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In Frankfurt protestieren erneut „Querdenker:innen“ gegen die Corona-Maßnahmen.
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In Frankfurt protestieren erneut „Querdenker:innen“ gegen die Corona-Maßnahmen.

#ffm1112

Corona-Protest trotz Verbot: 200 „Querdenker“ in Frankfurt

  • VonMirko Schmid
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  • Katja Thorwarth
    Katja Thorwarth
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In Frankfurt versammeln sich Kritiker:innen der Corona-Maßnahmen auf dem Rathenauplatz. Zu Gewalt wie in der Vorwoche kommt es nicht.

Update vom Sonntag, 12.12.2021, 09.25 Uhr: Nach den Demonstrationen in Frankfurt, darunter auch eine Versammlung auf dem Rathenauplatz von „Querdenker:innen“ spricht die Polizei in der Spitze von rund 200 Teilnehmer:innen. Es sei weitestgehend friedlich geblieben. „Für alle Versammlungen galten diverse Auflagenverfügungen – diese wurden fortwährend überprüft und überwiegend eingehalten“, hieß es von der Polizei Frankfurt.

Hier ist hinzuzufügen, dass es zu zahlreichen Verstößen von Leuten kam, die weder Abstand hielten, noch Maske getragen haben. Die „Querdenker:innen“ wollen wohl wieder in Frankfurt demonstrieren.

Corona-Protest trotz Verbot: Kundgebung beendet

+++ 19.10 Uhr: Auf Twitter berichten Gegendemonstrierende, dass die Stimmung zum Ende der Kundgebung hin rauer geworden sein soll. Aus Kreisen der Teilnehmenden der Kundgebung „Frankfurt 5G-frei“ soll es zu Pöbeleien gekommen sein.

Inzwischen ist die Veranstaltung laut der Veranstaltungsleitung aufgelöst, die Kritiker:innen der Corona-Maßnahmen haben angekündigt, wiederkommen zu wollen. Zu erwähnenswerten Vorfällen kam es nach aktuellem Kenntnisstand nicht, sowohl die Teilnehmenden der eigentlichen Kundgebung als auch die Gegendemonstrierenden blieben friedlich.

+++ 17.42 Uhr: Laut übereinstimmenden Augenzeugenberichten geht die Polizei gegen den von der Antifa organisierten Gegenprotest vor, dieser soll trotz Anmeldung verlegt worden sein, anschließend löste die Antifa ihre Gegenkundgebung auf. Viele der an der Kundgebung „Frankfurt 5G-frei“ teilnehmende Kritiker:innen der Corona-Maßnahmen verstoßen gegen die Auflagen, tragen keine Masken und halten keinen Abstand. Bisher hat die Polizei diesbezüglich nicht konsequent eingegriffen.

+++ 17.18 Uhr: Eine erste Versammlung der „Querdenker“ in Frankfurt wurde bereits aufgelöst. Gegenüber der Frankfurter Rundschau bestätigte ein Sprecher der Frankfurter Polizei, dass sich rund 60 bis 80 Personen am Reuterweg in Nähe des Rothschildparks eingefunden hatten, obwohl die dortige Demonstration im Vorfeld verboten worden war. Nachdem die Polizei die „Querdenker“ darauf hingewiesen und sie aufgefordert hatte, die Örtlichkeit zu verlassen, blieben die meisten trotzdem stehen.

Die Gegendemonstrierenden der Antifa sollen von der Polizei vom Rathenau- auf den Goetheplatz verwiesen worden sein.

Daraufhin nahm die Polizei die Personalien der Demonstrierenden auf, ihnen wird eine Ordnungswidrigkeit zur Last gelegt. Die illegale Veranstaltung wurde aufgelöst, die „Querdenker“ in kleinen Gruppen abgeführt. Ihnen wurde außerdem ein Platzverweis erteilt.

Initiative „Frankfurt 5G-frei“ demonstriert auf dem Rathenauplatz in Frankfurt

Die zweite Versammlung, die im Gegensatz zur Demonstration am Rothschildpark nicht untersagt wurde, beginnt gerade auf dem Rathenauplatz. Dort sind laut Polizei Personen in zweistelliger Anzahl vor Ort. Den Demonstrierenden, die einem Aufruf der Initiative „Frankfurt 5G-frei“ gefolgt sind, wurde kürzlich die Auflagenverfügung vorgelesen. Laut Augenzeugenberichten wurde bisher eine Person festgenommen.

Anhänger der Initiative „Frankfurt 5G-frei“ demonstrieren auf dem Rathenauplatz, viele halten sich nicht an die Maskenpflicht.

