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Bill Gates
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Der Gründer von Microsoft: Bill Gates.

Microsoft

Microsoft-Gründer Bill Gates: Philanthrop oder eiskalter Geschäftsmann?

  • Joshua Schößler
    VonJoshua Schößler
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Vielen gilt Bill Gates als Computergenie und Philanthrop. Andere bezeichnen den Microsoft-Gründer als eiskalten Geschäftsmann. Ein Portrait.

Seattle – Microsoft Windows ist auch heute noch mit einem geschätzten Marktanteil von 73,5 Prozent das verbreitetste Betriebssystem weltweit. Hinter diesem Erfolgsprodukt steht ein Mann, der viele Jahre den Titel als reichster Mensch der Welt verteidigte: Bill Gates. Für die einen ist er ein Computergenie und Philanthrop, für die anderen ist er ein eiskalter Geschäftsmann. Die Antwort, wer Bill Gates eigentlich ist, muss man vermutlich in der Mitte suchen.

Microsoft-Gründer: Bill Gates beschäftigt sich bereits zu Schulzeiten mit Computern

Bill Gates wurde 1955 geboren und wuchs in einem der reichsten Viertel Seattles als Sohn des erfolgreichen Rechtsanwalts William Henry Gates auf. Schon zu Schulzeiten fiel er durch seine übermäßige intellektuelle Begabung und ein beinahe fotografisches Gedächtnis auf.

NameWilliam Henry Gates III
Geburtstag28. Oktober 1955
GeburtsortSeattle, Washington
Vermögen 144 Mrd. US-Dollar

An der Lakeside School in Seattle, eine der ersten Schulen, die einen Computer besaßen, kam er zum ersten Mal mit der Technologie in Berührung, die sein zukünftiges Leben bestimmen würde. Dort programmierte er zusammen mit dem späteren Microsoft-Mitbegründer Paul Allen sein erstes Computerprogramm: Eine Software zur automatischen Erstellung von Stundenplänen. Nach seinem Schulabschluss stand das Ziel, ein Softwareunternehmen zu gründen, für Bill Gates fest.

1975 bricht Bill Gates sein Studium in Harvard ab und gründet Microsoft

Da seine Eltern Computer nicht verstanden und aus Bill Gates einen ebenso erfolgreichen Anwalt wie seinen Vater machen wollten, schrieb er sich nach seinem Schulabschluss an der Havard-Universität im Fach Rechtswissenschaften ein. Als jedoch der erste Heimcomputer Altair 8800 (im Gegensatz zu diesem hatten „Minicomputer“ damals noch die Größe von Kühlschränken) verkauft wurde, wendete sich sein Interesse wieder den Computern zu. Dieser Heimcomputer war nämlich noch bloße Hardware, ein Betriebssystem oder Programme waren in dieses System noch nicht integriert.

Bill Gates‘ Idee: Den Altair 8800 mit Software auszustatten. Nach vier Wochen hatte er zusammen mit zwei Freunden das erste Betriebssystem für diesen Computer auf Magnetstreifen geschrieben. Er konnte es für 3000 US-Dollar an den Hersteller des Altair 8800 verkaufen. Mit diesem Geld gründete er 1975 gemeinsam mit Paul Allen die Firma Microsoft und brach sein Studium in Havard ab.

Bill Gates verkauft IBM das erste Betriebssystem für einen Personal Computer

1975 entwickelte IBM, bisher Marktführer auf dem Großcomputermarkt und eines der größten international agierenden US-Unternehmen, den ersten Personal Computer (PC). Diesem fehlte allerdings noch jegliche Software und da die IBM-Entwickler nicht in der Lage waren, so etwas für einen PC zu entwickeln, wurde man auf Bill Gates aufmerksam. Dieser kaufte von einem Bekannten ein Betriebssystem mit dem Namen QDOS für 50.000 US-Dollar und verkaufte es an IBM weiter – unter der Bedingung, für jeden verkauften PC 3 US-Dollar auf Lebenszeit zu bekommen. Ein Deal, der sich für ihn lohnte, denn der PC wurde ein großer Erfolg.

