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In Freundschaft verbunden

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Die beiden Bürgermeister Hans-Georg Brum und Özer Kayali im angeregten Gespräch.
Die beiden Bürgermeister Hans-Georg Brum und Özer Kayali im angeregten Gespräch. © stadtverwaltung

Austausch mit türkischer Küstenstadt Kusadasi / Vertiefte Beziehungen beider Städte.

Die Stadt Oberursel und die türkische Küstenstadt Kusadasi arbeiten weiter an ihrer freundschaftlichen Verbindung. Am Wochenende war das Stadtoberhaupt Özer Kayali aus der Türkei im Rathaus zu Gast. Bürgermeister Hans-Georg Brum stellte Kayali und seiner kleinen Delegation die Vorzüge Oberursels vor. „Es wurde unter anderem über den Tourismus hier in der Region gesprochen“, sagte Brum der Frankfurter Rundschau. So habe man das Taunus-Informations-Zentrum an der Hohemark besucht, von dem aus viele Ausflügler und Wanderer in Richtung Feldberg starten. Auch eine Ausstellung des Kulturkreises im Rathaus wurde besucht.

Zudem informierte Brum die türkischen Gäste auch zur Gewerbeansiedlung, unter anderem am Areal An den Drei Hasen. „In und um Kusadasi sind Tourismus und Landwirtschaft die Haupteinnahmequellen“, so Brum. Daher dürfte die Tour zu den in Oberursel angesiedelten Firmen auf Interesse gestoßen sein. Auch der Oberurseler Altstadt wurde ein Besuch abgestattet. Brum hob hervor, dass Kusadasi als Badeort und Tourismus-Hochburg sich sehr stark an westlichen Werten orientiere. Die Politik von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan als Abkehr von einer liberalen Türkei hin zu einer Islamisierung werde dort eher kritisch gesehen. „Auch wirtschaftlich droht da einiges, was aufgebaut wurde, kaputt zu gehen“, sagt Brum mit Blick auf den Kurs des türkischen Staatsoberhauptes.

Für Oberursel sei weiterhin erstrebenswert, Reisen unter anderem für Jugendliche oder Vereine nach Kusadasi anzubieten. Unter den Besuchern aus der Türkei war daher auch der Hotelmanager Hasan Tonbul, der für das in Oberursel ansässige Reiseunternehmen Thomas Cook als Kontaktmann vor Ort arbeitet. „Gerade in den Übergangszeiten ist es in Kusadasi wirklich schön, mit angenehmen Temperaturen“, schwärmt Brum. Er lernte die Stadt schon vor mehr als 30 Jahren auf einer Reise kennen.

Für die Zukunft seien etwa wechselseitige Besuche von Künstlergruppen mit der Ausstellung von Bildern denkbar, so Brum. Beim Brunnenfest im Sommer könnten wieder Gäste aus der Türkei dabei sein, schon am kommenden Wochenende wird Brum nach eigenen Angaben einen Vertreter zu einem offiziellen Termin nach Kusadasi entsenden. Er selbst sei da verhindert.

Oberursel strebe eine freundschaftliche Verbindung, aber keine Verschwisterung mit Kusadasi im Sinne einer Städtepartnerschaft an. „Wir haben wenige Städtepartnerschaften, die wir aber umso intensiver pflegen“, betonte Brum. Der türkische Badeort ist unter anderem bereits mit Marl in Nordrhein-Westfalen verschwistert.

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