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Russland-Ukraine-Konflikt: Neue Friedenskundgebungen in Darmstadt

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Von: Jens Joachim

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Für Frieden und Europa: Ein Darmstädter und eine Darmstädterin zeigen Flagge.
Für Frieden und Europa: Ein Darmstädter und eine Darmstädterin zeigen Flagge. © Jens Joachim

Rund 80 Menschen sind am Dienstagabend einem Aufruf mehrerer Parteien gefolgt, um auf dem Luisenplatz in Darmstadt russische Aggressionen zu verurteilen und zugleich Solidarität mit der Ukraine und Darmstadts Partnerstadt Ushgorod zu demonstrieren. Am Donnerstagmittag gab es ein ökumenische Friedensgebet auf dem Luisenplatz und am Abend soll es dort eine weitere Kundgebung geben, um gegen den von Russland in der Ukraine begonnenen Krieg und für Frieden in Europa zu demonstrieren.

Update vom 24.02.2022, 18.00 Uhr: Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch und Stadtverordnetenvorsteher Yücel Akdeniz (beide Grüne), rufen zu einer Kundgebung gegen den von Russland in der Ukraine begonnenen Krieg und für Frieden in Europa für heute, Donnerstag, 24. Februar, um 19 Uhr, auf dem Luisenplatz auf.

Bereits am Donnerstagmittag versammelten sich dort rund 50 Menschen zu einem ökumenischen Friedensgebet, zu dem das Evangelische und Katholische Dekanat Darmstadt sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Darmstadt aufgerufen hatten. Laut einer Mitteilung des Evangelischen Dekanats Darmstadt wurde miteinander gebetet, geschwiegen und diskutiert.

Darmstadt: Ökumenisches Friedensgebet auf dem Luisenplatz

„Es ist Krieg“, sagte Ulrike Schmidt-Hesse, die Dekanin des Evangelischen Dekanats Darmstadt, „es ist Krieg in Europa.“ Es sei erschreckend zu sehen, dass alle diplomatischen Bemühungen nicht gefruchtet hätten. „Wir denken an die Menschen in der Ukraine, die vom Krieg betroffen sind“, so die Dekanin. 

Krieg bedeute immer entsetzliches Leid, Tod und Zerstörung von Existenzen. Viele Menschen in Deutschland wüssten dies aus der Geschichte, Geflüchtete aus unmittelbarer Erfahrung. Schmidt-Hesse die forderte, „den Angriff auf die Ukraine unverzüglich zu stoppen“, dachte auch an die Menschen, die in Darmstadt leben und aus der Ukraine und aus Russland stammten und dort Familie haben: „Sie sind in großer Sorge, und wir teilen sie mit ihnen.“ Die Kirchen sagten: „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein.“ Das hätten sie nach dem zweiten Weltkrieg erkannt. „Wir bekräftigen dies heute als Kirchen in Darmstadt in Verbundenheit mit den Kirchen in der ganzen Welt.“

Darmstadt: Stadt steht in Kontakt mit Partnerstadt in der Ukraine

Bürgermeisterin Barbara Akdeniz, die Oberbürgermeister Jochen Partsch vertrat, zeigte sich „bewegt, traurig und wütend“. Es sei „für uns alle nicht greifbar, dass Krieg in Europa ist“. Die Stadt stehe in engem Kontakt mit ihrer Partnerstadt Ushgorod in der Westukraine. Auch sie forderte einen sofortigen Stopp der militärischen Angriffe. „Wir müssen alles dafür tun, damit die Menschen wieder in Frieden leben können“, lautete der Appell der Darmstädter Bürgermeisterin.

Abschließend stimmte der katholische Dekanatsreferent Bernd Lülsdorf das Friedenslied „We shall overcome“ an und lud zum nächsten Friedensgebet am Montag, 28. Februar, 18 Uhr, auf dem Kapellplatz ein. Dort soll ab dann jeden Montagabend in ökumenischer Verbundenheit für den Frieden gebetet werden.

