Enttäuscht nach der Pleite: Kamari Murphy.
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Enttäuscht nach der Pleite: Kamari Murphy.

Frankfurt Skyliners

Zwischen Stolz und Frust

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Frankfurt Skyliners halten eine Halbzeit gegen den FC Bayern mit.

Für Jon Axel Gudmundsson fühlte sich die zweite Halbzeit gegen den FC Bayern München an wie die erste Hälfte vergangene Woche gegen Alba Berlin. „Sie haben jeden unserer Fehler bestraft“, sagte der isländische Guard der Frankfurt Skyliners nach der 52:75-Niederlage gegen den Euroleague-Teilnehmer. „Wir müssen es 40 Minuten aufs Parkett bringen“, befand der 24-Jährige, der mit elf Zählern bester Frankfurter Schütze war – was gegen die zwei mit Abstand besten Teams der Basketball-Bundesliga (BBL) sehr schwer ist, vor allem wenn die eigenen Fans fehlen.

Beim ersten Heimspiel seit 278 Tagen in der Frankfurter Ballsporthalle durften am Sonntagnachmittag handverlesene 66 Personen dabei sein, die nicht zu den Teams gehörten. „Es ist ungewohnt, aber wenn es das Einzige ist, worüber wir uns derzeit Sorgen machen müssen, nehmen wir das hin“, sagte Konstantin Konga. Der Skyliners-Spielmacher stand nach seiner Sprunggelenksverletzung genauso wie der von einer Zerrung genesene Matt Mobley im Kader. Nur der belgische Aufbauspieler Emmanuel Lecomte fehlte wegen Oberschenkelproblemen.

Die Skyliners knüpften nach der guten zweiten Hälfte in Berlin, wo die Hessen einen 25:0-Lauf hinlegten, an die Leistung an. Sie waren am Sonntag 20 Minuten auf Augenhöhe mit den Bayern, gingen sogar mit 34:28-Punkten in Führung. Einziges Problem waren die zugelassenen Offensivrebounds und die vielen Fouls.

Ungleiche Pfiffe

„Ich bin stolz auf die erste Halbzeit. Die Intensität war super und das Zusammenspiel auf einem sehr guten Weg“, analysierte der Frankfurter Cheftrainer Sebastian Gleim. Mit Beginn des dritten Viertels zogendie Münchener jedoch die Zügel an und bekamen das Spiel unter Kontrolle. „Wir waren defensiv nicht mehr so präsent und haben den Ball nicht gut bewegt“, befand Konga. Darunter litt das Offensivspiel der Hessen, die am Ende lediglich sechs Assists aufweisen konnten. Konga musste schon sechs Minuten vor Spielende das Parkett verlassen, weil er sich das fünfte Foul eingehandelt hatte. Über die Schiedsrichter wollte er sich im Anschluss lieber nicht auslassen, sagte nur: „Du kannst halt irgendwann nicht mehr mit so viel Intensität spielen, wenn du alles abgepfiffen bekommst und es auf der anderen Seite nicht so ist.“

Gleim beklagte eine Ungleichbehandlung der Trainer. Während Bayern-Coach Andrea Trinchieri trotz einiger Tiraden ungestraft davonkam, handelte sich Gleim ein technisches Foul ein. „Ein junger deutscher Trainer wird anders behandelt“, so der 36-Jährige. „Einige Sachen werden verwarnt und bestraft, bei anderen wird weggehört.“ Die vielen Pfiffe seien zwar nicht ausschlaggebend für die Niederlage gewesen, aber dadurch habe sein Team schon an Rhythmus verloren.

Gleim hofft jetzt auf eine Trainingswoche mit der kompletten Mannschaft, um sich ordentlich auf die Partie gegen Oldenburg vorbereiten zu können. Denn nach der einwöchigen Quarantäne vor dem Spiel gegen Alba Berlin war es so, „als hätte man uns den Stecker gezogen“, erklärte der Frankfurter Trainer. Das sei schade, betrifft aber alle Teams in der Liga.

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