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Priv.-Doz. Dr. med. Isabella M. Mehling

Rückenschmerzen ist Volksleiden der Deutschen

Konservative Therapie bringt häufig Erfolg

Rückenschmerzen sind eines der häufigsten Leiden der Deutschen. Sie können durch einen bestimmten Auslöser oder auch ohne ersichtlichen Grund auftreten. In den meisten Fällen helfe bereits eine konservative Therapie und viel Bewegung, sagt Dr. Isabella M. Mehling vom St. Vinzenz-Krankenhaus in Hanau.

Frau Dr. Mehling, im MVZ am St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau arbeiten Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie eng zusammen. Was sind die Vorteile dieser Kooperation? 

Etwa 85 Prozent der Bevölkerung leiden irgendwann in ihrem Leben unter Rückenschmerzen. Diese können unspezifisch oder spezifisch sein und müssen entsprechend behandelt werden. Sowohl in der Diagnostik als auch in der Behandlung ist es wichtig, dass Orthopäden und Chirurgen engmaschig zusammenarbeiten, um die individuell beste Therapie für den jeweiligen Patienten zu finden – so wie dies in unserem MVZ der Fall ist.

Was ist der Unterschied zwischen unspezifischen und spezifischen Rückenproblemen? 

Von einem spezifischen Rückenschmerz spricht man, wenn eine genau definierte Ursache vorliegt wie zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall. Bei unspezifischen Rückenschmerzen hingegen sind keine Auslöser zu finden, welche die Beschwerden erklären. 

Wie gehen Sie bei der Diagnostik vor? 

In unserem MVZ gilt der Grundsatz: nicht sofort röntgen, sondern zunächst eine sorgfältige Anamnese durchzuführen mit Untersuchung. Röntgenbilder und Beschwerden müssen durchaus nicht übereinstimmen. Es können Schmerzen bestehen, ohne dass röntgenologisch etwas auffällig ist, während andererseits Veränderungen an der Wirbelsäule als Zufallsbefund zu sehen sind, obwohl der Betroffene überhaupt keine Beschwerden hat. Beim Gespräch klären wir ab, wie lange der Schmerz bereits besteht, wie genau er sich äußert und ob es Auslöser gibt. Es gibt sogenannte ‚Red Flags‘, also Warnhinweise, die auf bestimmte Erkrankungen hindeuten können. Erst wenn das nicht reicht, veranlassen wir weitere Untersuchungen wie Röntgen oder MRT. 

Wie geht es weiter bei unspezifischen Schmerzen? 

Zunächst einmal können wir den Patienten beruhigen, denn unspezifische Rückenschmerzen verschwinden mit konservativer Therapie zu 90 Prozent innerhalb von sechs Wochen. Bewegung ist dabei das A und O. Sie trägt ganz wesentlich zur Schmerzreduktion bei. Sehr wichtig ist auch die Kräftigung der Muskeln. Medikamente können anfangs helfen, sollten aber nur kurzfristig und möglichst niedrig dosiert eingenommen werden. Auch Yoga und Pilates können unterstützen ebenso wie Akupunktur. Wichtig ist aber, dass der Patient versteht, dass er selbst zu seiner Gesundung beitragen muss und aktiv wird. Wir setzen sehr auf Prävention!

Kontakt: 

Priv.-Doz. Dr. med. Isabella M. Mehling
Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie
St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau
Medizinisches Versorgungszentrum
Am Frankfurter Tor 19 (Zugang über Sternstraße)
63450 Hanau

Tel.: (06181) 24637
Fax: (06181) 24648

E-Mail: info@vinzenz-hanau.de
Web: www.vinzenz-hanau.de/mvz

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