Russland-Ukraine-Konflikt: Friedenskundgebung in Darmstadt

Erstmeldung vom 22.02.2022, 23.20 Uhr: Unter dem Motto „Stoppt den Angriffskrieg in Europa!“ haben sich am Dienstagabend rund 80 Menschen an einer Friedenskundgebung auf dem Darmstädter Luisenplatz beteiligt.

Einen entsprechenden Aufruf unterstützten die Grünen, SPD, CDU, Volt, FDP, den Jusos, Pulse of Europe Darmstadt und der Partnerschaftsverein Deutschland-Ukraine/Moldova.

Darmstadt: Partnerschaft mit Stadt in der Ukraine besteht seit 1992

Damit sollte auch die Solidarität mit der ukrainischen Partnerstadt Ushgorod zum Ausdruck gebracht werden. Die Partnerschaft zwischen Darmstadt und Ushgorod besteht in diesem Jahr nun schon seit 30 Jahren.

Vor dem Sparkassengebäude wurden mehrere Europafahnen, eine Regenbogenfahne mit der Aufschrift „Pace“ (Frieden) sowie die gelb-blaue Flagge der Ukraine geschwenkt. Ein Paar zeigte Transparente mit der Aufschrift „Ukraine: Gegen russische Invasion + Blutvergießen!“.

Darmstadt: Für ein Ende der russischen Aggressionen gegen die Ukraine

Der Bundestagsabgeordnete Philip Krämer (Grüne) forderte ein Ende der russischen Aggressionen gegen die Ukraine, die Beendigung der militärischen Eskalation in Osteuropa und Frieden für die Menschen in der Ukraine und Russland.

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) rief zu „Besonnenheit und Solidarität“ auf. „Es ist gut, dass wir zusammenstehen, um für die Kraft der Demokratie und für Freiheit in Europa einzustehen“, sagte Partsch. Denn genau davor fürchteten sich der russische Präsident Vladimir Putin und seine „Vasallen“.

Mit Plakaten wurden gegen den Einmarsch russischer Truppen in der Ostukraine protestiert.
Mit Plakaten wurden gegen den Einmarsch russischer Truppen in der Ostukraine protestiert. © Jens Joachim

Demo in Darmstadt gegen Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine

In einer von den fünf Parteien, Pulse of Europe und dem Partnerschaftsverein getragenen Erklärung heißt es, der Einmarsch russischer Truppen auf ukrainisches Hoheitsgebiet stelle einen Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen dar und sei nach der Annexion der Krim „bereits der zweite klar völkerrechtswidrige Übergriff Russlands auf die Souveränität der Ukraine“.

Die Eskalation des Bürgerkriegs im Osten der Ukraine zu einem zwischenstaatlichen Krieg bedeute „unsagbares Leid vor allem für die Zivilbevölkerung“. Erfahrungsgemäß seien „Frauen und Kinder zuerst und am schwerwiegendsten von Flucht und Vertreibung, Gewalt und Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen betroffen“. Eine solche humanitäre Tragödie gelte es zu verhindern.

Darmstadt: Kundgebung als Zeichen gegen erneuten Krieg in Europa

Mit der Friedenskundgebung solle ein Zeichen gesetzt werden „gegen einen erneuten Krieg in Europa mit unzähligen Toten, Verstümmelten und Vertriebenen.“ Auch der CDU-Vorsitzende Paul Georg Wandrey, der SPD-Vorsitzende Tim Huß, der FDP-Stadtverordnete Leif Blum und Ulrich Wissmann, der Vorsitzende des Partnerschaftsverein Deutschland-Ukraine/Moldova sprachen sich für einen Rückzug der russischen Truppen, für die Wahrung des Völkerrechts und für eine friedliche Lösung des Konflikts im Osten der Ukraine aus.

Solidarität in blau-gelb: Andreas Ewald, der Fraktionsvorsitzende der Darmstädter Grünen, mit der Nationalfahne der Ukraine. Auch Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (4. v. re.) nahm an der Kundgebung teil.
Solidarität in blau-gelb: Andreas Ewald, der Fraktionsvorsitzende der Darmstädter Grünen, mit der Nationalfahne der Ukraine. Auch Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (4. v. re.) nahm an der Kundgebung teil. © Jens Joachim

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