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Wie verhext

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Inspiriert von den Märchen um Harry Potter: Spieler:innen beim Quidditch.
Inspiriert von den Märchen um Harry Potter: Spieler:innen beim Quidditch. © afp

Weil bei der Meisterschaft des Zaubersports Quidditch der Rasen zerstört wurde, können Bambergs Fußballer das Stadion nicht nutzen.

Eigentlich steckt der FC Eintracht Bamberg sportlich in einer ziemlich zauberhaften Situation. Der Fußballklub aus Oberfranken ist in der Bayernliga Nord Tabellenführer, der Aufstieg in die Regionalliga kann gelingen. Jetzt ist die Lage in Bamberg aber wie verhext: Der Rasen im Fuchs-Park-Stadion ist unbespielbar, weil dort vor drei Wochen die deutschen Meisterschaften des Zaubersports Quidditch stattgefunden haben. Und weil die Stadt, der das Stadion gehört, bei der Reparatur keine Eile zeigt.

Quidditch – das war ursprünglich eine Sportart aus der fiktiven Zaubererwelt von Harry Potter. Inzwischen ist dieser Sport aber ebenso in der echten Welt angekommen, wird hier auch Quadball genannt. Es gibt deutsche, Welt- und Europameisterschaften, der Sport erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit. Wird er bei den Zauberern auf fliegenden Besen ausgeübt, spielen die Teams in der nichtmagischen Welt auf Rasen um Punkte.

„Wir haben seit einigen Jahren selbst eine Quadballabteilung im Verein. Die hat vor drei Jahren in Bamberg sogar die EM ausgetragen. 18 Nationen waren zu Gast, es war ein tolles Ereignis“, sagt Sascha Dorsch. Er ist Vorstandsmitglied beim FC Eintracht und betont, der Klub wolle nicht nur für Fußball, sondern auch für andere Sportarten eine Heimat sein. Vor drei Wochen fand nun auch die deutsche Quidditch-Meisterschaft im Bamberger Stadion statt.

Und damit – beziehungsweise mit dem strömenden Regen – begannen die Probleme für die Bayernliga-Fußballer. Beim Quadball werden an den Spielfeldenden Torringe aufgestellt, rundherum herrscht am meisten Betrieb – ähnlich wie beim Eishockey. „Den zweiten Turniertag haben wir schon auf einen Nebenplatz verlegt, aber da war es schon zu spät, der Rasen kaputt“, sagt Dorsch.

Damit die Heimspiele der Bamberger Fußballer nicht in Gefahr geraten, suchte Dorsch das Gespräch mit der Stadt Bamberg, der das Stadion gehört: „Es gab mehrere, unterschiedlich teure und zeitaufwendige Optionen.“ Der FC habe neuen Rasen verlegen und die noch ungeklärte Kostenfrage anschließend regeln wollen. Nachdem es von der Stadt eine Weile keine Rückmeldung gab, kam nun die Nachricht: Das Stadion bleibt erst mal vier Wochen gesperrt, passiert ist noch nichts. Eine Hiobsbotschaft. „Wir konnten die ersten beiden Heimspiele dankenswerterweise in den Nachbarort Dörfleins verlegen. Jetzt warten allerdings neue Probleme“, erzählt Dorsch.

Nächste Woche steht das Spiel gegen den Würzburger FV an. Ein Risikospiel. Die Polizei muss anrücken. Schon im Hinspiel kam es zu Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern. „In unserem Stadion gibt es getrennte Blöcke, in Dörfleins wäre das nicht möglich“, so Dorsch. Eine Spielverlegung ins Jahr 2023 ist zwar beantragt, Würzburg hat dem aber noch nicht zugestimmt. Viele Schwierigkeiten, den Quidditch-Spielern will Dorsch aber keine Vorwürfe machen: „Das ist ein Sport, der wie jeder andere auch seine Daseinsberechtigung hat. Unser Abteilungsleiter war den Tränen nah, er wird von vielen Leuten momentan bepöbelt. Das finde ich nicht okay, für das Wetter kann keiner etwas.“

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