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Ein Corona-Testzentrum in der Nähe von Magdeburg.
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Ein Corona-Testzentrum in der Nähe von Magdeburg.

Behandlung

Extra Praxen für Covid-Patientenin Hessen

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Covid-Patienten in Hessen finden auch in 50 Schwerpunktpraxen Hilfe. Sie kooperieren mit den Kliniken .

Wer mit Corona infiziert ist und es merkt, sucht fast immer zunächst Hilfe beim Hausarzt. Denn vier von fünf Verläufen sind laut Robert-Koch-Institut milde. In Hessen haben Kassenärzte deshalb ein Netz von 50 Schwerpunktpraxen gebildet, die diese Patienten behandeln können. Die Vermittlung erfolgt über den Hausarzt oder die Telefonnummer des Ärztlichen Bereitschaftsdiensts 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen.

Angeschlossen ist die ambulante Versorgung an das seit Jahren in den Leitstellen eingesetzte digitale Informationssystem Ivena, an das auch alle hessischen Krankenhäuser ihre freien Kapazitäten an die Rettungssanitäter melden. Es sei dafür erweitert worden, sagt KV-Vorstand Eckard Starke im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Der Vorteil: In niedergelassenen Arztpraxen sinkt das Risiko sich anzustecken. Kranke finden an der richtigen Stelle schnell und kompetent Hilfe. Und die Kliniken werden entlastet. „Die meisten Patienten“, vermutet Starke, „werden aber weiterhin von ihrem vertrauten Arzt behandelt.“ In rund 400 Praxen sei das der Fall, meist in speziellen Infektsprechstunden.

In Zeiten der Pandemie verschwimmen die Grenzen zwischen der ambulanten und stationären Versorgung. Kassenärzte, Krankenhäuser, öffentlicher Gesundheitsdienst und Sozialministerium haben ein Versorgungsmodell entwickelt, das auch ein Modell für die Post-Corona-Zeit sein solle, sagt KV-Vorstand Starke: Die Schwerpunktpraxen und der Anschluss an Ivena greifen Teilen des integrierten „Notfallkonzepts“ vor, das KV und Hessische Krankenhausgesellschaft gemeinsam erarbeitet haben, im Sommer soll es vorgestellt werden.

Ziel ist es, Patienten besser zu steuern, damit Menschen mit Banalerkrankungen nicht die Notfallambulanzen in den Krankenhäusern blockieren. „Das Modell stößt auch in vielen anderen Bundesländern schon auf großes Interesse“, berichtet Starke.

Die KV betreibt zudem 15 Corona-Testzentren in Hessen. Die Situation hat sich dort mittlerweile entspannt. Die Zahl sei um die Hälfte auf rund 600 Tests pro Tag gesunken und die Bevölkerung kenne die Zugangsbedingungen des Robert-Koch-Instituts. „Wir brauchen keine Polizei mehr“, sagt Starke. Gemeinsam mit der AOK und dem öffentlichen Gesundheitsdienst sei auch ein Weg gefunden, wie sämtliche Getesteten über ihr Ergebnis informiert würden. Wegen des aufwendigen Datenschutzes wurde zeitweise nur die positiv Getesteten benachrichtigt. Das Problem der fehlenden Schutzkleidung sei ebenfalls zumindest einigermaßen gebannt, teilte Starke mit. Die KV sei zwar nicht dafür zuständig, aber: „Wir können jetzt 1000 Pakete pro Tag ausliefern.“

Die KV unterstützt Kollegen, die keine Hausbesuche machen können oder wollen, außerdem mit einem Fahrdienst. „Es geht darum, dass sie nicht überfordert werden.“ Die Schwerpunktpraxen für die milden Fälle sind ebenfalls ein Zusatzangebot. Organisiert werden sie regional von der Ärzteschaft selbst. Nach Bedarf werden die Hausärzte unterstützt von niedergelassenen Kardiologen und Pneumologen. Geöffnet ist ebenfalls nach Bedarf.

Und noch einen Fortschritt hat Starke zu verkünden: Nachdem die 116 117 in den ersten Wochen der Krise mit Anrufen geflutet worden war, ist sie jetzt wieder erreichbar.

Ein Covid-Guide hilft, bei Beschwerden und Unsicherheiten eine qualifizierte Ersteinschätzung vornehmen zu können: www.116117.de/de/coronavirus.

Service und Hilfe

Die hessische Landesregierung beantwortet Fragen, die per E-Mail gestellt werden. Die Adresse lautet: buergertelefon@stk.hessen.de.

Die hessenweite Telefon-Hotline ist unter 0800 / 555 466 6 täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar. Das Sozialministerium unter https://soziales.hessen.de.

Aktuelle Informationen sendet die Landesregierung über die Messengerdienste Telegram und Threema. Anleitung zur Anmeldung unter www.corona.hessen.de.

Beratungen bietet die Kassenärztliche Vereinigung Hessen unter der hessenweit gültigen Nummer 116 117. Die Gesundheitsämter helfen ebenfalls weiter.

Die Gruppe „Solidarisch trotz Corona“ bietet unter eine Nachbarschafshotline für die Stadtteile an. Bisher sind acht Rufnummern eingerichtet, weitere folgen. https://www.corona-soli-ffm.org.

Das Bistum Limburg organisiert Hilfe in einem Netzwerk. Die Hotline ist unter 06431 / 295 855 oder per E-Mail unter uns-schickt-der-himmel@bistumlimburg.de zu erreichen. Weitere Informationen auf der Webseite des Netzwerks www.hilfe-netzwerk.bistumlimburg.de.

Bundesweites Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen unter 08000/116 016.

Kinder- und Jugendschutztelefon des Jugend- und Sozialamtes der Stadt Frankfurt 0800/20 10 111.

Der Frankfurter Kinderschutzbund berät Familien unter der Nummer 0800/66 46 969 zur „Corona-Zeit mit Kind“ von Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr.

Die Verbraucherzentrale Hessen berät montags bis donnerstags kostenlos von 10 bis 17 Uhr unter 069/ 255 10 550 zu den Einschränkungen des öffentlichen Lebens während der Corona-Krise. 

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