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Jogi Löw
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Bundestrainer Joachim Löw verzweifelte an der Seitenlinie.

Europameisterschaft

Löws Joker enttäuschen – Frankreich zeigt DFB-Elf die Grenzen auf

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Die eingewechselten Sané, Werner und Volland bleiben beim EM-Auftakt der DFB-Elf fast alles schuldig – so bringt das nichts.

München – Was tut ein Trainer, wenn seine Mannschaft bei der EM 2021 eine Viertelstunde vor Schluss 0:1 zurückliegt und zu selten für Gefahr im gegnerischen Strafraum sorgt? Er wechselt aus und hofft, dass die Joker stechen. Vielleicht hätte Joachim Löw schon zur Pause reagieren sollen, denn Kai Havertz hatte wenig überzeugen können. Aber der Bundestrainer wollte dem Helden des Champions-League-Finals nicht in einem Zug all das schöne Selbstvertrauen wieder nehmen, das sich Havertz in einer komplizierten Auftaktsaison beim FC Chelsea gerade erst mühevoll erworben hat. Eine nachvollziehbare Überlegung. Immerhin steigerte sich der 21-Jährige später um Nuancen, insgesamt reichte es aber bei weitem nicht, um die Franzosen vor akute Probleme zu stellen.

Das schafften aber auch die eingewechselten Offensivleute nicht. Sowohl Leroy Sané als auch Timo Werner, die jeweils 22 Minuten spielten, sowie in den letzten acht Minuten Kevin Volland zeigten einige verstörende Aktionen. Lediglich Emre Can, ein Defensiver, für den Mats Hummels noch in letzter Verzweiflung als Brechstange nach vorne beordert wurde, machte seine Sache ordentlich.

EM 2021: Löw wechselt Offensivtrio gegen Frankreich ein

Löw suchte mit Blick auf das eingewechselte Offensivtrio nach Erklärungen für die Öffentlichkeit: „Man kann sagen: Okay, die Einwechselspieler kamen nicht so gut ins Spiel wie erhofft. Aber Frankreich ist eben stark, sie standen nach dem Vorsprung sehr tief, da bekommt man wenig Räume, das ist einfach so.“ Intern wird der Bundestrainer sicher konkretere Kritik üben. Denn was er von Werner, Sané und Volland gesehen hatte, war denn doch deutlich zu karg.

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Dass Hummels am Ende den Mittelstürmer geben musste, wie schon beim WM-Aus gegen Südkorea vor drei Jahren, offenbart ein grundlegendes Problem: Löw hat keinen typischen kopfballstarken Strafraumstürmer im Kader, auch keinen klassischen Joker, der sofort auf Betriebstemperatur kommt. Nils Petersen hatte der Bundestrainer eigens vor der WM 2018 gewogen – und für zu leicht befunden. Der Freiburger wurde aus dem endgültigen Kader gestrichen.

EM 2021: Auftakt der DFB-Elf – ein Versuch mit Irrtum

Mit Timo Werner, Leroy Sané und Kevin Volland für Serge Gnabry, Kai Havertz und Robin Gosens kamen gegen Frankreich andere Namen aufs Feld, aber keine neuen Elemente. Zumal Volland, der dem Typ Mittelstürmer noch am nächsten kommt, auf der Gosens-Position links sichtlich überfordert wirkte. Eine Flanke ins Niemandsland (nach Sanés bester Szene) und ein Kopfball ins Toraus blieben in Erinnerung. Volland war schlicht im falschen Bereich des Platzes tätig. So bringt das nichts.

Eine mehr als dürftige Leistung: Kevin Volland kann als Einwechselspieler nicht überzeugen, spielte aber auch auf ungewohnter Position.

Timo Werner, der in der 74. Minute Gnabry ersetzte, blieb alles schuldig, was Löw sich von ihm erhofft hatte. „Ich werde versuchen, meine Chance von der Bank zu nutzen“, hatte Werner zuvor versprochen. Es blieb beim Versuch mit Irrtum. Werner verlor Bälle, die man nicht verlieren darf, er spielte Pässe, die man so nicht spielen darf, er war ein Negativ-Faktor im lahmenden Endspurt. Hinterher ist man immer schlauer, aber Gnabry hätte besser weitergespielt. (Jan Christian Müller)

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