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Hier beginnt die Reise von Briefen, die am Ende jemand austragen muss. 

Mein Frankfurt

Als Fahrradkurier bei der Post

Täglich geht es um bis zu 3000 Zustellungen.

Von Georg Langner, Ansh Kakkar und M’Hamed Hadiki

Als wir um 8 Uhr bei dem Postzentrum in der Hügelstraße ankamen, war dort scheinbar noch nichts los, aber hinter den Kulissen ging im wahrsten Sinne des Wortes schon die Post ab. Im Postsortierzentrum wurde nämlich schon seit 5:15 Uhr hart geschuftet. Als wir in selbiges hineingeführt wurden, waren wir zuerst erstaunt, wie schnell und flexibel dort gearbeitet wurde.

Unsere Ansprechpartnerin bei der Post war Andrea Heuer. Sie erklärte uns zuerst, dass die Briefe zuerst nach Größe und dann nach Adresse sortiert und dann in Kisten verpackt auf das allseits bekannte Postfahrrad geladen werden. Da Frau Heuer noch die restlichen Briefe sortieren und verladen musste, wurden wir danach in einen Pausenraum gebracht.

Hier haben wir uns mit ein paar anderen Postboten unterhalten, die dort frühstückten. Alle waren sehr freundlich und wir wurden auch nach kurzer Zeit von Frau Heuer wiedergeholt und wir sind gemeinsam mit dem Fahrrad losgefahren.

Die Briefträgerin fuhr uns auf ihrem E-Bike voraus und wir folgten ihr. Nach kurzer Zeit ging das Verteilen los und Frau Heuer warf die Briefe so schnell ein, dass wir gar nicht hinterherkamen. Auch wir hatten die Chance, unser Können zu zeigen, aber wir waren nicht annähernd so schnell wie die Postbotin mit immerhin zwölf Jahren Berufserfahrung. Sie erklärte uns, dass sie nur so schnell ist, weil sie alle Namen der Briefkästen in ihrem Zustellungsgebiet auswendig konnte.

Nach einer halben Stunde, als wir schon einen ganzen Stapel Briefe verteilt hatten, spürten wir langsam die immense Kälte an diesem Dezembermorgen. Frau Heuer allerdings hatte vorgesorgt. Sie hatte zwei Paar Socken, zwei Hosen, drei T-Shirts und zwei Jacken an. Zusätzlich noch spezielle Handschuhe für Briefträger, mit denen man die Briefe besser greifen kann.

Es war zwar kalt, aber zum Glück nicht eisig, sodass wir mit dem Fahrrad gut voran kamen. Das ist nicht immer so. Bei Eis oder sonstigem schlechten Wetter muss man langsam fahren, sonst kann man, gerade im Winter, ausrutschen und hinfallen. In diesem Fall steht man auf und verteilt weiter, außer man sollte sich wirklich verletzt haben.

Insgesamt arbeitet man als Fahrradkurier pro Tag, je nach Saison, zwischen 1000 und 3000 Zustellungen ab, darunter aber auch kleine Pakete, welche noch in die Häuser gebracht werden müssen und nicht selten in das oberste Stockwerk, wie uns Frau Heuer mitteilte. Das alles dann fünf Tage die Woche bei jedem Wetter. Insofern kann man also sagen, dass der Job der Fahrradpostbotin härter ist, als wir gedacht hätten und bei Weitem nicht einfach nur aus Herumfahren mit dem Fahrrad besteht.

Die Autoren sind Schüler der Klasse 9c des Lessing-Gymnasiums in Frankfurt.

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