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Trainiert gerne im Taunus: Pieter Vanspeybrouck.
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Trainiert gerne im Taunus: Pieter Vanspeybrouck.

Pieter Vanspeybrouck

Wo die Liebe hinfährt

  • VonHarald Joisten
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Radprofi Pieter Vanspeybrouck lernte seine Lebensgefährtin vor fünf Jahren vor dem Rennen Eschborn-Frankfurt im Internet kennen. Nun lebt er mit ihr in Bad Soden. Und freut sich als Quasi-Lokalmatador besonders auf den Klassiker am Sonntag.

Eigentlich wollte er sich nur etwas ausruhen. Kraft sammeln für den nächsten Tag, für seinen Start beim Traditionsrennen Eschborn-Frankfurt. Pieter Vanspeybrouck lag auf seinem Bett im Teamhotel in Eschborn, als sein Zimmerkollege zu ihm rief: „Hey, it’s a match.“ In diesem Moment war nicht abzusehen, das eine gravierende Veränderung in seinem Leben einsetzen würde. „Mein Teamkollege hat auf meinem Handy auf der App Tinder aus Spaß nach Frauen in der Umgebung gesucht. Da hatte ich eine Übereinstimmung mit einer Frau“, schildert Vanspeybrouck. Er schaute sich das Bild auf seinem Handy an – und schrieb ihr ein paar Zeilen.

Fünf Jahre ist das her. Inzwischen wohnt Pieter Vanspeybrouck nicht mehr in seinem Geburtsland Belgien, sondern bei jener Frau in Bad Soden-Neuenhain. Er hat mit ihr zwei gemeinsame Kinder. „2016 war mein bestes Jahr“, sagt Vanspeybrouck lächelnd. Nicht nur, weil er damals seine Lebensgefährtin kennenlernte. Er fuhr tags darauf beim Klassiker Eschborn-Frankfurt auch noch auf Platz vier. „Das ist eine meiner besten Platzierungen in einem Eintagesrennen“, sagt der inzwischen 34 Jahre alte Profi.

Vanspeybrouck fährt zwar schon seit der Kindheit Radrennen, war in der Jugend und bei den Junioren sogar belgischer Cross-Meister. Doch im Straßenradsport nimmt er eine unauffälligere Rolle ein. Er ist der klassische Helfer, der seine Teamkapitäne unterstützt, für sie vorne im Wind fährt und ihnen Trinkflaschen bringt. Gute Platzierungen streichen die anderen ein.

„Ich liebe den Taunus“

Pieter Vanspeybrouck kommt damit gut klar. Er ist generell ein entspannter Zeitgenosse, lässt sich nicht schnell aus der Ruhe bringen. Dass er Potenzial hat, zeigt sich auch darin, dass er seit 2017 für das belgische Profiteam Intermarché-Wanty-Gobert Matériaux fährt. Einem Rennstall, der der World-Tour angehört. „Ich bin ein Allrounder, werde vor allem in den Klassikern eingesetzt“, sagt er. So wird es auch am kommenden Sonntag sein. Dann wartet ein besonderer Klassiker auf ihn: Eschborn-Frankfurt. „Ich liebe das Rennen. Die Strecke verläuft ein paar Kilometer an meiner Wohnung vorbei.“ Seit drei Jahren wohnt der Belgier inzwischen bei seiner Lebensgefährtin und den beiden Kindern in Neuenhain. Nach dem ersten Kontakt mit seiner Freundin 2016, als er sie durch Zufall im Internet kennen lernte, „haben wir uns weiter geschrieben. Zwei Wochen später waren wir noch immer in Kontakt“, erinnert sich Pieter Vanspeybrouck. „Und dann bin ich irgendwann zu Besuch nach Frankfurt gefahren. Zwei Wochen später kam sie nach Belgien, wir haben Brügge und Gent besucht. Und dann ging es immer weiter.“

Pieter Vanspeybrouck spricht inzwischen ziemlich gut deutsch, ist heimisch geworden im Main-Taunus-Kreis – und geht somit auch als eine Art Lokalmatador an den Start beim 60. Eschborn-Frankfurt am Sonntag (13.15 Uhr). Die Strecke kennt er freilich bestens. „Ich liebe den Taunus, die Berge, trainiere viel dort. In Belgien ist es flacher, dort gibt es keine Berge.“ Manchmal trainiert er gemeinsam mit seinen Profikollegen John Degenkolb (Oberursel) und Jonas Rutsch (Wiesbaden). Oftmals fährt er auch in den Rheingau.

Für das Rennen am Sonntag ist Pieter Vanspeybrouck durchaus zuversichtlich. „Wir haben ein gutes Team. Ich glaube, wir können etwas machen.“ Zu seinen Teamkollegen gehören zwei Deutsche: Der aufstrebende 23-jährige Georg Zimmermann, der vor wenigen Wochen bei der Deutschland-Tour das weiße Trikot des besten Jungprofis gewann, sowie Jonas Koch. Pieter Vanspeybrouck wird sich wohl wieder in die Dienste seiner Kollegen stellen. „Ich bin meist ein Helfer, kein Siegfahrer.“ Das ist für ihn kein Problem. Zumal er nach dem Rennen einen sehr kurzen Weg zurück zu seiner Familie nach Hause hat und die ganzen Erinnerungen von 2016 noch einmal neu aufleben dürften.

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