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Aufgrund einer Verletzung noch nicht in Bestform: Gina Lückenkemper.
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Aufgrund einer Verletzung noch nicht in Bestform: Gina Lückenkemper.

Olympische Unterstützung aus der zweiten Reihe

„Wir haben eine coole Truppe“

  • VonSebastian Moritz
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Sprinterin Gina Lückenkemper freut sich über ihre zweite Teilnahme an Olympischen Spielen – obwohl sie nur als Ersatzläuferin geplant ist.

Frau Lückenkemper, Sie haben zum zweiten Mal geschafft, was viele Sportlerinnen in ihrer gesamten Karriere nicht schaffen: Sie sind bei den Olympischen Spielen dabei. Anders als 2016 in Rio de Janeiro ist es diesmal allerdings nicht sicher, ob Sie auch zum Einsatz kommen werden. In welcher Stimmung reisen Sie nach Tokio?

Ich bin einfach nur froh und dankbar, dass ich trotz dieser doch schwierigen vergangenen Wochen mit dem Muskelfaserriss im Oberschenkel dabei sein darf. Ich werde das Team vor Ort so gut es geht unterstützen.

Was überwiegt: Die Enttäuschung, dass es zur Einzel-Norm nicht gereicht hat oder die Freude, dass Sie als Ersatzläuferin dabei sein dürfen?

Die Einzelnorm habe ich ja aus 2019 und diese zählt nach wie vor für den Nominierungszeitraum. Aber natürlich hatte ich mir meine Teilnahme an den Olympischen Spielen anders vorgestellt.

Wie beurteilen Sie Ihre aktuelle körperliche Form im Vergleich zu den Jahren 2017 und 2018, in denen Sie die 100 Meter unter elf Sekunden gelaufen sind?

Na ja, ich komme gerade frisch aus einer Verletzung. Wäre ich da jetzt schon in der Form von 2017 und 2018, wäre das höchst fragwürdig, da ich einfach einige Wochen lang nicht voll trainieren konnte. Sämtliche Einheiten mit hohen Geschwindigkeiten sind ausgefallen und das zu einem sehr wichtigen Zeitpunkt der Saison. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Form und damit auf die Zeiten im Wettkampf.

Was trauen Sie der deutschen Sprint-Staffel bei den Olympischen Spielen zu?

Es gibt weltweit eine Reihe ganz starker Staffeln, beispielsweise die USA, Jamaika oder Großbritannien. Aber unsere deutsche Frauenstaffel gehört definitiv mit dazu. Wir haben da aktuell eine wirklich coole Truppe beisammen, da kann so einiges gehen. Und schließlich müssen erst einmal alle Staffeln im Vorlauf und im Finale den Stab ins Ziel bringen.

Zur Person

Gina Lückenkemper vom SSC Berlin hat ein durchwachsenes Halbjahr hinter sich. Zunächst verhinderten die Corona bedingten Einreisebeschränkungen, dass die 24-Jährige zurück zu ihrer Trainingsgruppe nach Florida fliegen konnte. Dann bereitete ihr eine Verletzung im linken Oberschenkel Probleme. Nach fünf Wochen Reha in Salzburg und Bamberg lief die in Hamm geborene Sprinterin die 100 Meter einen Tag vor dem Nominierungsschluss für die Olympischen Spiele in Tokio in 11,52 und 11,53 Sekunden. Andere Deutsche sind deutlich schneller gewesen.

Als Ersatzathletin fliegt sie daher an diesem Montag nach Tokio. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn eine der drei nominierten 100-Meter-Sprinterinnen oder eine der fünf anderen nominierten Staffel-Läuferinnen krankheitsbedingt oder verletzt ausfällt. FR

Wie geht Ihre Saison nach den Olympischen Spielen weiter? Planen Sie noch weitere Wettkämpfe?

Das kann ich aktuell noch nicht final beantworten. Ich werde nach den Olympischen Spielen in Tokio und dem Drama der vergangenen Wochen erst mal schauen, ob mein Kopf und Körper in dieser Saison überhaupt noch weiter können und wollen. Wenn ja, dann ist das Istaf in Berlin am 12. September definitiv ein Ziel.

Wann reisen Sie zurück zu Ihrer Trainingsgruppe in die USA?

Erst wieder im Herbst, wenn der Aufbau für das WM- und EM-Jahr 2022 startet. Die meisten großen Meetings nach den Olympischen Spielen stehen ja in Europa auf dem Programm.

Manche Beobachter:innen sagen, Ihr Wechsel in die USA sei ein Fehler gewesen, weil Sie seitdem nicht mehr richtig in Tritt kommen. Was sagen Sie diesen Kritikern?

Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass Menschen, die überhaupt keinen Einblick in meine Situation und das Training haben, sich anmaßen, solche Urteile zu fällen. Ich bereue diesen Schritt in keinster Weise. Ich glaube fest daran, dass mich das Training in den USA weiterbringen wird.

Sie nehmen mit dem USA-Training also bereits die nächsten Ziele ins Visier?

Nach den Olympischen Spielen ist vor den Olympischen Spielen. Man darf nicht vergessen: Die nächsten Sommerspiele in Paris finden schon in drei Jahren statt.

Interview: Sebastian Moritz

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