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Goethe-Uni ehrt Peking-Olympiasiegerin Deborah Levi

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Von: Timur Tinç

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Deborah Levi, die erste Frankfurter Winterolympiasiegerin.
Deborah Levi, die erste Frankfurter Winterolympiasiegerin. © christoph boeckheler*

Bob-Olympiasiegerin Deborah Levi wird vom Frankfurter Uni-Präsidenten Enrico Schleiff empfangen. Die 24-Jährige ist die erste Goldmedaillengewinnerin bei Winterspielen aus Frankfurt überhaupt.

Enrico Schleiff begutachtete die Goldmedaille von Deborah Levi ganz genau. „Die ist gar nicht mal so leicht“, stellte der Präsident der Frankfurter Goethe-Universität fest. „Sie ist vergoldet, nicht komplett aus Gold“, sagte die 24-Jährige lachend. Vor zwei Wochen ist sie in Peking als Anschieberin mit Pilotin Laura Nolte Olympiasiegerin im Zweierbob geworden. Seit der Rückkehr nach Deutschland reiht sich ein Termin an den anderen für die gebürtige Oberndorferin aus der Gemeinde Siegbach im Lahn-Dill-Kreis, die seit eineinhalb Jahren in Frankfurt lebt.

Den ersten offiziellen Empfang als Olympiasiegerin hat ihr am Dienstag die Goethe-Universität mit dem gesamten Präsidium am Campus Westend bereitet. Dort hat Levi 2016 ihr Grundschullehramtsstudium begonnen, auch wenn sie dieses Wintersemester ausgesetzt hat. „Richtig realisiert habe ich alles erst, als ich am Flughafen von meiner Familie und Freunden empfangen wurde“, erzählte Levi. In Peking konnte sie mit dem gesamten Bobteam nur auf dem Flur feiern, weil es aufgrund der sehr strengen Corona-Regeln kein Deutsches Haus gab.

„Wir sind superstolz auf Sie, als der Wintersport-Standort schlechthin“, scherzte Schleiff. Levi ist die erste Goldmedaillengewinnerin bei Winterspielen aus Frankfurt überhaupt. Der Einzige, der außer ihr während des Studiums an der Goethe-Uni Gold bei Olympia gewann, war Schwimmlegende Michael Groß.

Bernd Brückmann, Laufbahnberater am Olympiastützpunkt Hessen, lobte die Kooperation mit der Goethe-Uni: „Leistungssport geht nicht mit einem Studium von der Stange. Das muss der Maßanzug werden“, sagte er. Levi sprach von einem großen Entgegenkommen ihrer Dozentinnen und Dozenten, da sie im Winter sehr, sehr viele Fehlzeiten aufgrund der vielen Wettkämpfe habe.

Im nächsten Sommer plant die Athletin vom Sprintteam Wetzlar und der SC Potsdam, ihr erstes Staatsexamen zu machen. Christiane Thompson, Uni-Vizepräsidentin und verantwortlich für Studium, Lehre und wissenschaftliche Weiterbildung, bot sich Levi als Prüferin an. „Wenn Sie niemanden finden, melden Sie sich, ich prüfe Sie sehr gerne.“

Deborah Levi macht nach dem langen und erfolgreichen Winter jetzt erst einmal Pause. „Auch wenn ich es ohne Sport nicht lange aushalte.“ Ende März geht es in den wohlverdienten Urlaub mit Laura Nolte. Danach steigt sie an der Sportanlage Hahnstraße in Frankfurt mit ihrer Trainingsgruppe wieder ins Training ein. Die Medaille wird sie nach den Ehrungen und Einladungen, die noch anstehen, zu ihren Eltern bringen. „In meinem WG-Zimmer sieht man nicht, dass ich Leistungssportlerin bin“, sagt sie lachend.

Neben der Goldmedaille hat Levi eine jamaikanische Mütze vom Bobteam des karibischen Landes ergattern können. „Als Kind habe ich den Film ‚Cool Runnings‘ geliebt“, erzählte sie Enrico Schleiff. Vom Uni-Präsidenten gab es Blumen und einen grauen Hoodie mit dem Logo der Universität. Die Goldmedaille für das Archiv der Uni, wie es Schleiff vorschlug, wollte die Studentin – verständlicherweise – aber nicht hergeben.

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