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Deutschlands nächster Gegner

EM 2021: Cristiano Ronaldo geht gegen Deutschland auf Rekordjagd

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Der portugiesische Superstar ist noch lange nicht fertig. Ein Unterfangen, das auch dem Löw-Team Kummer bereiten könnte.

Gleich hinter dem Illovszky-Rudolf-Stadion in Budapest steht eine Statue des Namensgebers für die Spielstätte des ungarischen Traditionsvereins Vasas Budapest. Nun war Rudolf Illovszky keine Koryphäe des Weltfußballs, gewiss nicht, drei Länderspiele für Ungarn nur, aber die Verdienste als langjähriger Spieler und Manager haben gereicht, dem 2008 verstorbenen Mann ein Denkmal zu setzen, an dem die portugiesischen Nationalspieler leider nie vorbeikommen. Sie betreten ihr sehr feines Trainingsstadion in einem nicht sonderlich schönen Bezirk der ungarischen Hauptstadt ausschließlich über den weiträumig abgesperrten Haupteingang.

Am Tag nach dem 3:0 gegen Ungarn veranstalteten die Ersatzkräfte auf dem gepflegten Rasen ein munteres Spielchen auf vier kleine Tore. Stammkräfte wie Bruno Fernandes, Bernardo Silva, Torschütze Raphael Guerreiro oder Torwart Rui Patricio setzten sich auf die Spinning-Räder am Spielfeldrand. Beine lockern in der prallen Sonne. Einen suchten die Objektive der Fotografen aber vergebens: Cristiano Ronaldo. Der Strahlemann des Auftaktspiels war im feudalen Teamhotel auf der Margareteninsel geblieben. Individuelle Pflege für den Superstar, dem die Körperertüchtigung im kleinen Stadion eines ungarischen Zweitligisten erspart blieb.

Cristiano Ronaldo - Noch kein Tor gegen DFB-Elf

Ronaldo, der Ausnahmekönner, bevorzugt eben die große Bühne und tritt immer noch am liebsten vor Publikum auf, das ihn erst auspfeift – und am Ende doch bewundert. Sein später Doppelschlag beim Auftakt Portugals in die EM 2021 in der Puskas-Arena war der nächste Beleg: Noch immer ist „CR7“ nicht nur eine Marke, sondern auch der Maßstab. Auch wenn die Menge auf den Rängen jeden gewonnenen Zweikampf gegen ihn bejubelte, bekam der 36-Jährige am Ende doch wieder, was er wollte. Tore nach einem Foulelfmeter (87.) und Sololauf (90.+2) brachten ihm die obligatorische Kür zum „Spieler des Spiels“ ein, bei der Ronaldo mit allerlei Plattitüden aufwartete: „Es war wichtig, gut zu starten und Selbstvertrauen zu tanken. Nun wollen wir das fortsetzen und das nächste Spiel gewinnen.“

Trifft, wie er will: Cristiano Ronaldo.

Das nächste Spiel ist: Am Samstag gegen Deutschland. Ein Gegner, mit dem Ronaldo noch einige Rechnungen offen hat, wer an die peinliche Abreibung zum WM-Auftakt 2014 (0:4) oder das dramatische EM-Viertelfinalaus 2008 (2:3) denkt. Sein Geltungsdrang scheint gerade ausgesprochen groß. Dass der Modellathlet von der Blumeninsel Madeira auch im fortgeschrittenen Alter alles mitbringt, um in München den Spielverderber zu mimen, ist unbestritten – auch wenn ein Treffer gegen die DFB-Auswahl ihm erstaunlicherweise noch fehlt.

EM 2021: Cristiano Ronaldo ist noch lange nicht fertig

Ronaldo aber ist noch lange nicht fertig mit seiner Karriere; diese Botschaft aus Budapest ist in der Welt angekommen. Mit nunmehr elf EM-Toren in fünf Turnieren zwischen 2004 und 2021 hat er dem Franzosen Michel Platini den Rekord entrissen. Für sein Land kommt er bei sagenhaften 176 Einsätzen jetzt auf 106 Treffer, womit der Weltrekord des ehemaligen Bundesligaspielers Ali Daei wackelt, der sich mit 109 Toren für den Iran in den Annalen hält. Und dann ist da ja noch die Mission EM-Titelverteidigung, die den divenhaften Schlüsselspieler antreibt, der 2016 früh im Finale ausgewechselt werden musste.

Dabei braucht es Ronaldo doch eigentlich immer bis zum Schluss, wenn Kraft und Konzentration gegnerischer Abwehrreihen schwinden. Enge Wegbegleiter erzählen rund ums feudale Basiscamp, dass ihn eine extreme Motivation antreibt. Dazu passte auch sein Social-Media-Statement: „Man muss wissen, wie man leidet und bis zum Ende mit aller Kraft kämpft. Die Europameisterschaft ist eine Luxusbühne, auf der nur die Besten der Besten sind.“ Die kickende Ikone hat diesen besonderen Spirit wohl auch deshalb ins Turnier gebracht, weil längst nicht mal sicher ist, ob er wirklich seinen bis 2022 laufenden Vertrag bei Juventus Turin erfüllt. Er schoss zwar die meisten Tore, so furchtbar zufrieden waren die Tifosi aber nicht mit dem Portugiesen.

Cristiano Ronaldo bleibt bescheiden

Die Fragen nach seiner Zukunft erreichten Ronaldo am Tag vor dem Ungarn-Spiel auf virtuellem Wege. „Wenn ich 18 oder 19 wäre“, beschied er mit leicht süffisantem Unterton, „würde ich wahrscheinlich nachts nicht schlafen können und über meine Zukunft nachdenken.“ Was auch immer komme, werde gut sein, sagte er leicht nebulös. „Der Fokus liegt jetzt auf der Nationalmannschaft.“ Er weiß, dass sich alles andere von selbst ergibt. Und dafür tut er viel. Selbst wenn er sich das Auslaufen auf dem Trainingsplatz spart. (Frank Hellmann)

Rubriklistenbild: © AFP

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