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Botschaft angekommen: Ginge es nach Ilkay Gündogan, würde Leroy Sané (links) auf jeden Fall spielen. Ob das Jogi Löw auch so sieht?
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Botschaft angekommen: Ginge es nach Ilkay Gündogan, würde Leroy Sané (links) auf jeden Fall spielen. Ob das Jogi Löw auch so sieht?

Erstaunlicher Auftritt von Gündogan

Gündogans Plädoyer

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der Mittelfeldspieler fordert in aller Offenheit den altem Kumpel Sané und mehr Offensive gegen Portugal.

Es war ein erstaunlich offensiver Auftritt von Ilkay Gündogan. Im doppelten Sinn. Denn der 30-Jährige warb nach der Niederlage zum EM-Auftakt offensiv für Leroy Sané und für mehr Sturm und Drang im deutschen Spiel. Gündogan selbst hatte auf dem Platz an der Seite des starken Toni Kroos eine eher durchwachsene Licht-und-Schatten-Vorstellung gegeben. Die hinterher in der virtuellen Mixed Zone geriet umso klarer in der verbalen Aktion. Zugespitzt interpretiert konnte man das auch als Kritik am Bundestrainer begreifen. Oder zumindest als deutliche Aufforderung.

Denn selten zuvor hat man einem deutschen Nationalspieler zugehört, der derart deutlich den Einsatz eines Teamkollegen vorschlug: den von Leroy Sané. Gündogan kennt den Bruder Leichtfuß aus gemeinsamen Zeiten bei Manchester City. Die beiden wohnten sogar im selben Apartmenthaus, Gündogan unterstützte den jungen Sané in allen Bereichen des Lebens, natürlich auch auf dem Fußballplatz. Er weiß um die sensible Seele des 25-Jährigen.

Und er weiß, wozu Sané fähig ist, wenn er die Rückendeckung des Trainers spürt. Bei City spielte Sané in seinen ersten drei Jahren unter Pep Guardiola regelmäßig, meist auf dem linken Flügel, ehe er das Vertrauen des Katalanen zunehmend verlor. „Er ist ein Spieler, der sich nicht leicht tut reinzukommen. Er muss generell das Selbstverständnis haben zu spielen, dann ist er unglaublich“, sagte Gündogan, „er ist ein Spieler, der Rhythmus braucht und gebraucht werden will.“ Und der „sich nicht leicht tut, wenn er eingewechselt wird“. Gegen Frankreich war das gut zu erkennen (siehe auch weiteren Artikel auf dieser Seite).

Offene Worte

Zu sehen gewesen war zuvor aber auch, dass Startelfspieler Kai Havertz, den der Bundestrainer Sané knapp vorgezogen hatte, nur sehr schwer auf Touren kam. Anfangs offenbar aus Nervosität, letztlich mangelte es dem 21-Jährigen aber auch an Zielstrebigkeit und Klarheit. Bei einer sehr guten Umschaltgelegenheit verlor er den Ball gegen N’Golo Kanté, Löw quittierte den Zweikampf in seiner Coachingzone verärgert, beließ Havertz aber dennoch zu lange auf dem Spielfeld. Sané kam erst nach 74 Minuten.

Für die Partie am Samstag gegen Portugal fordert Gündogan grundsätzlich mehr Wucht: „Ich erhoffe mir, dass wir mehr nach vorne spielen und mehr Chancen kreieren. Weil wir es können und eine Mannschaft sind, die offensiv denkt.“ Das war gegen die konterstarken Franzosen phasenweise aus Respekt etwas verschütt gegangen.

Der englische Meisterspieler hörte sich verdächtig danach an, als plädiere er für ein System mit einem Mittelfeldspieler mehr und einem Innenverteidiger weniger: „Ich weiß nicht, was im Kopf des Trainers vorgehen wird. Ob sich an der Formation etwas ändern wird. Wir haben zwei Systeme, die wir gut spielen können.“ Deutlicher kann ein Fußballprofi kaum formulieren, wie er selbst die Frage beantworten würde.

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