußball-Verband. Prominente Gäste des Tages beim Seminar in der Sportschule des LSB Hessen waren u. a. der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner, heute DFB-Bundeslehrwart, ein Spezialist für Körpersprache und Ex-Eintracht-Nationalspieler Ronald Borchers.

Schlappekicker-Benefizspiele

Fredi Bobic war der Überraschungs-Gast am 9. Mai 2018 beim vom Gastgeber SV Gronau perfekt organisierten Schlappekicker-Benefizspiel der von Charly Körbel angeführten Eintracht-Traditionsmannschaft gegen ein Journalisten-Team, das sich aus Spielern der Frankfurter Rundschau und von Hitradio FFH zusammensetzte.

Die Eintracht, für die neben Kapitän Körbel und dem zweifachen Torschützen Bobic auch die Ex-Profis Borchers, Binz, Schur, Bindewald, Preuß, Nachtweih, Sippel, Lasser, Tobollik und Komljenovic am Ball waren, gewann vor 600 Zuschauern mit 10:3. Und am Ende klingelten 3500 Euro als Erlös in der Schlappekicker-Kasse. Charly Körbel, der als Nachfolger von Fritz Walter mittlerweile Schlappekicker-Schirmherr ist, freute sich danach: „Das war ein Benefizspiel, wie man es sich vorstellt.“

Keine Chance für den Keeper: Fotograf Kai Pfaffenbach muss Sascha Amstätter (links) ziehen lassen.

Ein genauso großer Erfolg war das Schlappekicker-Benefizspiel 2019 beim SV Sachsenhausen 1894. Die Eintracht, bei der Bobic einen Tag nach dem Euro League-Halbfinale in Chelsea nicht dabei war und dafür Ex-Nationalspieler Rudi Bommer auflief, trat erneut in Bestbesetzung an und gewann 11:3 gegen das FFH- und FR-Team. Als Erlös für die Schlappekicker-Aktion klingelten 2500 Euro in der Kasse. Besonders begrüßt wurde. Eintacht-Vorstandsberater Rainer Falkenhain, der am Donnerstagabend noch in London weilte und dann mit dem aus Frankfurt eingeflogenen Karl-Heinz Körbel am Freitagmorgen schon wieder in Berlin präsent war, als der Bundesliga-Rekordspieler beim sogenannten „Cup handover“ den DFB-Pokal für Finale am 25. Mai offiziell übergab. Am Freitagabend stand dann Körbel auf dem Platz am Mainwasen und Falkenhain weilte unter den Zuschauern. 

Ein besonders Erlebnis war das Schlappekicker-Benefizspiel auch für Daniel Riczu, der einer der vier Spieler des SV 1894 Sachsenhausen im Journalisten-Team war, ein Tor erzielte und danach schwärmte: „Das war ein obergeiles Gefühl.“ Doch nicht nur deshalb fiel die Bilanz des Gastgebers, der ganz im Sinne der Schlappekicker-Aktion in der Vereinsarbeit das Engagement für Inklusion groß schreibt und u.a. mit seiner Sondermannschaft unter Beteiligung von Spielern mit Handicap im Liga-Alltag aktiv ist, positiv aus. Für alle zog Karl-Heinz Körbel als Fazit: „Wichtig ist, dass bei diesem Spiel heute wieder ein schöner Betrag für die gute Sache des Schlappekickers rumgekommen ist.“

Vorstand und Mitglieder

Der Schlappekicker-Vorstand.

Seit dem 26. April 2017 ist der frühere FR-Chefredakteur Arnd Festerling neuer Vorsitzender. Als stellvertretende Vorsitzende gewählt wurden Harald Stenger, in seiner FR-Zeit von 1996 bis 2001 schon mal Schlappekicker-Vorsitzender, und Roland Frischkorn, Vorsitzender des Sportkreises Frankfurt. Beisitzer sind die DOSB-Pressesprecherin Ulrike Spitz, FR-Sportchef Jörg Hanau und sein Vorgänger Thomas Vögele sowie „Urgestein“ Erich Reiter, seit 35 Jahren Schlappekicker-Vorstandsmitglied und damit dienstältester Mitstreiter im Team. Schlappekicker-Geschäftsführer ist Christian Stör.

Viele neue Mitglieder sind der Schlappekicker-Aktion in den vergangenen Monaten beigetreten, u. a. gehören jetzt ganz offiziell zur tradionsreichen Schlappekicker-Gemeinschaft: Steffi Jones, Nia Künzer, Peter Fischer, Axel Hellmann, Philip Holzer, Bernd Reisig, Bernd Moos-Achenbach, Helmer Hein-Boelsen, Bianka Schreiber-Rietig, Stefan Kiefer (DFL-Stiftung), Stefan Reuß, Gerhard Hilgers (Präsident und Geschäftsführer Hessischer Fußball-Verband), Dietrich Stein (stellvertretender Vorsitzender Fußballkreis Frankfurt), Peter Völker (Vorsitzender TG Bornheim), Jens-Uwe Münker (Abteilungsleiter Sport im Hessischen Innenministerium).

Jürgen Grabowski (links) ist seit langem Schlappekicker-Mitglied. Hier im Interview von TV-Moderator Holger Obermann bei einer der legendären Weihnachtsfeiern auf dem Henniger-Turm mit Helmut Schön und Fritz Walter (beide rechts).

Seit vielen Jahren gehören u. a. Jürgen Grabowski, Frank Lehmann, Erich Stör und Dieter Hochgesand zu den derzeit 47 Schlappekicker-Mitgliedern.

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