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m Römer wird nun nach der Wahl alles auf Anfang gesetzt.
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m Römer wird nun nach der Wahl alles auf Anfang gesetzt.

RÖMERBRIEFE

Alles auf Anfang

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Nun ist der richtige Zeitpunkt für unsere Magistratsmitglieder, einen Neustart hinzulegen. Versöhnlich zu sein. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Leppert: Dieser Herr XY ist so ein schlechter Politiker. Der muss zurücktreten. Den schreiben wir weg.

Busch: Ruhig, Georg, ganz ruhig.

Leppert: Und in dem einen Dezernat, die können doch alle nichts …

Busch: Jetzt sei mal still. Die Wahl ist vorbei. Unsere Politikerinnen und Politiker kommen zur Ruhe. Und wir auch.

Alle sind müde, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Der Wahlkampf unter Pandemiebedingungen war hart, die Wahlnacht lang. Auch das Warten auf das Endergebnis zerrte an den Nerven. Es ist Zeit für einen kurzen Moment der Ruhe, bevor es um Konstellationen für die künftige Stadtregierung und Koalitionsgespräche geht. Es ist Zeit, um tief durchzuatmen, bevor die neue Wahlperiode beginnt und alles auf Anfang gesetzt wird. Der richtige Zeitpunkt also für unsere Dezernent:innen und für unseren Oberbürgermeister, einen echten Neustart hinzulegen. Versöhnlich zu sein, von vorne zu beginnen. Wer macht schließlich keine Fehler? Nun mögen manche vielleicht glauben, sie hätten keine Fehler gemacht. Aber wir helfen dem Gedächtnis gerne auf die Sprünge und haben ein paar Ideen, wie alles auf Anfang gesetzt werden könnte.

Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) erlaubt der IGS Nordend, ihre Essensversorgung selbst zu organisieren. Kein Groß- oder Kleinkonzern soll dort mehr kochen, die Schule soll einfach machen, was sie für richtig hält. Sollte ein Caterer dagegen klagen – dafür steht Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) bereit. Der hat bei Gerichtsentscheidungen ein besonders glückliches Händchen. Nicht bei verkaufsoffenen Sonntagen, aber seine Gerichtsbilanz könnte er vielleicht durch die Caterer aufhübschen.

Markus Frank geht beim Neustart überhaupt in die Offensive. Er entschuldigt sich bei den jungen Leuten am Opernplatz für den Spruch, er würde sich über Polizeikontrollen freuen. Er bekommt von den jungen Leuten dafür ein Bier geschenkt. Frank nimmt gleich drei, denn er hat danach einen Termin mit Baudezernent Jan Schneider (CDU) und Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Es wird ein lustiger Termin, das Foto der drei mit ihren Bierflaschen teilt Schneider auf Facebook und schreibt dazu: „Jeder von uns ist ein großer Bierfreund.“ Das ärgert Heilig: „Ich bin eine Bierfreundin!“ Da geht der CDU-Chef ganz tief in sich und denkt noch einmal übers Gendern nach. Mit dem Ergebnis: Ist doch keine so blöde Idee. Und dann schreibt er in eine Pressemitteilung, dass städtische Bedienstete „Formulare, Vordrucke und Internetseiten mit Gender-sternchen oder Schräg- und Unterstrichen zu spicken“ hätten.

Auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) geht in sich – und fährt dann mit dem ehemaligen Dienstwagen seiner Frau auf den Hof des Römers. Damit ihn sich alle anschauen können. Auch Probefahrten sind erlaubt. Kämmerer Uwe Becker (CDU) wagt es, dreht aber nur eine Runde im Hof und springt entsetzt aus dem Auto. „Gemeingefährliche Schrottkiste“, sagt er. „Wer den fährt, sollte noch Geld bekommen.“ Alle sind sich einig, dass man mit dem Auto ein erhöhtes Gehalt braucht. Als Risikozulage.

Nun kehrt Frieden ein in die Kommunalpolitik. Alles ist auf Anfang gesetzt.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter: www.fr.de/roemerbriefe

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