Prof. Dr. med. Ralf Bauer, Facharzt für Radiologie

Moderne Diagnostik am Herzen

CT und MRT sind schonend und genau

Das Herz hat eine große Bedeutung. Es wird jedoch durch viele Risikofaktoren belastet, die im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt führen können. Mit der Computertomographie (CT) und der Magnetresonanztomographie (MRT) gibt es moderne Untersuchungen. Prof. Dr. Ralf Bauer von der RNS Gemeinschaftspraxis im Medicum II wünscht sich, dass sie zu Kassenleistungen werden.

Prof. Bauer, das Herz ist für viele mehr als ein Organ. Es hüpft, wenn wir uns freuen und es schmerzt, wenn wir trauern. Medizinisch gesehen schlägt es täglich rund 100.000 Mal. Was sind die häufigsten Erkrankungen?

Mit Abstand am häufigsten sind die Folgen der summierten Risikofaktoren wie zum Beispiel Rauchen, Übergewicht oder Bluthochdruck, die zu einer Arteriosklerose führen können. Dabei wird durch Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen der Blutfluss in den Herzmuskel behindert. Ist dieser Fluss unterbrochen, sprechen wir vom Herzinfarkt.

Sie als Radiologe haben mehrere Tausend Untersuchungen am Herzen gemacht. Wann ist eine Computertomographie (CT) nötig?

Die CT führen wir durch, wenn unklar ist, ob die Schmerzen des Patienten von eingeengten Herzkranzgefäßen kommen. Wir sehen Ablagerungen und Engstellen in den Herzkranzgefäßen. So können wir frühzeitiger als mit anderen Methoden eine koronare Herzkrankheit nachweisen und der Kardiologe früh die richtige Therapie beginnen.

Was erwartet die Patienten bei der Untersuchung?

Über die Vene spritzen wir ein Kontrastmittel, das bei vielen ein harmloses Hitzegefühl auslöst. Dann halten die Patienten zehn Sekunden die Luft an, in denen wir das Herz abbilden. Direkt im Anschluss besprechen wir das Ergebnis mit den Patienten und informieren den behandelnden Arzt.

Wann ist eine Magnetresonanztomographie (MRT) sinnvoll und wie läuft die Untersuchung ab?

Die MRT bildet mit starken Magnetfeldern, ohne Strahlung, die Durchblutung und Pumpleistung des Herzens ab. Hier sehen wir, ob der Herzmuskel erkrankt ist, ob etwa eine Herzmuskelentzündung vorliegt. Für Patienten, die mit belastungsabhängigen Schmerzen kommen, können wir mit Medikamenten die Belastung nachstellen. Das fühlt sich dann so an, als ob sie mit vollen Einkaufstaschen in den zehnten Stock hochlaufen.

In Deutschland werden weltweit die meisten Herzkatheter-Untersuchungen durchgeführt. Andere Länder setzen bei der Diagnose von Herzerkrankungen verstärkt auf die CT. Warum ist sie bei uns nicht die erste Wahl?

CT und MRT sind in Deutschland keine Kassenleistung, also bis jetzt nur Privatversicherten und Selbstzahlern zugänglich. In Großbritannien muss, auf Maßgabe nationaler Ebene, seit zwei Jahren das Herz-CT die erste Untersuchung sein, um Thoraxschmerzen abzuklären. Ich würde mir wünschen, dass diese extrem genauen und schonenden Methoden auch bald bei uns zur Kassenleistung werden. So könnten wir endlich allen Patienten eine zeitgerechte und nicht-invasive Diagnostik anbieten.

Kontakt:

Prof. Dr. med. Ralf Bauer
Facharzt für Radiologie
RNS Gemeinschaftspraxis
Medicum II
Frankfurter Straße 42
65189 Wiesbaden

Tel.: (0611) 56589-1600
E-Mail: medicum@rns-wiesbaden.de
Web: www.rns-wiesbaden.de

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