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Dirk Schuster und die Lilien gehen getrennte Wege.

Darmstadt 98

Lilien trennen sich von Trainer Schuster

Nur sechs Punkte aus den vergangenen zehn Spielen: Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch reagiert auf die Misere. 

An der Leidenschaft lag’s jedenfalls nicht. Am Freitagabend noch stand Lilien-Trainer Dirk Schuster in Sandhausen an der Seitenlinie und lieferte sich beim 1:1 seiner Darmstädter ein hitziges Wortgefecht mit dem Trainerkollegen Uwe Koschinat. Am Montagmittag aber wurde aus dem Lilien-Trainer wieder ein Ex-Lilien-Trainer gemacht. Gemeinsam mit seinen Co-Trainern Sascha Frantz und Frank Steinmetz wurde Schuster von seinen Aufgaben als Chefcoach beim SV Darmstadt 98 entbunden. Zu bedrohlich war die Situation im Tabellenkeller der zweiten Liga wieder geworden, zu frappierend war die sportliche Stagnation des ambitionierten Teams.

„Wir bedauern es sehr, diesen Schritt vollziehen zu müssen, weil sich Dirk Schuster gemeinsam mit Sascha Franz und Frank Steinmetz große Verdienste um den SV 98 erworben hat“, sagte Präsident Rüdiger Fritsch: „Aufgrund der starken Gefährdung der in dieser Saison ausgerufenen Ziele und der nicht zufriedenstellenden sportlichen Entwicklung der Mannschaft haben wir uns jedoch zu dieser Entscheidung gezwungen gesehen.“

Die Lilien waren vielversprechend in die Saison gestartet, in den ersten vier Partien feierten sie drei Siege. Dass ein Fußballmärchen aber nicht so einfach wiederholt werden kann, verdeutlichten vor allem die schwachen Auftritte in den vergangenen Wochen: Aus zehn Spielen holten die Südhessen nur einen Sieg. Platz 14 und nur noch vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang ist der bittere Ist-Zustand.

Über die Nachfolge des 51-jährigen Schusters werde der Verein „zu gegebener Zeit“ informieren. „Wir haben mit niemandem verhandelt“, hatte Fritsch der „Bild“-Zeitung am Sonntag berichtet. Auch deshalb werden die Südhessen bis auf Weiteres vom verbliebenen Trainerteam um Kai-Peter Schmitz, Dimo Wache, Uwe Zimmermann sowie U17-Trainer Patrick Kurt betreut. Zudem wurde Carsten Wehlmann, der seit September das Amt des Sportkoordinators inne hatte, zum Sportlichen Leiter ernannt.

Nachfolger hatten es schwer

Dass sich die Wege von Darmstadt und dem ehemaligen Bundesliga-Profi (so schnell) wieder trennen würden, hatte niemand erwartet. Mit Schuster war am 11. Dezember 2017 schließlich der Trainer an das Böllenfalltor zurückgekehrt, der verantwortlich für gleich mehrere „Lilienwunder“ zeichnete. Nach einer halbjährigen Eingewöhnungszeit führte Schuster Darmstadt bei seiner ersten Amtszeit erst in die zweite Liga, dann in die Bundesliga und dort sensationell zum Klassenerhalt. Zudem machten sich die Lilien einen Namen als Pokalschreck – sein Abgang 2016 zum FC Augsburg wog schwer. Die Nachfolger Norbert Meier und Torsten Frings scheiterten am großen Schuster-Erbe.

„Neben den Aufstiegen in die Zweite Liga und die Bundesliga sowie dem dortigen Klassenerhalt“, betonte Fritsch am Montag zudem, „hatte Schuster in der vergangenen Spielzeit einen riesigen Anteil daran, dass wir in einer schwierigen Situation noch den Klassenerhalt erreichen konnten.“ Eine ähnliche Wendung wurde ihm nun nicht mehr zugetraut. (FR/dpa)

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