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Kommentar

Tour de France: Zweifel am Überflieger Tadej Pogacar

  • Jörg Hanau
    VonJörg Hanau
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Der Slowene Tadej Pogacar fährt bei der Tour de France alle in Grund und Boden. Geht das wirklich mit rechten Dingen zu? Ein Kommentar.

Frankfurt - Die Tour de France biegt am Wochenende auf die Zielgerade ein. Paris ist nicht mehr weit. Die Avenue des Champs-Élysees lockt - und somit auch Entspannung für geschundene Körper. Die Tour der Leiden, sie forderte in diesem Jahr viele namhafte Opfer. Schon in der ersten Woche waren zahlreiche Favoriten buchstäblich vom Rad gefallen.

Tour de France: Ein echter Wunderknabe. Wirklich?

Eine schaurige, keinesfalls immer schöne Veranstaltung, diese Tour de France, an deren Ende wie schon im Vorjahr das hohe Lied auf einen Wunderknaben aus Slowenien angestimmt werden wird: Tadej Pogacar heißt der junge Mann, mittlerweile 23 Jahre alt und - wenn ihm nicht noch der Himmel auf dem Kopf fällt - am Sonntag zum zweiten Mal hintereinander Triumphator bei der schwersten Radrundfahrt der Welt. Ein echter Wunderknabe. Wirklich?

Tour de France: Favorit Tadej Pogacar zerlegt die Konkurrenz nach Belieben

Es ist wahrlich die Zeit des Wunderns - und des Zweifelns bei der Tour de France. Dafür haben Geschichte und Gegenwart des Radsports selbst gesorgt. Denn die Art und Weise wie dieser Tadej Pogacar die Konkurrenz zerlegt, raubt einem die Jungfräulichkeit der eigenen Begeisterung. Unangreifbar im ersten Zeitfahren. Unangreifbar in den Alpen und Pyrenäen. Pogacar weiß sich auf jedem Terrain zu behaupten.

Gelb und schnell: Tadej Pogacar.

Er sammelt dabei Trikots wie seine Fans Trinkflaschen am Straßenrand. Das Gelbe Trikot für den Gesamtführenden bei der Tour de France, das Weiße für den besten Jungprofi und seit Donnerstag nun auch das Rotgepunktete für den besten Bergfahrer - sie alle gehören ihm. Nur das Grüne für den Punktbesten ist nicht seins. Aber vermutlich auch nur, weil er die Flachetappen den Sprintern überlässt. Dieser Tadej Pogacar ist unzweifelhaft der neue Kannibale des Radrennsports. Gefräßig und unnachgiebig.

Tour de France: Doping hat eine lange Geschichte

Aber geht da alles mit rechten Dingen zu? Pogacar, das muss gesagt sein, ist ein unbescholtener Sportler und in Sachen Doping noch nicht positiv aufgefallen.

Ganz im Gegensatz zu seinem unmittelbaren sportlichen Umfeld: Andrej Hauptmann, Pogacars Entdecker und Mentor, zählte in der Armstrong-Ullrich-Ära zu den Schwarzen Schafen. Im Jahr 2000 wurde der Slowene von der Tour ausgeschlossen, weil sein Hämatokritwert zu hoch war und Blutdoping nahelegte. Mauro Gianetti, der Schweizer CEO des UAE-Teams, leitete schon das Vorgänger-Team Saunier-Duval, das 2008 nach den Positivtests von Riccardo Ricco und Leonardo Piepoli die Tour verlassen musste. Und dann wäre da noch Pogacars sportlicher Leiter, der Australier Neil Stephens. Einst selbst Radprofi, 1998 Mitglied des Festina-Skandalteams und geständiger Epo-Doper.

Es ist also die schlecht beleumundete Generation von gestern, die die Zukunft des Radsport mitbestimmt. Der Zweifel lutscht auch deshalb weiter an Pogacars Hinterrad. (Jörg Hanau)

Rubriklistenbild: © dpa

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