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Schlappekicker-Preisträger Viktoria Sindlingen: Leuchtendes Vorbild für andere Vereine

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Die Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau zeichnet seit 1998 herausragendes soziales und gesellschaftliches Engagement aus. Der Preisträger 2023 heißt Viktoria Sindlingen. Die Preisverleihung fand im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.
Die Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau zeichnet seit 1998 herausragendes soziales und gesellschaftliches Engagement aus. Der Preisträger 2023 heißt Viktoria Sindlingen. Die Preisverleihung fand im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt. © Christoph Boeckheler

Die Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau zeichnet das Konzept für Kinderschutz von Viktoria Sindlingen aus.

Frankfurt – Als der erste Schock verdaut war, hat für das Team um Bertold Alleweldt die Arbeit begonnen. Auslöser des Schocks war eine Sportschau vor gut vier Jahren zum Thema Kindesmissbrauch in Sportvereinen. „Wir wollen sagen können, dass wir alles dagegen tun“, so Alleweldt. Es wurde zum Leitspruch des Teams in der Folge und bis heute.

Der 1. FC Viktoria Sindlingen hat ein Kinderschutz-Konzept entwickelt. Er hat einen Verhaltenskodex für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf dem Klubgelände entworfen, konkrete Regeln für alle Akteure formuliert und ein hohes Maß an Selbstverpflichtung bis hin zur Vorlage eines erweiterten Führungszeugnis von Vorstand und Trainings- und Betreuungsteam eingefordert.

Für diese beispielhafte Vorlage an andere Vereine ist der kleine Klub mit dem Schlappekicker-Preis 2023 der Frankfurter Rundschau an besonderer Stätte ausgezeichnet worden. Wer im Kaisersaal des Römers für Verdienste geehrt wird, darf stolz sein. Noch immer ist es der vornehmste Ort der bürgerlichen Tradition Frankfurts, in dem Dutzende Kaiser und Könige aus ihren Nischen an den Seitenwänden blicken und oft Stars der Sportszene für ihre Erfolge geehrt werden. Oder eben kleine Vereine, die Großes geleistet haben für den Sport und damit gleichzeitig für den Zusammenhalt der Gesellschaft, wie die Festredner im feierlichen Ambiente immer wieder betonen.

Der 1. FC Viktoria Sindlingen 1910 ist so ein kleiner Verein im Westen Frankfurts mit 280 Mitgliedern, ein Großteil davon Kinder und Jugendliche. „Wir sind stolz und fühlen uns sehr geehrt“, sagt dessen Vorsitzender Bertold Alleweldt. Gerade hat er den Schlappekicker-Preis 2023 in Empfang genommen, die traditionelle Trophäe mit dem lässigen Kicker im Rundschau-Grün und einen Scheck in Höhe von 5000 Euro Preisgeld. Einen Ehrenplatz in den Vereinsräumen werde er bekommen, immer an den Grund der Ehrung erinnern. „Wir bleiben demütig, es gibt nie eine absolute Sicherheit.“

„Vorbildliches Engagement für die Gesellschaft“ attestierte die mit Olympia-Teilnehmer:innen wie Harald Schmid, Cornelia Hanisch und Sylvia Schenk prominent besetzte Schlappekicker-Jury dem Verein, der ein brisantes Thema in den Fokus gerückt hat. „Ein tolles Vorbild, das viele Nachahmer finden soll“, so der Schlappekicker-Vorsitzende Arnd Festerling in seiner Laudatio auf den Preisträger, der stets auf Teamwork setzt. Denn „vorbildliche Prävention“, wie in Sindlingen praktiziert, funktioniere nur, „wenn alle mitziehen“.

Auch der OB ist ein Fan

„Wenn es den Schlappekicker-Preis nicht gebe, dann müsste man ihn erfinden.“ Sagt Oberbürgermeister Mike Josef zur Begrüßung der mehr als 100 Gäste im Kaisersaal. Leider haben es noch mehr Geladene nicht pünktlich in den Römer geschafft oder konnten aufgrund des Schnee-Chaos‘ am Montag gar nicht kommen, wie etwa Eintracht-Urgestein Karl-Heinz „Charly“ Körbel, der auch langjähriger Schlappekicker-Schirmherr ist. Er war bei der Anfahrt aus dem Hochtaunus steckengeblieben.

Und doch war die Preisverleihung wieder auch ein Stelldichein heimischer Fußballgrößen und anderer Sportler, Funktionäre und der Stadtgesellschaft. Es macht die besondere Atmosphäre aus, wenn die Sportler von der Basis ihren Preis und Glückwünsche aus prominenter Hand bekommen. Der OB bekennt sich als Fan des Schlappekicker und spricht vom freiwilligen Engagement an der Basis als einem „Grundpfeiler des sozialen Zusammenhalts“. Im Sport würden wichtige Werte vermittelt, dies sei die gesellschaftspolitische Aufgabe, die mit aller Kraft unterstützt werden müsse. „Der Vereinssport lebt von der Gesellschaft, wir müssen die Angebote schaffen.“

Die Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau zeichnet seit 1998 herausragendes soziales und gesellschaftliches Engagement aus. Der Preisträger 2023 heißt Viktoria Sindlingen. Die Preisverleihung fand im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.
Prominente Gäste (von rechts nach links): Eintracht-Aufsichtsratsboss Philip Holzer, SGE-Vorstandsberater Rainer Falkenhain, Trainerinnen-Ikone Monika Staab, Weltmeisterin Kerstin Garefrekes. Links daneben Schlappekicker-Vorstandsmitglied Ulrike Spitz, OB Mike Josef und der Schlappekicker-Vorsitzende Arnd Festerling. © Christoph Boeckheler

Über die Vergangenheit und die Zukunft auf allen sportlichen Ebenen und natürlich des Schlappekicker lässt sich im vertrauten Kreis vortrefflich plaudern. Vor und nach dem offiziellen Akt, sozusagen in der zweiten Halbzeit beim lockeren Umtrunk mit Salzgebäck im Foyer des Kaisersaals.

Da klönen sie zusammen an den Stehtischen, die Männer und Frauen von der Basis mit der Welt- und Europameisterin und Ex-Nationalspielerin Kerstin Garefrekes, mit dem Eintracht-Aufsichtsratsvorsitzenden Philip Holzer und Allrounder Rainer Falkenhain, mit Ex-DFL-Direktor Christian Pfennig und Maximilian Türck von der DFL-Stiftung oder Kickers-Manager Christian Hock.

Die kürzeste Anreise vom Arbeitsplatz hatte FR-Geschäftsführer Max Rempel von der anderen Mainseite, aus weiter Ferne kam Monika Staab angereist. Die einstige Erfolgstrainerin der Fußballfrauen des 1. FFC Frankfurt war am Morgen aus Saudi-Arabien eingeflogen, wo sie als Technische Direktorin in der Saudi Arabian Football Federation Frauenfußball voranbringen soll.

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