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Der Jubel des Meisters aller Klassen: Robert Lewandowski nach seinem Tor zum 1:2 in Leverkusen.
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Der Jubel des Meisters aller Klassen: Robert Lewandowski nach seinem Tor zum 1:2 in Leverkusen.

FC Bayern München

Wenig Wasser im Wein

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  • José Carlos Menzel López
  • Jan Christian Müller
    Jan Christian Müller
  • Hanna Raif

Joshua Kimmich als Lotse des Weihnachtsmeisters, Leroy Sané als Leichtmatrose - und Klubchef Kalle Rummenigge lobt die Bundesliga über den grünen Klee.

Im Kopf bleibt stets der Abschluss, das Tor. Dass es oftmals jedoch kleinste Details sind, ohne die ein Stürmer erst gar nicht zum Schuss gekommen wäre, bleibt den meisten verborgen. Joshua Kimmich ist der Mann für diese Details. Über einen Monat mussten die Bayern aufgrund einer Meniskusoperation auf ihren Anführer im Mittelfeld verzichten. Beim 2:1-Erfolg zum Jahresabschluss in Leverkusen feierte der 25-Jährige sein Blitz-Comeback – und stellte direkt unter Beweis, warum gerade er einer der prägenden Figuren in diesem Ausnahmejahr war.

Es lief die 93. Spielminute. Kimmich luchst dem unaufmerksamen Leverkusens Jonathan Tah den Ball ab und steckt durch zu Robert Lewandowski. Tor, 2:1, Weihnachtsmeister! „Allein, dass er dabei ist, hilft der Mannschaft viel“, hob hinterher Cheftrainer Hansi Flick die Bedeutung des deutschen Nationalspielers hervor. Dabei wollte man gerade bei Kimmich auf Nummer sicher gehen und kein Risiko gehen. Ein Einsatz war nicht vorgesehen – bis das Selbstbewusstsein des Münchner Mittelfeldregisseurs Flick eines Besseren belehrte: „Ich habe in der Halbzeit mit ihm gesprochen und er hat gesagt, dass er absolut bereit ist und keine Probleme hat.“

Was passiert mit Alaba?

Im neuen Jahr dürfte dann auch Kimmichs Nebenmann im defensiven Mittelfeld, Leon Goretzka, wieder fit sein, ehe sich der FC Bayern den Zukunftsplanungen zuwendet. Etwa bei David Alaba. „Was wir ihm angeboten hat, war mehr als honorig“, sagte Klubchef Karl-Heinz Rummenigge am Sonntag im „Doppelpass“. Der FC Bayern sei zu Gesprächen mit dem „lieben, feinen Kerl“ bereit, wenn dieser an den Klub noch einmal herantrete. „Der FC Bayern hat wirklich alles in die Waagschale gelegt.“ Bei Jerome Boateng klingt das schon etwas zurückhaltender: „Wir werden uns in der Rückrunde zusammensetzen und darüber reden, wie es weiter geht. Er spielt eine ordentliche bis gute Saison.“

Ein wenig Wasser mischt sich in den Wein, wenn man den Fall Leroy Sané betrachtet. Hansi Flick versuchte sich nach der Ein- und wieder Auswechslung des Angreifers innerhalb von 36 Minuten darin, diese Art von fußballerischer Schmach für seinen Schützling auf sportliche Beweggründe herunterzubrechen. „Warum Höchststrafe“, fragte der Cheftrainer der Münchner auf der Pressekonferenz. „Wenn wir auswechseln, müssen wir es sinnvoll machen. Thomas ist für uns einfach unverzichtbar. Und Serge hat in der zweiten Halbzeit einen Sprung gemacht. Wir mussten so reagieren.“

Übersetzt bedeuten Flicks Ausführungen so viel wie: Müller, Gnabry und der für Sané eingewechselte Musiala waren ihm in den Schlussminuten wichtiger als Sané. „Es geht um den Erfolg der Mannschaft, da muss jeder Einzelne zurückstecken“, unterstrich Flick. „Er wird das schon verkraften und bekommt all unsere Unterstützung.“ Sané zeigte sich in der „Bild“-Zeitung einsichtig: „Ich weiß einzuordnen, dass ich zuletzt mein Leistungsvermögen nicht abrufen konnte.“ Aber das, versprach Sane, „wird sich ändern“.

Rummenigge hat dann am Sonntag im „Doppelpass“ von Sport 1 eine Lanze für die Bundesliga gebrochen: „Wir neigen dazu, die Bundesliga klein zu machen. Dabei brauchen wir uns im Moment vor niemandem zu verstecken. Die Bundesliga ist die Benchmark in Europa. Sie war nie besser, als sie aktuell ist.“

Zum eigenen Klub erklärte er - und sah dabei sehr zufrieden aus: „Wir haben ein Wahnsinnsjahr gespielt.“ Es sei klar, dass man irgendwann in den Beinen und im Kopf müde sei, aber der Wille und Charakter dieser Mannschaft seien außergewöhnlich. So - und mit der individuellen Klasse von Doppeltorschütze Robert Lewandowski - erkläre sich auch der späte Sieg in Leverkusen.

„Wir haben eine Saison vor uns, die die Spieler bis zur Oberkante belasten wird.“ Mannschaft und Trainer seien gleichwohl an ihn herangetreten, so Rummenigge, und hätten darum gebeten, er möge bei Fifa-Boss Gianni Infantino dafür eintreten, dass die Klub-WM trotz Corona auf alle Fälle stattfinden soll. „Die wollen diesen Titel auch noch unbedingt gewinnen.“ Die Klub-WM wurde von der Fifa von Dezember in den Februar geschoben.

Zur Debatte um eine europäische Superleague sagte Rummenigge, die von der Uefa geplante Reform der Champions League sei ausreichend. So, wie die Königsklasse derzeit laufe, sei sie in der Gruppenphase nicht attraktiv genug. Künftig soll sie spannender gestaltet werden, auch Spiele der Hochkaräter in der ersten Phase sollen ab 2024/25 bereits stattfinden. Der Modus mit acht Vorrundengruppen zu je vier Mannschaften wird abgeschafft, an seine Stelle tritt ein Ligasystem. Statt wie bisher sechs bekommt jeder Klub zehn Spiele garantiert. In der K.o.-Runde träfe der Tabellenerste auf den Sechzehnten, der Zweite auf den Fünfzehnten und so weiter. „Ich wäre mit dieser Lösung sehr einverstanden“, so Rummenigge.

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