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Dr. Thomas Sterner

Moderne OP-Technik für den Hüftgelenkersatz

Knochensparende Prothesen und minimal-invasive Operation

Die Ursachen für Hüfterkrankungen sind ebenso vielfältig wie die Möglichkeiten, diese zu beheben. Minimal-invasive Operationsmethoden bieten den Patienten viele Vorteile

Dr. Sterner, was sind die häufigsten Ursachen für Hüfterkrankungen?

Das hängt stark vom Alter ab. Junge Patienten kommen mit Muskelzerrungen oder Sportverletzungen zu uns. Frauen klagen über seitliche Hüftschmerzen, meist eine Schleimbeutelentzündung.

Ältere Patienten klagen häufig über den Verschleiß des Hüftgelenkes, der Hüftarthrose. Aber auch Wirbelsäulenbeschwerden können in die Hüfte ausstrahlen. Auch andere Erkrankungen wie z.B. Rheuma können Hüftschmerzen auslösen.

Welche Rolle spielt das Alter?

Je länger das Hüftgelenk im Laufe des Lebens belastet wird, umso mehr verschleißt die Knorpeloberfläche der Hüftpfanne und des Hüftkopfes. 

Es entsteht eine Hüftarthrose, die sich meist im späten Erwachsenenalter durch Schmerzen, Muskelverspannungen und Bewegungseinschränkungen des Hüftgelenks äußert.

Welche unterschiedlichen künstlichen Hüftgelenke gibt es?

Die meisten Hüftprothesen sind modular, das heißt, man kann die einzelnen Teile wie in einem Steckbaukasten zusammensetzen. Zementierte Prothesen bestehen aus einer Metall-Legierung oder aus Stahl und einer Polyethlyenpfanne. 

Die setze ich ein, wenn die Knochenqualität eher schlecht ist, z.B. bei Osteoporose. Am häufigsten verwende ich zementfreie Hüftprothesen. Sie bestehen aus Titanlegierungen mit einer speziellen Oberflächenbehandlung, an die der Knochen gut ran wächst. Künstliche Hüftgelenke können bis zu 30 Jahre lang halten.

Individuell angepasste Hüftprothesen haben keinen Vorteil gegenüber Standardprothesen

Wird eine Hüftprothese für jeden Patienten extra angefertigt?

Eine sogenannte Custom made Prothese ist für eine erfolgreiche operative Behandlung der Hüftarthrose nicht nötig. Studien haben gezeigt, dass individuell angepasste Hüftprothesen keinen Vorteil gegenüber Standardprothesen aufweisen. 

Standardprothesen gibt es in unterschiedlichen Größen. Vor der OP plane ich am Computer, je nach Körpergröße des Patienten, welches künstliche Gelenk genau passt und wie es exakt platziert werden muss.

Sie haben mehrere tausend Hüften operiert und haben lange Erfahrung in der sogenannten minimal-invasiven Hüft-OP-Technik. Was bedeutet das?

Bei einer Operation, bei der ich eine Hüftprothese einsetze, kommt es ganz entscheidend auf den Zugang an. 

Minimal-invasiv heißt, dass ich den Hautschnitt so klein wie möglich mache und die Muskulatur unterhalb der Haut nicht durchtrenne, sondern zur Seite schiebe. Dadurch wird die Muskulatur nicht verletzt.

Minimal-invasive Operationsmethoden reduzieren die Schmerzen nach der OP

Außerdem schneide ich nicht seitlich, sondern setze den Schnitt vorne nahe der Leiste, da habe ich weniger Fettschichten, das bedeutet geringeren Blutverlust und weniger Wundschmerz. Zusätzlich setzte ich während der Operation eine lokale Schmerztherapie ein, mit der ich die Schmerzen nach der Operation reduzieren kann.

Zum anderen versuchen wir spezielle Prothesenmodelle zu verwenden, die möglichst knochensparend eingesetzt werden können. Dies alles hat den Vorteil, dass die Patienten schneller wieder fit werden.

Wie lange dauert es, bis ich wieder fit bin?

Wir versuchen schon direkt nach der Operation am selben Tag zusammen mit unserem Physioteam die Patienten auf die Füße zu stellen. Unter fachmännischer Anleitung machen sie dann auch erste Schritte. 

Nach zwei, drei Tagen steigen sie sogar Treppen. Inklusive Reha erholen sich die meisten nach 4-12 Wochen, je nach körperlicher Konstitution.

Welchen Sport darf ich machen?

Sportarten mit extremen Stoß- und Drehbelastungen wie Tennis, Skifahren oder Volleyball sind ungünstig. Fahrradfahren und Nordic Walking eignen sich eher. 

Ich überlasse es den Patienten, weil letztlich jeder merkt, was ihm guttut.

Dr. Thomas Sterner
OrthoTeam
RheinMain Zentrum für Orthopädie und Chirurgie
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