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Blitz in der Dunkelheit: Nyck De Vries, neuer Formel-E-Weltmeister.
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Blitz in der Dunkelheit: Nyck De Vries, neuer Formel-E-Weltmeister.

Formel E

E wie Exit

  • VonRalf Bach
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Eine regelrechte Herstellerflucht stellt Zukunft der Formel E in Frage. Mercedes, Audi und BMW ziehen sich zurück. Die Konzentration liegt mehr denn je auf der Formel 1.

Das hatten sich die Macher der Formel E ganz sicher nicht so vorgestellt. Sie zogen ab 2014 aus, um die Formel 1, die Königsklasse des Motorsports, herauszufordern. Sie lockten die großen Automobilhersteller damit, mit einem Technikkonzept, das rund um reine Elektromotoren gebaut wurde, in einer Rennserie für die Zukunft trainieren zu können. Ende 2021 müssen die Protagonisten der Serie aber nüchtern bilanzieren, dass sie damit gescheitert sind. Das E im Namen steht jetzt mehr für Exit als für Elektro.

Nach Audi und BMW hat jetzt auch Mercedes beschlossen, Ende nächsten Jahres der Serie den Rücken zu kehren. Nur Porsche bekennt sich als deutscher Hersteller noch zur Formel E, die in diesem Jahr von der Automobilbehörde FIA sogar einen WM-Status bekommen hat. Noch. Denn hinter vorgehaltener Hand wird längst auch bei den anderen Schwaben darüber diskutiert, der Elektroserie den Stecker zu ziehen. Spätestens Ende 2023. Porsche gilt im nächsten Jahr als Favorit und nach dem Gewinn der beiden Titel soll dann auch für sie Schluss sein. So wie es Mercedes getan hat: Die Schwaben holten am vergangenen Wochenende mit dem Niederländer Nyck de Vries (26) den ersten Fahrertitel der Elektroserie und setzten sich auch im Teamwettbewerb die Krone auf. Sie rollen nur noch mit im nächsten Jahr.

Regelrechte Crashfestivals

Überraschend erfolgte der Ausstieg nicht: Schon länger sind besonders die deutschen Hersteller weder mit Format noch dem technischen Reglement zufrieden. Zwar fährt die Formel E in Metropolen wie New York, Paris, London oder Berlin – aber die Rennen sind mehr Marketingveranstaltungen als sportliche Events. Die Strecken sind extrem winkelig, mit wenig schnellen Kurven und Geraden. Piloten wie Audi-Star Réné Rast oder Ex-Formel-1-Pilot Pascal Wehrlein von Porsche müssen mehr auf den Stromverbrauch beim Fahren der an Seifenkisten erinnernden Autos achten, als das zu machen, warum sie Rennfahrer wurden: Autos am Limit zu bewegen und Vollgas zu geben.

Dazu kommt: Viele Rennen der summenden Gefährte mutieren zu häufig zu Crashfestivals. „Mit Motorsport hat das nichts mehr zu tun“, bringt es Alpha-Tauri-Formel-1-Teamchef Franz Tost in der tz auf den Punkt. „Ich schaue mir das jedenfalls nicht mehr an.“

Mercedes-Entwicklungsvorstand Markus Schäfer begründet den Ausstieg so: „In diesem Jahrzehnt haben wir uns bei Mercedes-Benz mit voller Kraft der Bekämpfung des Klimawandels verschrieben. Dazu bedarf es einer beschleunigten Transformation unseres Unternehmens, unserer Produkte und unserer Services in Richtung einer emissionsfreien und softwaregesteuerten Zukunft. Um dies zu erreichen, müssen wir uns voll und ganz auf unsere Kernaktivitäten konzentrieren.“

Schäfer macht daher auch klar, wo er die Kollegen von Audi, BMW und Porsche aus Deutschland in Zukunft sieht: Die Ressourcen werden von der Formel E zurück in Richtung Serie und Formel 1 verschoben. Schäfer: „Die Formel 1 bietet großes Potenzial für Technologietransfer. Zudem werden unser Team sowie die gesamte Serie bis zum Ende des Jahrzehnts klimaneutral sein.“ Ob es dann die Formel E überhaupt noch geben wird, ist alles andere als sicher.

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