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Saudi-Arabien: Findet hier 2030 eine WM statt?
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Saudi-Arabien: Findet hier 2030 eine WM statt?

Fußball-Weltmeisterschaft

Saudi-Arabien will Berichten zufolge WM 2030 – gemeinsam mit Italien?

  • VonMirko Schmid
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Die Hauptstädte von Saudi-Arabien und Italien liegen 3.674,59 Kilometer Luftlinie auseinander. Trotzdem könnten sich beide Länder gemeinsam um die WM 2030 bewerben.

Riad - Saudi-Arabien würde gerne die WM 2030 ausrichten. Nach Katar 2022 wäre es der zweite Wüstenstaat, der den Weltfußball innerhalb von acht Jahren willkommen heißen würde. Sollte das Königreich Ernst machen, würde es sich wohl in Konkurrenz mit entweder England oder einer gemeinsamen Bewerbung von Spanien und Portugal begeben.

Doch die eigentliche Überraschung ist eine andere. Wie das Fachmagazin The Athletic schreibt, ist Saudi-Arabien daran interessiert, die WM gemeinsam mit Italien auszurichten. Dass die Hauptstädte beider Länder mehr als 3.500 Kilometer Luftlinie beziehungsweise rund 5.500 Kilometer Fahrstrecke trennen, scheint die Herrschenden im Wüstenreich nicht zu stören.

Bereits jetzt kooperieren Italien und Saudi-Arabien, so findet der italienische Supercup nicht mehr zwischen Alpen und Stiefelspitze statt, sondern wird bei den Saudis ausgetragen. Die Ausrichtung des prominenten Wettbewerbs gilt als Teil der Strategie Saudi-Arabiens, Tourismus und Sport weiter zu fördern. Zusätzlich flankiert wird dieses Bemühen durch Schritte des Kronprinzen Mohammed bin Salman, Kritik an Menschenrechtsverletzungen durch Reformen verstummen zu lassen. So hatte er zuletzt Frauen das Autofahren erlaubt, die Anwendung der Todesstrafe reduzieren und Kinderehen verbieten lassen.

Saudi-Arabien könnte für die WM 2030 Stadien in Italien modernisieren und bauen

Dennoch sieht Saudi-Arabien offenbar wenig Chancen, das prestigeträchtige Turnier alleine an Land zu ziehen, weswegen mit Italien ein populärer Co-Ausrichter ins Auge gefasst wird. Und das Jointventure der beiden so unterschiedlichen Staaten könnte durchaus für beide von Nutzen sein. Italien, das zuletzt mit der WM 1990 ein großes, internationales Fußballturnier ausgerichtet hatte, ächzt unter veralteten Stadien, die zum größten Teil zuletzt eben 1990 gebaut oder grundlegend modernisiert wurden. Alleine, so scheint es, ist der europäische Südstaat nicht in der Lage, seine Arenen so aufzupolieren, dass eine eigene Bewerbung erfolgversprechend sein könnte.

Hier käme Saudi-Arabien ins Spiel. Der ölreiche Wüstenstaat könnte im Gegenzug für Italiens Bereitschaft, die WM 2030 gemeinsam auszurichten, die finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, die es bräuchte, um die Stadien zwischen Mailand und Palermo herauszuputzen oder gar neu zu bauen. Das wäre für Italien gleich zweifach attraktiv. Nicht nur, dass die Ausrichtung internationaler Fußballfestspiele so realistischer werden würde, auch bekämen die Clubs der Serie A ihre Stadien quasi zum Nulltarif aus dem fernen Ausland modernisiert, wovon sie noch lange profitieren könnten.

WM 2030: Einer Kandidatur von Saudi-Arabien und Italien stehen mehrere Europäer im Weg

Gabriele Gravina, Präsident des italienischen Fußballverbandes, traut sich bezüglich einer gemeinsamen Bewerbung mit Saudi-Arabien zwar noch nicht aus der Deckung, erklärte aber unlängst, dass „eine italienische Kandidatur für die Europameisterschaft 2028 und die Weltmeisterschaft 2030 evaluiert“ werden würde. Sollte sich die Stimmung gegen das Wüstenreich drehen, bliebe den Saudis noch die Möglichkeit einer gemeinsamen Kandidatur mit Ägypten und Marokko.

NationSaudi-ArabienItalien
HauptstadtRiadRom
KontinentAsienEuropa
Bevölkerung34,27 Millionen60,36 Millionen
StaatsoberhauptKönig Salman ibn Abd al-AzizPräsident Sergio Mattarella

Dies zumindest schlug zuletzt die Beratungsfirma Boston Consultancy Group vor, welche Saudi-Arabien eingeschaltet hatte. Gegen eine solche Bewerbung, die einen Brückenschlag zwischen dem Nahen Osten und Nordafrika bedeuten würde, herrschen jedoch Vorbehalte. Sowohl wirtschaftlich als auch in Sicherheitsfragen sollen die Saudis sich darum sorgen, dass es zu Problemen kommen könnte.

Sollte aber tatsächlich zur Zusammenarbeit mit Italien kommen, stünden den beiden wohl entweder England oder eine gemeinsame Bewerbung der iberischen Staaten Portugal und Spanien im Weg. Auch wenn die UEFA darauf drängt, nur eine einzelne Bewerbung aus den eigenen Reihen ins Rennen zu schicken, sollen sowohl in London als auch in Madrid und Lissabon bereits erste Vorkehrungen zur Bewerbung um die WM 2030 angelaufen sein. Wie der europäische Kontinentalverband damit umgehen würde, dass eines seiner Mitglieder gemeinsame Sache mit Saudi-Arabien macht, ist bisher nicht bekannt. (Mirko Schmid)

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