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Gut drauf: (v. l.) FR-Fußballchef Müller, die Stadtteilbotschafter Fischer und Heun, Schlappekicker-Geschäftsführer Stör.

Schlappekicker-Aktion

In Nieder-Erlenbach geht es bald hoch hinaus

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Mit Hilfe der Schlappekicker-Aktion ist in dem Frankfurter Stadtteil ein Kletterturm entstanden. Eröffnung ist Anfang Juli.

Der Anblick ist einfach überwältigend. Genau neun Meter streckt sich der auf dem Sportplatz der TSG Nieder-Erlenbach neu errichtete Turm in die Höhe, der mit einer Kletterfläche von 152 Quadratmetern das Herz eines jeden Klettersportlers höher schlagen lässt. Dies vor allem auch deshalb, weil Routen mit den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden geklettert werden können: ob Kinder ab acht Jahren oder erfahrene Sportkletterer - hier kann sich jeder seinen eigenen Weg nach oben erarbeiten.

Verantwortlich für den Bau des Turms zeichnen die beiden Stadtteilbotschafter David Heun und Dirk Fischer, die im Rahmen eines Stipendium-Programms der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt Ende 2007 das Projekt Klettern Hoch Frankfurt angegangen sind. "In Nieder-Erlenbach gibt es zwar schon einige Angebote für Jugendliche, Leichtathletik, Fußball, Jugend-Feuerwehr, aber wir hatten das Gefühl, dass da noch ein Loch vorhanden ist", sagt der 23 Jahre alte Mechatronik-Student Heun. Bundeswehrsoldat Fischer ergänzt: "Wir haben beide schon länger mit dem Klettern zu tun, da lag die Idee eines solchen Turms nahe", so der 20-Jährige, der den Kletterturm als eine "grandiose Möglichkeit, um Sport zu betreiben" bezeichnet.

Gut gesichert

Als Partner für ihre Idee gewannen Heun und Fischer die TSG Nieder-Erlenbach, in deren Besitz der Turm später übergehen soll. "Wir konnten den Turm ja auch nicht in einem ungesicherten Park aufstellen", sagt Heun, der darauf verweist, dass das Gebiet auf dem Gelände der TSG bereits durch einen Zaun abgesichert sei. Zusätzlich soll noch ein weiterer Zaun direkt um den Turm herum aufgestellt werden. Nutznießer des Turms, der nicht kommerziell betrieben wird und gegen geringe Unkosten benutzt werden kann, sollen Vereine aus ganz Frankfurt und der Umgebung sein, genauso wie Jugendgruppen oder Schulklassen.

Ganz einfach war es freilich nicht, das Projekt auf die Beine zu stellen. "Wir hatten mit Baukosten von etwa 30 000 Euro gerechnet", sagt Heun, der bei Kostenvoranschlägen, die bis zu 200 000 Euro reichten, das Projekt fast schon wieder aufgeben wollte. Zwischendurch, so Fischer, sei der Frust in der Tat sehr groß gewesen - vor allem, "wenn man keinen Fortschritt gesehen hat". Zuletzt war das noch Anfang des Jahres der Fall, als das Grundwasser zu hoch stand und das Fundament nicht gelegt werden konnte. "Zum Glück konnte das Problem noch gelöst werden", sagt Heun.

Letztlich belaufen sich die Kosten für den Bau des Turms auf 90 000 Euro, die durch Spenden sowie dem Stipendium der Polytechnischen Gesellschaft gedeckt werden. Zu den Spendern gehört auch die Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau, die das Projekt wegen seiner hohen sportlichen und sozialen Kompetenz mit einer Summe von 10 000 Euro unterstützt.

Die Eröffnung des Turms ist für Anfang Juli geplant. Zunächst einmal werden die Betreiber den Turm nur nach Vereinbarung öffnen, was vor allem davon abhängig ist, wie viele freiwillige Aufsichtspersonen zur Verfügung stehen. "Derzeit fehlen uns noch ein paar Betreuer", sagt Fischer. Deshalb ist er auch noch immer auf der Suche nach ausgebildeten Kletterern, die ehrenamtlich als Helfer mitarbeiten wollen. "Je mehr Betreuer wir haben, desto öfter können wir den Turm aufmachen", so Heun, der darüber hinaus davon träumt, später einmal spezielle Kletterkurse für Kinder anbieten zu können. Das ist derzeit aber noch Zukunftsmusik.

Weitere Infos: khf@gmx.net

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