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Blick in das internationale Briefzentrum der Deutschen Post. 

Mein Frankfurt

Da geht die Post ab

Viktoria findet ihr duales Studium klasse.

Von Pascal Bausch, Jannes Hilker, Tobias Klein, Lorenz Kuchenbecker, Leopold Mayerhöfer, Marvin Waissi, Heinrich Wedding und Constantin Wolf

Das internationale Postzentrum am Frankfurter Flughafen, kurz IPZ, ist Deutschlands postalisches Tor zur Welt. Mit etwa 1700 Mitarbeiter werden dort Briefe und Pakete aus allen Teilen der Welt bearbeitet, bevor sie nach Deutschland per Postfahrzeug an die vorhergesehenen Adressen geliefert werden. Nun studiert dort auch die Abiturientin Viktoria.

Täglich werden hier 1,4 Millionen Briefe, 3800 Beutel, 6800 Trays und 190 Tonnen Post bearbeitet und zu ihren Zielorten gebracht. Jährlich sind es 17 Millionen Postkarten, die im IPZ auf einer Grundfläche von 10 800 und auf einer Betriebsfläche von 49 000 Quadratmetern sortiert und an alle Empfänger zugestellt werden. Über eine Gesamtstrecke von acht Kilometern laufen die Pakete auf der Behälterförderstrecke zu und aus den Sortiermaschinen.

Der Leiter der Personalabteilung, Thomas Werther, erklärt uns, dass von 1700 Mitarbeitern ziemlich genau die Hälfte jeweils Frauen und Männer und dass 77 Prozent aller Angestellten Teilzeit beschäftigt sind. Zudem ist das IPZ ein sehr internationaler Arbeitsort. Mit Mitarbeitern aus 63 Nationalitäten bietet es Arbeitsplätze für jegliche Nationalitäten.

Die 20-jährige Mainzerin Viktoria E. studiert hier nun per dualem Studium Controlling. „Früher wollte ich immer Bankkauffrau werden, aber nach meinem Abitur bin ich zufrieden hierher gekommen“, erzählt sie. Das duale Studium dauert drei Jahre und endet mit dem „Bachelor of Arts“. In diesen drei Jahren muss Viktoria jeweils drei Monate in dem Betrieb, also dem IPZ, und drei Monate in der Uni lernen, dass IPZ mit seinem Umsatz zu verwalten.

Obwohl das Postzentrum schon vor 21 Jahren mit einer Investition von ungefähr 110 Millionen Euro in Betrieb genommen wurde, gilt es noch heute als postalisches Tor zur Welt. So ein gewaltiger Postausgang von Deutschland aus in alle Teile der Welt und der Eingang von Post ganz Europas nach Deutschland kann jedoch nur funktionieren, wenn die Koordination der Arbeiter und die Motivation perfekt ist. Kein unwichtiger Faktor dabei ist auch die Aufteilung der Arbeit auf die fünf Stockwerke des IPZ.

Von 7 bis 22 Uhr im internationalen Postzentrum der Import bearbeitet und von 22 bis 7 Uhr der Export, der von Fluggesellschaften ins Ausland transportiert wird. Somit gibt es nie einen Stillstand, um die größtmögliche Arbeitseffizienz zu erreichen. Über gigantische Förderbänder an der Decke und am Boden laufen die Pakete in die riesigen Sortiermaschinen, welche alle Briefe in Sekundenschnelle sortieren und auf die nächsten Förderbänder schicken.

Die Vorteile eines dualen Studiums sind für Viktoria sonnenklar. „Man bekommt ein festes und anständiges Gehalt und wenn man seinen Bachelor bekommen hat, muss man sich auch keine Sorgen um einen Arbeitsplatz machen, da der Betrieb die Studenten meist aufnimmt“, sagt sie. „Man hat auch eine gute Abwechslung von der Uni, wodurch das Studium nicht langweilig wird und extrem spannend bleibt.“

Jedoch steht die Studentin erst am Anfang ihrer drei Jahre langen Ausbildung und hat noch viel vor sich. Auch über die Umsetzung ist Viktoria begeistert. „Während meiner drei Monate im Unternehmen muss ich jeweils zwei Projektarbeiten verfassen. Diese sind aber keineswegs nutzlos, sondern beschäftigen sich mit aktuellen Themen des IPZ“, erklärt sie uns. „Somit habe ich einen größeren Ansporn, die Arbeit fertigzustellen, da sie dem Unternehmen ebenfalls hilft.“

Die Inhaberfirma des IPZ am Frankfurter Flughafen, die Deutsche Post DHL Group, gehört weltweit zu den führenden Anbietern für Logistik und Briefkommunikation. Diese beschäftigt rund 520 000 Mitarbeiter in über 280 Ländern und Territorien der Welt. Im Jahr 2017 erzielte der Konzern einen Umsatz von mehr als 60 Milliarden Euro. Nach dem Abschluss mit dem Bachelor wird die 20-jährige Viktoria ein Teil dieser gigantischen Firma sein, und eine wichtige Rolle im internationalen Postzentrum am Frankfurter Flughafen spielen.

Die Autorinnen und Autoren sind Schülerinnen und Schüler der Klasse 9c des Lessing-Gymnasiums in Frankfurt.

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