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Will es auf die alten Tage noch mal wissen: Starspieler Roger Federer.
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Will es auf die alten Tage noch mal wissen: Starspieler Roger Federer.

Altmeister Federer kehrt zurück

Zwischen Rösti und heiligem Rasen

  • Jakob Böllhoff
    VonJakob Böllhoff
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Roger Federer kehrt auf die Tennistour zurück. Der Plan: In Wimbledon einen letzten großen Erfolg einfahren.

Einen Moment mal, bitte, ganz kurz nur: War’s das schon? Ist es vorbei? Man könnte es meinen, denn Roger Federer, der womöglich größte Spieler in der Geschichte des Tennissports, bereitet offensichtlich sein neues Leben vor, nein, im Grunde steckt er bereits mittendrin.

Federer ist jetzt offiziell Botschafter seines Heimatlandes, der Schweiz, und zwar unentgeltlich (lässt sich vertreten bei einem geschätzten Vermögen von 740 Millionen Euro). In einem Werbespot mit Hollywoodstar Robert De Niro preist er die Vorzüge der Schweizer Seen, Berge, Täler an, spricht mit der „New York Times“ über die Kapellbrücke in Luzern und die Rheinfälle von Schaffhausen und die Berner Altstadt und darüber, dass er, wenn er nicht gerade mit dem Mountainbike durch die Alpen fährt, mit Vorliebe Bündner Nusstorte verspeist, wobei die Vorliebe dann am größten ist, wenn’s vorher Rösti gab zu Mittag. Schweizer Art, versteht sich.

Da fragt man sich natürlich, wann der Zeitpunkt war, da man den Tennisprofi Roger Federer an die Schweizer Gemütlichkeit verloren hat. Wann er zu einem dicklichen Graubündner Privatier wurde, der sein Leben genießt, umweht von einem Hauch Zartbitterschokolade, den Blick im Alpenpanorama versenkt; ist das eigentlich ein Tennisschläger, der da an der Wand hängt? Oder doch eine Röstipfanne?

Man würde Roger Federer den Rückzug gönnen. Im August wird er 40 Jahre alt. Er hat alles gewonnen und noch mehr. Ist eine Legende. Eine Legende unter den Legenden, eine Legendenlegende. Halbgott und Weltliebling: Alle mögen Roger. Aber dann streift man zufällig die Tennisweltrangliste und stellt fest: Es ist noch nicht so weit. Federer wird auf Rang acht geführt, und die Wahrheit ist: Dieser Mann kann ohne Probleme noch Pfanne von Schläger unterscheiden.

Er will es jetzt wirklich noch einmal wissen. In dieser Woche spielt er beim ATP-Turnier in Genf, danach sind die French Open in Paris geplant, dann Halle auf Rasen, bevor die Höhepunkte Wimbledon und Olympia in Tokio anstehen. Die Hoffnungen sind groß, die Erwartungen niedrig, zumindest zu Beginn. Zweimal ist er am Knie operiert worden seit den Australian Open 2020, und im März hatte der 20-malige Majorsieger zwar in Doha sein Comeback gefeiert, sich aber sogleich wieder ins Training zurückgezogen. Alles Teil des Plans. „Ich habe seither keine Rückschläge erlitten“, sagte Federer, er habe seine Kraft, Ausdauer und Agilität gesteigert.

Der Fokus liegt auf der Rasensaison, auf Wimbledon, dort sieht Rekordsieger Federer die größten Chancen auf einen großen Sieg, vielleicht den letzten. Rasen ist altersmilde, nicht ganz so verzehrend wie die Hartplätze und Sand, Hoheitsgebiet der Kämpfer, Wühler und Rutscher. Federer wühlt nicht. Er gleitet, und manchmal schwebt er auch, und dann ist es auch schon ein bisschen egal, welcher Belag unter ihm liegt.

„Ich würde gerne sagen, Paris ist schon das ultimative Ziel. Aber dafür bin ich nicht ganz bereit“, sagt Federer in Genf: „Aber Rasen ist anders, da hoffe ich natürlich schon, große Ziele erreichen zu können, so wie man es kennt.“

Federer glaubt daran, dass sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einem grandiosen Karrierefinale verdichten lassen. Die Situation in der Weltspitze ist spannend wie lange nicht, die Jungen scheinen endlich bereit zur Wachübernahme, Zverev, Tstitsipas, Thiem; und die Alten heißen Djokovic und Nadal, wie Federer ewige Größen des Sports, deren Leidenschaft längst nicht erloschen ist. Nadal hat am Wochenende mal wieder das Masters in Rom gewonnen.

Roger Federer ist die Unbekannte in diesem Spiel. Ohne die Corona-Spezialregel für Weltranglistenpunkte wäre er nur noch auf Platz 620 der Weltrangliste. Und die Frage, ob es das war, vermutlich längst beantwortet.

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