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Dr. med. Christian Eberhardt

Gelenkersatz im zertifizierten EndoProthetikZentrum

Hocheffektive Behandlung auf konstant hohem Niveau

Die hochspezialisierte Sektion Endoprothetik und Orthopädische Chirurgie am Hanauer St. Vinzenz-Krankenhaus garantiert Patienten, die einen operativen Gelenkersatz benötigen, eine optimale Versorgung. Dr. med. Christian Eberhardt, ärztlicher Leiter der Sektion, nennt die Gründe.

Herr Dr. Eberhardt, zum 1. Mai 2018 hat das St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau die hochspezialisierte, eigenständige Sektion Endoprothetik und Orthopädische Chirurgie eröffnet. Was sind hierbei die Vorteile für die Patientenversorgung? 

Unsere Sektion führt das zertifizierte EndoProthetikZentrum und garantiert eine strukturierte und hocheffektive Behandlung. Die operative Versorgung erfolgt ausschließlich durch oder im Beisein von speziell geschulten und hocherfahrenen Operateuren, den sogenannten Hauptoperateuren des Zentrums, wodurch ein konstant hohes Niveau jeder einzelnen Operation gewährleistet werden kann. 

Selbstverständlich werden alle Daten rund um die Operation an das Deutsche Endoprothesenregister übermittelt, das über die Ergebnisqualität der Teilnehmer wacht, die strukturellen Abläufe werden jährlich in Form eines externen Audits analysiert und bewertet. 

Welches Behandlungsspektrum deckt Ihr Zentrum ab? 

Wir bedienen das gesamte Spektrum des operativen Gelenkersatzes. Dabei handelt es sich vor allem um Erstimplantationen von Prothesen aller Gelenke, insbesondere jedoch der großen Gelenke Schulter, Hüfte und Knie. 

Selbstverständlich umfasst das Behandlungsspektrum auch jede Form von Prothesenwechseloperationen inklusive der Behandlung infizierter Prothesen. Neben der Endoprothetik wird auch das gesamte Feld der Orthopädischen Chirurgie dargestellt, dies erfolgt in enger Abstimmung und Kooperation mit den bereits am Hause etablierten Spezialdisziplinen. 

Schmerzfreiheit und Funktionsverbesserung durch operativen Gelenkersatz

Wann raten Sie einem Patienten zu einem künstlichen Gelenk? 

Ich sage grundsätzlich niemandem, dass er oder sie sich operieren lassen muss. Das weiß der Patient selbst am besten, wenn der Leidensdruck groß genug ist. Allerdings raten wir zu einem Eingriff, sobald es zu Funktionseinschränkungen kommt. 

Wenn sich das Knie beispielsweise nicht mehr so biegen lässt, sollte man ein künstliches Gelenk nicht zu lange hinauszögern. Je schlechter die Ausgangssituation, desto schwieriger ist es für den Patienten, die ursprüngliche Beweglichkeit wieder zu erreichen. Denn dann haben sich bereits Muskeln und Bänder verkürzt. Ähnliches gilt bei Fehlstellungen, vor allem bei X-Beinigkeit. Je stärker die Fehlstellung ausgeprägt ist, desto schwieriger gestaltet sich der Eingriff.

Wie lange hält ein künstliches Gelenk und wie sind die Aussichten, seine alte Leistungsfähigkeit wieder zu erreichen? 

Die durchschnittliche ‚Standzeit‘ der modernen Prothesen liegt bei 95 Prozent der Patienten bei 15 Jahren. Natürlich gibt es auch Patienten, die in dieser Zeit bereits die dritte Prothese haben. Das hängt von der Begleitpathologie ab und auch davon, wie stark man die Prothese belastet. 

Grundsätzlich soll durch ein künstliches Gelenk nicht nur Schmerzfreiheit, sondern auch eine Funktionsverbesserung erreicht werden. Das war ursprünglich vor allem für die Alltagssituation gedacht. Grundsätzlich kann man mit einer Prothese praktisch wieder alles machen, auch Sport treiben.

Wie man Gelenkschmerzen effektiv vorbeugt

Was raten Sie einem Patienten, wenn man mit dem künstlichen Gelenk noch warten sollte? 

Bei Arthrose sollte das Gelenk so viel wie möglich in Bewegung gehalten werden. Das erhält vor allem den Muskelstatus und schützt damit das Gelenk. 

Man sollte schauen, dass man das Bewegungsausmaß und die Funktionalität erhält. Je eingeschränkter die Funktion, desto eingeschränkter auch die Verteilung der Kraft auf die Gelenkoberfläche. 

Gut ist der typische Gelenksport, also Walken, Radfahren und Schwimmen. Stoß- und Drehbelastungen sollten vermieden werden. Außerdem sollte man die Begleitumstände verbessern, also bei Übergewicht abnehmen, da jedes Pfund zu viel die Gelenke noch mehr belastet. 

In schlechten Phasen helfen unterstützend Medikamente gegen die Schmerzen. Diese sind aufgrund ihrer Nebenwirkungen keine Dauerlösung. Wenn man nicht mehr ohne Medikamente auskommt, ist es Zeit, an eine Operation zu denken. Bei aktivierter Arthrose, also akutem Reizzustand, geht der Gelenkerguss auch unter Schonung und Krankengymnastik zurück.

Mit welchem Krankenhausaufenthalt muss man bei einem Eingriff rechnen und wie sieht die Zeit danach aus?

Die Patienten bleiben etwa sieben bis zehn Tage in der Akutklinik. Sie müssen auf jeden Fall mobil sein und auch wieder Treppen steigen können, bevor sie in die Reha entlassen werden. Letztere kann ambulant oder stationär erfolgen, wobei die meisten Patienten eine stationäre Reha bevorzugen. 

Es gibt aber auch gute ambulante Einrichtungen, die darauf spezialisiert sind. Die Reha, die ca. 18 Tage dauert und gegebenenfalls auch verlängert werden kann, wird von unserem Sozialdienst organisiert. Danach sehen wir die Patienten etwa sechs Wochen nach dem Eingriff ambulant zur Nachsorge wieder.

Sektion Endoprothetik und Orthopädische Chirurgie
St. Vinzenz-Krankenhaus
Am Frankfurter Tor 25 · 63450 Hanau 
Telefon (0 61 81) 2 72 -3 91 · Fax (0 61 81) 2 72 – 5 90
Sek.uch@vinzenz-hanau.de 

www.vinzenz-hanau.de

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