FirmennameMicrosoft Corporation
Gründung4. April 1975
SitzRedmond, Washington
LeitungSatya Nadella
Mitarbeiterzahl168.000
Umsatz143 Mrd. US-Dollar (Geschäftsjahr 2020)

Bereits 1983 erzielte Microsoft einen Umsatz von 50 Millionen US-Dollar. Doch Bill Gates bekam Konkurrenz von Steve Jobs, dem Gründer von Apple. Dieser hatte ebenfalls ein Computerunternehmen, doch anders als Microsoft produzierte er die Maschinen selbst. Der Macintosh stellte eine Revolution dar, denn als erster Homecomputer besaß er eine Computermaus und eine grafische Nutzeroberfläche mit Icons.

Bill Gates spioniert für Microsoft bei seinem Konkurrenten Steve Jobs

Bill Gates war von der grafischen Nutzeroberfläche so beeindruckt, dass er sie in sein Microsoft-System integrieren wollte. So verpflichtete er sich zum Schein dazu, für Steve Jobs‘ Firma Software zu programmieren, um an Firmengeheimnisse zu kommen. Aus diesen Erkenntnissen heraus entwickelte er das Betriebssystem Microsoft Windows.

Ein voller Erfolg: Innerhalb von zehn Jahren lag der weltweite Marktanteil von Windows bei 90 Prozent. Hier liegt allerdings auch der Zenit der Firma von Bill Gates, denn eine wesentliche Revolution in der Welt der Computer hatte Microsoft verpasst: das Internet. Der erste frei verfügbare Internetbrowser Netscape war ein voller Erfolg, an dem Microsoft erst später teilhaben konnte. So brachte man als Konkurrenzprodukt den Internet Explorer heraus, der Netscape schnell den Rang ablief.

Allerdings führte dies zu einer kartellrechtlichen Auseinandersetzung mit den US-Justizbehörden, da man Microsoft vorwarf, seine Vormachtstellung auf dem Markt widerrechtlich genutzt zu haben, um den Internet Explorer zu etablieren. Vier Jahre zog sich der Prozess hin, das US-Justizministerium forderte sogar eine Zerschlagung von Microsoft. Obwohl Bill Gates und seine Firma mit einem milden Urteil davon kamen, war Bill Gates‘ Image nachhaltig beschädigt.

Nach dem Höhepunkt ist Bill Gates‘ Firma Microsoft in einen großen Rechtsstreit verwickelt

So ist vermutlich zu erklären, wie Bill Gates zunehmend das Image eines ausgemachten Philanthropen pflegte. Um diesem Image entgegenzuwirken, nahm er an zahlreichen Benefizveranstaltungen teil und spendete 25 Milliarden US-Dollar für karitative Zwecke. Im Juli 2008 zog er sich aus dem Unternehmen Microsoft zurück, um sich vollständig der Bekämpfung von Krankheit und Armut auf der Welt zu widmen.

Mit seiner Ex-Frau Melinda Gates unterhält er die Bill & Melinda Gates Foundation, die über ein geschätztes Vermögen von 46,8 Milliarden Dollar verfügen soll und damit die größte wohltätige Organisation der Welt ist. 90 bis 95 Prozent seines gesamten Vermögens will Bill Gates nach eigenen Aussagen bis zu seinem Lebensende wohltätigen Organisationen spenden, lediglich 0,2 Prozent seines Vermögens sollen an seine Kinder gehen. Das sind allerdings immerhin noch ungefähr 10 Millionen Dollar.

Zudem gründete Bill Gates zusammen mit dem Milliardär Warren Buffet die Initiative „The Giving Pledge“. In dieser können sich Superreiche dazu verpflichten, vor oder nach ihrem Ableben einen Großteil ihres Vermögens an wohltätige Institutionen zu spenden. (Joshua Schößler)

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