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Hatten allen Grund zur Freude: italienische Anhänger in München.
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Hatten allen Grund zur Freude: italienische Anhänger in München.

Italien - Belgien

EURO 2021: Italien stürmt ins Halbfinale

Italien untermauert bei der Europameisterschaft seinen Status als Topfavorit und schickt die deprimierten Belgier nach Hause.

München - Die Reise der „neuen“ Squadra Azzurra geht weiter, und nach dem Schlusspfiff ertrank München im italienischen Jubel. Hüpfende Grüppchen in Blau bildeten sich auf dem Rasen, die Tifosi schrien ihre Freude heraus, die Profis warfen Trikots und sogar Hosen auf die Ränge - Italien hatte auch das hochklassige Favoriten-Duell mit Belgien gewonnen und hält Kurs auf den ersten EM-Titel seit 53 Jahren.

Im wohl besten Spiel der EM 2021 gewannen die Italiener mit 2:1 (2:1) und treffen nun am 6. Juli im Londoner Wembley-Stadion auf Spanien. „Wir haben diesen Sieg voll verdient. Meine Spieler waren außerordentlich. Wir haben in den letzten zehn Minuten gelitten, weil wir wirklich müde waren. Vielleicht hätten wir sogar mehr Tore erzielen können“, sagte Trainer Roberto Mancini dem italienischen Rundfunksender RAI. „Unser Weg ist noch weit, uns stehen noch zwei Spiele bevor.“

Italien - Belgien: Beide Teams offensiv ausgerichtet

Mancinis Mannschaft ist seit 32 Länderspielen ungeschlagen und muss spätestens jetzt als Topfavorit auf den Titel gelten. Nicolo Barella (31.) und Lorenzo Insigne (44.) schossen Italien ins erste EM-Halbfinale seit 2012, Romelu Lukaku (45.+2) sorgte per Foulelfmeter für Spannung. Doch die „goldene Generation“ der Belgier wird weiterhin ohne Titel bleiben. Die EM verabschiedet sich damit aus München, 12.985 Zuschauer sahen das letzte Spiel in der Allianz Arena - es war ein würdiger Ausstand.

Beide Mannschaften suchten die Offensive, Belgien kam nach nicht einmal einer Minute zum ersten gefährlichen Abschluss durch Lukaku. Überhaupt waren die Roten Teufel zu Beginn noch etwas zielstrebiger, es traf allerdings Italien.

Leonardo Bonucci beförderte den Ball nach einem Freistoß ins Tor, die Tifosi feierten, der Stadionsprecher sagte den Schützen durch, nur Trainer Mancini saß reglos auf seiner Bank - er ahnte es wohl schon: Der Video-Assistent entdeckte die Abseitsstellung von Vorbereiter Giorgio Chiellini, der Treffer zählte nicht.

Italien mit mehr Struktur im Spiel

Kapitän Chiellini war nach seiner Verletzungspause in die Verteidigung zurückgekehrt, und er hatte weiterhin viel zu tun. Kevin De Bruyne (22.) und Lukaku (26.) brachen durch und schlossen ab, Gianluigi Donnarumma hielt jeweils stark. Um De Bruynes Einsatz hatte Belgien wegen einer Knöchelblessur lange bangen müssen, der Spielmacher stand dann aber doch in der Startelf. Kapitän Eden Hazard (Oberschenkel) saß dagegen nicht mal auf der Bank.

Die Italiener wurden mit zunehmender Spielzeit dominanter, mit starkem Positionsspiel fanden sie Lücken, mit aggressivem Gegenpressing sorgten sie für Fehler der Belgier. So auch vor dem Führungstreffer: Einen Fehlpass von Jan Vertonghen nutzte letztlich Barella.

Bis zur Pause blieb es ein wildes Spiel. Insigne traf sehenswert per Schlenzer, dann entschied Schiedsrichter Slavko Vincic (Slowenien) auf einen umstrittenen Foulelfmeter für die Belgier: Giovanni Di Lorenzo hatte Jeremy Doku gerempelt, der nahm das Angebot an und fiel - Lukaku verwandelte.

Die Italiener schimpften noch auf dem Weg in die Kabine, kamen allerdings mit kühlem Kopf wieder heraus: Sie blieben die strukturiertere Mannschaft und setzten keineswegs bloß auf Verteidigung des Vorsprungs. Bei den Belgiern, in der Zentrale an diesem Abend unterlegen, fehlte oft die Bindung zwischen Abwehr und Angriff.

Die individuelle Klasse sorgte dennoch für einige weitere Chancen, De Bruyne bediente Lukaku im Fünfmeterraum, Leonardo Spinazzola rettete mit dem Oberschenkel - und feierte die Aktion wild mit seinen Kollegen (61.). Knapp zehn Minuten später verpasste Lukaku aus ähnlicher Position knapp per Kopf, es blieb ein völlig offenes Spiel. (Marco Mader, SID)

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