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Da drin steckt irgendwo IOC-Chef Thomas Bach, ein Deutscher, der für das Abschneiden des Teams D nicht verantwortlich ist.
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Da drin steckt irgendwo IOC-Chef Thomas Bach, ein Deutscher, der für das Abschneiden des Teams D nicht verantwortlich ist.

KOMMENTAR

Wenig Grund zur Freude

  • Günter Klein
    VonGünter Klein
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Die Bilanz aus deutscher Sicht ist eher mau. Der DOSB hat überdies ein Führungsproblem.

Olympia-Bilanz aus deutscher Sicht: Im Medaillenspiegel Neunter. Hinter den Niederlanden – und es ist nicht, weil die Holländer im Eisschnelllauf abgeräumt hätten (der gehört zum Winter). Klar, Medaillen sind eine Währung der Spiele – und bei über 300 Entscheidungen schon so etwas wie ein objektiver Maßstab dafür, ob in einer Nation der Spitzensport funktioniert oder nicht. Für Deutschland bleibt festzustellen: Es wurde mehr Geld investiert in diesem olympischen Zyklus, doch der Ertrag war geringer. Ob PotAs, die die Auszahlungen berechnende Potenzialanalyse, die Zauberformel ist? Fraglich.

Die andere Währung ist: Wie haben die Deutschen sich bei diesen Spielen in Japan präsentiert? Welche Geschichten haben sie geschrieben, welches Bild von ihrer Gesellschaft hinterlassen? Mitreißend waren der olympisch erleuchtete Tennisstar Alexander Zverev oder Ringer Frank Stäbler und die Judo-Rasselbande, die zeigten, dass auch eine Bronzemedaille, die andere nach der Aushändigung enttäuscht in der Trainingshosentasche verschwinden lassen, sinnstiftend sein kann. Sogar Oliver Zeidler, der klar gescheiterte Ruderer, war auf seine Art ein Gewinner – weil er spürte, dass die Aufmunterung und Anteilnahme von Kollegen ein hoher olympischer Wert ist.

Doch bleiben werden leider auch zwei Skandale, die von deutscher Seite zu verantworten sind. Vom Rad-Sportdirektor Patrick Moster mit einer klar rassistischen Verfehlung und der Modernen Fünfkämpferin Annika Schleu und Bundestrainerin Kim Raisner, die sich an einem überforderten Pferd vergingen und die Welt aufwühlten. Der Deutsche Olympische Sport-Bund (DOSB), der mit den Fachverbänden sein „Team D“ zusammenstellt, kann solche Fälle im Vorfeld natürlich nicht erahnen und folglich nicht unterbinden – doch er muss sich vorhalten lassen, dass sein Krisenmanagement zögerlich und folglich schlecht war. Es ist ziemlich offensichtlich, dass der DOSB ein Führungsproblem hat.

Schwach allerdings auch der Verein „Athleten Deutschland e.V.“ mit Fechter Max Hartung, die sich als moralische Instanz ausgeben, aber bei der Aufarbeitung des Fünfkampfskandals unkritisch mit Annika Schleu rumkumpelten. Es waren keine guten Olympischen Spiele.

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