Recep Tayyip Erdoğan
Kaum ein anderer Präsident hat die Türkei so verändert wie Recep Tayyip Erdoğan. Aufgewachsen als Sohn eines armen Seemannes wuchs Erdogan im Viertel Kasimpasa in Istanbul auf. Er studierte später Wirtschaftswissenschaften, ehe seine politische Karriere 1994 Fahrt aufnahm: Erdogan wurde Oberbürgermeister von Istanbul. Nach einer monatelangen Haft wegen Volksverhetzung anno 1999 und der Gründung der islamisch-konservativen Partei AKP (Adalet ve Kalkınma Partisi, dt.: Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung) feierte Erdogan im November 2002 einen Wahlsieg und wurde 2003 zum Ministerpräsidenten der Türkei ernannt. Am 14. August 2014, also elf Jahre später, stieg Erdogan zum Präsidenten der Türkei auf. Seither haben er und seine Partei AKP das Sagen im Land am Bosporus. Kritik erntete Erdogan vor allem durch eine von ihm veranlasste Verhaftungswelle von regierungskritischen Journalist:innen im Dezember 2014.