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Immer gerne bei der Preisverleihung: Christel Müller mit Bernd Reisig, Arnd Festerling und Harald Stenger (v.l.).
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Immer gerne bei der Preisverleihung: Christel Müller mit Bernd Reisig, Arnd Festerling und Harald Stenger (v.l.).

Christel Müller

Trotz schwerer Behinderung stets optimistisch

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Der Schlappekicker und Frankfurts Sportgemeinde trauern um Christel Müller, die im Alter von 61 Jahren gestorben ist.

Ihr fröhliches Lächeln war eines ihrer Markenzeichen. Die Lebensfreude sprudelte nur so aus ihr heraus – und das, obwohl sie ein schweres Schicksal zu meistern hatte. Christel Müller war mehrfache Hessenmeisterin, als sie beim Training in der Deutschen Turnschule im Mai 1979 bei einem Überschlag mit Salto vorwärts beim Pferdsprung so unglücklich stürzte, dass sie mit Atemstillstand am Boden liegen blieb. Vom Hals abwärts war sie seitdem gelähmt, musste permanent künstlich beatmet werden und war fortan auf ein Sauerstoffgerät angewiesen.

Doch von diesem Schlag ließ sie sich nicht unterkriegen. Nachdem sie sechs Jahre in einer Münchner Spezialklinik verbracht hatte, kehrte Christel Müller 1986 wieder ins heimische Frankfurt zurück. Hier lebte sie in einem Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt, das sie aber bei jeder sich bietenden Gelegenheit verließ: Begeistert nahm Christel Müller, die vor ihrem Unfall selbst mehrere Instrumente beherrscht und im Orchester der TG Bornheim mitgewirkt hatte, am kulturellen Leben der Stadt teil, ging in Konzerte, besuchte Ballett-Veranstaltungen, Operetten oder Musicals. 

Auch sonst war sie so oft wie möglich unterwegs, besuchte den Zoo, unternahm auch mal eine Einkaufstour auf der Zeil und nahm immer wieder gerne an diversen Festen in der Innenstadt oder am Mainufer teil. „Ein bisschen Action ist immer gut“, sagte die gelernte Verlagskauffrau gerne, die trotz ihrer Behinderung über viele Jahre hinweg zwei Stunden täglich beim Personalamt der Stadt Frankfurt tätig war: „Es gibt immer wieder viele Dinge in meinem Leben, die mir Spaß machen.“ Dazu gehörte die Seidenmalerei genauso wie das Reisen. Wie selbstverständlich zog es sie immer wieder hinaus in die Welt: Sie machte Urlaub auf Menorca, flog nach New York, Girona, Malaga und Kreta. 

Auch der Spaß am Sport blieb ihr stets erhalten. Der Turngesellschaft Vorwärts Frankfurt, für die sie in ihrer aktiven Zeit an den Start gegangen war, blieb sie zeitlebens treu verbunden, über das nationale und internationale Geschehen im Gerätturnen hielt sie sich immer auf dem Laufenden. Gern gesehener Gast war sie auch bei den Veranstaltungen der Schlappekicker-Aktion, die seit 1987 einen regelmäßigen monatlichen Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt beisteuerte. Die menschliche Wärme, die sie dort empfing, verliehen ihr immer wieder neue Kraft: „Das ist für mich wie eine Familie“, sagte sie oft über den Schlappekicker. 

Gefreut hat sich Müller auch in diesem Jahr wieder auf die Preisverleihung Ende November im Frankfurter Römer. Sie kann nun nicht mehr dabei sein: Im Alter von 61 Jahren ist Christel Müller vor kurzem gestorben. Ihr fröhliches Lächeln wird besonders fehlen.

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