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WM-Wirbel um „One Love“-Binde: So sieht der FIFA-Ersatz aus

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Von: Richard Strobl

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Harry Kane trägt die Binde mit dem „No Discrimination“-Logo beim WM-Spiel gegen den Iran.
Harry Kane trägt die Binde mit dem „No Discrimination“-Logo beim WM-Spiel gegen den Iran. © IMAGO/Adrian Macias/Agencia MexSport

Die FIFA hat die „One Love“-Binde faktisch verboten. Harry Kane trug stattdessen die Ersatz-Variante der FIFA.

Doha - Die Fußball-WM 2022 in Katar ist schon am zweiten Tag um einen Eklat reicher. In letzter Minute sorgte die FIFA unter Androhung von harten sportlichen Sanktionen dafür, dass die „One Love“-Kapitänsbinde wohl nicht von Spielern auf dem Platz getragen werden wird. Stattdessen zwingt die FIFA die Kapitäne aller Teams jetzt, Binden mit eigenen Slogans zu tragen.

Harry Kane war am Montag beim englischen Auftaktspiel gegen den Iran nicht nur aus sportlicher Hinsicht im Fokus. Englands Kapitän wäre der erste Spieler bei der WM gewesen, der mit der „One Love“-Binde aufgelaufen wäre. Sieben qualifizierte Länder hatten bereits im September angekündigt, dieses Zeichen für Toleranz und Offenheit zu setzen - England war, wie Deutschland, Teil dieser Aktion.

Manuel Neuer mit der „One Love“-Kapitänsbinde. Diese wird er bei der WM in Katar wohl nicht tragen. (Archivbild)
Manuel Neuer mit der „One Love“-Kapitänsbinde. Diese wird er bei der WM in Katar wohl nicht tragen. (Archivbild) © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer/Teamfoto

Nach FIFA-„Drohung“: Harry Kane trägt „One Love“-Binde nicht

Doch in letzter Sekunde verkündete die FIFA ein eigenes Programm und machte Gebrauch von Artikel 13.8.1 des FIFA-Ausrüstungsreglements. Danach muss jeder Spieler die von der FIFA bereitgestellte Binde tragen. Doch man ging noch einen Schritt weiter: Statt der gängigerweise bei Verstößen gegen diese Regel verhängten Geldstrafen, drohte man offen mit sportlichen Konsequenzen. Welche genau, ließ man offen. Eventuell hätten Harry Kane, Manuel Neuer und die anderen Kapitäne bei Anpfiff direkt eine Gelbe Karte gesehen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf sprach von einer „eindeutigen Drohung“.

Kurz darauf beugten sich die Verbände Deutschlands, Englands, der Niederlande, Belgiens, der Schweiz, Wales‘ und Dänemarks dem Druck der FIFA. Das Aus für die „One Love“-Binde bei der WM in Katar. Und so trug auch Harry Kane beim Auftaktspiel nicht die „One Love“-Binde, die neben dem Schriftzug auch ein Herz in Regenbogenfarben zeigt. Stattdessen betrat Harry Kane das Spielfeld nun mit der neuen Ersatz-Variante der FIFA.

„One Love“-Eklat: So sieht die Ersatz-Variante der FIFA aus

Die neue Binde ist im Gegensatz zur „One Love“-Variante nicht auf weißem, sondern auf schwarzem Grund. Hierauf ist ein schemenhaftes Herz zu sehen, in dem zwei Hände geschüttelt werden. Diese sind zwar verschieden, aber je einfarbig. Daneben steht in gelber Schrift ein großes „No“ und darunter ein kleineres „Discrimination“ in Weiß.

Harry Kane trägt die Binde mit dem „No Discrimination“-Logo beim WM-Spiel gegen den Iran.
Harry Kane trägt die Binde mit dem „No Discrimination“-Logo beim WM-Spiel gegen den Iran. © IMAGO/Matthias Koch

Diese ist nun Teil einer Kampagne der FIFA für die Katar-WM, bei der man auf verschiedene gesellschaftliche Projekte hinweisen will. Diese läuft unter dem Label „No Discrimination“. Eigentlich hätte die Binde von Kane nach dem ursprünglichen (am Freitag veröffentlichten) Plan der FIFA erst in den Viertelfinals getragen werden sollen. Doch man zog diesen Spruch vor. Die nächste offenbar eilig vorgenommene Änderung.

Die Binden mit dem Label „No Discrimination“ können die Mannschaften nun auch während des gesamten Turniers tragen - und eben nicht nur im Viertelfinale. Die Botschaften hat die FIFA laut Mitteilung gemeinsam mit drei Organisationen der Vereinten Nationen erdacht. (rjs)

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