Corona-Protest trotz Verbot: „Querdenker“ gehen in Frankfurt „spazieren“ 

Update von 11.12.2021, 15.50 Uhr: An der Alten Oper in Frankfurt kommen immer mehr Kritiker:innen der Corona-Maßnahmen zusammen. Masken tragen die „Querdenker“ nicht, dafür sind viele Nikolausmützen zu sehen. Laut Augenzeugenberichten befinden sich Mitglieder der rechtsextremen Szene unter den Demonstrierenden, die Antifa ruft zur Gegendemonstration auf. Die Stadt Frankfurt hatte im Vorfeld eine Demonstration unter dem Motto „Schutz der Kinder vor der Corona-Schutzimpfung“ verboten, da es in der Vorwoche bei einer ähnlichen Demonstration zu massiven Verstößen gegen die Maskenpflicht und andere Hygieneauflagen gekommen war.

Die „Querdenker“ sammeln sich an mehreren Orten in der Frankfurter Innenstadt.

Erstmeldung von 10.12.2021, 14.23 Uhr: Frankfurt – Während die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter ansteigt, sammeln sich die sogenannten „Querdenker“ wieder in den Städten der Republik. „Nie wieder Diktatur“ oder „Hände weg von unseren Kindern“ sind die häufig angestimmten Parolen einer Ansammlung von Menschen, die gegen die Maßnahmen der Corona-Pandemie zu demonstrieren vorgibt.

Dass dieses Anliegen nicht das einzige sein dürfte, zeigt die Tatsache, dass extreme Rechte seit Beginn der „Querdenken“-Proteste die Veranstaltungen begleiten, darunter auch immer wieder politisches Personal aus den Reihen der AfD. In Frankfurt soll am 27. November auch eine Gruppe „Identitärer“ mitmarschiert sein.

Corona-Proteste von „Querdenker:innen“ in Frankfurt

Nun hat die Telegram-Gruppe „Querdenken – 69 Frankfurt“ auch für den 11.12. nach Frankfurt mobilisiert. Mit einem „großen Protestzug“ wollte man sich „am Park am Reuterweg“ sammeln, um gemeinsam durch die Frankfurter Innenstadt zu ziehen, heißt es in dem Aufruf. Der „Park am Reuterweg“ ist übrigens der Rothschildpark, doch der hat es nicht auf die „Querdenken“-Seite geschafft, wie dem FR-Kollegen Hanning Voigts aufgefallen ist:

Zu der Versammlung im Rothschildpark dürfte es in geplanter Weise nicht kommen, denn die Stadt Frankfurt hat ihr Veto eingelegt. 1500 Demonstrierende seien angemeldet worden, aber bereits am 7. Dezember habe das Ordnungsamt „vier angemeldete Demonstrationszüge der gleichen Anmelderin untersagt“.

Begründet wird dies mit „umfangreichen Auflagenverstößen vorhergehender, inhaltlich identischer Versammlungen selbiger Anmelderin in der Frankfurter Innenstadt“. So hätten sich am 4. Dezember „circa 50 Prozent der Teilnehmenden nicht an die durch das Ordnungsamt verfügten Auflagen zu Mindestabständen und dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes“ gehalten. Es sei nicht davon auszugehen, dass dies am kommenden Samstag anders werden würde.

„Querdenker:innen“ rufen in Frankfurt zu „Spaziergängen und Shopping“ in der Innenstadt auf

Davon wollen sich die „Querdenker:innen“ nicht beeindrucken lassen. Wie schon in den Protesten 2020 rufen sie zu „Spaziergängen und Shopping“ in der Frankfurter Innenstadt auf. Ebenso soll wohl in Kleingruppen auf dem Weihnachtsmarkt agitiert werden. Wie in Chats auf Telegram zu lesen ist, wird dazu aufgefordert, „kleine Einkaufstüten“ samt Quittungen mit sich zu tragen. So sei man „offiziell Spaziergänger beim Shoppen“.

Auch wird darauf verwiesen, dass man „ohne Schilder“ auf dem Weihnachtsmarkt nicht als „Querdenker:in“ zu erkennen sei: „Und wenn wir viele sind, und jemand Friede, Freiheit, keine Diktatur anstimmt, können ganz viele mitsingen“.

Vor einem Jahr, am 12.12., war die Situation ähnlich. Die Stadt Frankfurt hatte den „Querdenker:innen“-Aufmarsch verboten, und diese hatten daraufhin ein „Advents- und Weihnachtsshopping“ angekündigt. Seinerzeit wurde noch empfohlen, warme Decken, belegte Brötchen und Taschentücher mitzubringen. Es gab jedoch keinen Weihnachtsmarkt, den die „Querdenker:innen“ längst als Agitationsort für sich ausgemacht haben dürften. (Katja Thorwarth)

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