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Verschworener Haufen. Foto AFP
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Verschworener Haufen. Foto AFP

EM-Auftakt

Nicht zu unterschätzen - die Türkei will es wissen

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Trainer Senol Günes hat das türkische Nationalteam umgekrempelt - sie sind jung, selbstbewusst und wissen, was sie können.

Unsere Kinder werden Geschichte schreiben. So lautet eine Zeile des Pop-Rap-Songs des türkischen Superstars Mustafa Sandal, der pünktlich vor der Europameisterschaft erschienen ist. Er soll die „milli takim“, die Nationalmannschaft, weit durch das Turnier tragen und die fußballverrückte Bevölkerung auf das Turnier einstimmen. Der Glaube und das Vertrauen in die Mannschaft von Trainer Senol Günes vor dem Eröffnungsspiel in Rom gegen Italien am heutigen Freitag (21 Uhr) ist im Land riesig. Die erfolgreiche EM-Qualifikation mit vier Punkten aus den Partien gegen Frankreich sowie der gute Start in die WM-Qualifikation mit Siegen gegen die Niederlande und Norwegen hat auch große Erwartungen geschürt.

„Für mich ist außer dem Weiterkommen viel wichtiger, dass wir guten Fußball spielen, der auch von der Öffentlichkeit geschätzt wird“, sagt Günes, der die Türkei bei der WM in Japan und Südkorea 2002 auf den dritten Platz geführt hat. Der mittlerweile 69-Jährige hat in seiner zweiten Amtszeit als Nationaltrainer eine familiäre Atmosphäre rund um die Mannschaft geschaffen und das Team umgekrempelt. Die Türkei stellt mit 24,58 Jahren das jüngste aller 24 Teams. Nur Kapitän und Stürmerstar Burak Yilmaz (35) vom französischen Meister OSC Lille und Ersatzkeeper Mert Günok (32) sind über 30 Jahre alt. Günes legt sehr viel Wert auf die Entwicklung des eigenen Spiels. Defensive Stabilität ist dabei das oberste Gebot.

Die Innenverteidiger Caglar Söyüncü (Leicester City), einst beim SC Freiburg, und Merih Demiral (Juventus Turin) bilden das Bollwerk, das in der EM-Quali nur drei Tore zugelassen hat. Als Ersatz steht noch der von Schalke an den FC Liverpool verliehene Ozan Kabak bereit. Vor der Abwehr agieren Okay Yokuslu (Celta Vigo) und Ozan Tufan (Fenerbahce Istanbul). Für offensive Glanzlichter soll der ehemalige Bundesligaprofi und Standardspezialist Hakan Calhanoglu (AC Mailand) zusammen mit Yusuf Yazici (OSC Lille) sorgen und Stürmer Yilmaz füttern. Nur der ehemalige Frankfurter Stürmer Cenk Tosun (Besiktas Istanbul) fehlt verletzt, ansonsten kann Günes aus dem Vollen schöpfen.

„Wir haben keine Generation erwischt, sondern sie ausgesucht“, betont Günes. In den vergangenen zwei Jahren hat er eine Vielzahl von Talenten ins A-Team berufen, um den sportlichen Wettbewerb hochzuhalten. Denn er wünscht sich bei einer Bevölkerung von 83 Millionen Menschen einen Pool von deutlich mehr Spielern zum Auswählen. Gerade in der türkischen Süperlig bleibt der Weg für junge Talente durch das kurzfristige Denken der Klubs oft versperrt.

Söyüncü, Demiral, Kabak, Cengiz Ünder (Leicester City) oder Zeki Celik (OSC) sind schon früh ins Ausland gewechselt, um Erfahrung zu sammeln. Was den türkischen Spielern fehlt, ist die Erfahrung aus internationalen Spielen auf allerhöchstem Niveau, da niemand in der Champions League und nur wenige in der Europa League gespielt haben. Gerade gegen stärkere Nationen hat die Türkei bewiesen, dass sie mithalten kann und gerade bei Kontern brandgefährlich ist. Gegen aggressiv und tief stehende Mannschaften hingegen, tut sich das Team schwer, es verliert zu schnell die Nerven. In der WM-Qualifikation gab es ein 3:3 gegen Lettland. Auch in der Nations League ist die Türkei in einer Gruppe mit Ungarn, Serbien und Russland nur Vierter geworden. Eine kleine Delle, die dem Team geholfen hat, ist Günes überzeugt.

Zwei Heimspiele in Baku

Die Türkei setzt neben dem Vertrauen in die eigene Stärke auf den Spirit, der so ein Turnier entfachen kann. Sie werden ihre zwei anderen Gruppenpartien gegen Wales und die Schweiz in Baku vor 34 500 Zuschauer:innen spielen können, zwei Heimspiele beim aserbaidschanischen Nachbar. Und danach soll es weit gehen, um Geschichte zu schreiben. Wobei Senol Günes es lieber hat, wenn sein Team „die Zukunft schreibt“. Der Erfolg soll den Weg für die nächste Generation ebnen.

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