Ein Lichtblick: Kai Havertz von Bayer Leverkusen.
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Ein Lichtblick: Kai Havertz von Bayer Leverkusen.

Kommentar

Zu wenig Entwicklung

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Die Bundesligavorrunde hat in viele Spielen mitreißenden Powerfußball geboten, Weichen in die Zukunft hat sie jedoch nicht gestellt. Ein Kommentar.

Hier die Spieler der Jahrgänge 1998 und jünger in den Startaufstellungen des letzten Bundesliga-Hinrundenspieltags: Dayot Upamecano (Franzose), Tyler Adams (US-Amerikaner), Amadou Haidara (Malier, alle Leipzig), Ruben Vargas (Augsburg, Schweizer), Javairo Dilrosun (Hertha BSC, Niederländer), Alphonso Davies (Bayern, Kanadier), Dennis Geiger (Deutscher), Christoph Baumgartner (Österreicher, beide Hoffenheim), Dan-Axel Zagadou (Dortmund, Franzose), Markus Schubert (Deutscher), Ozan Kabak (Türke), Juan Miranda (Spanier), Rabbi Matondo (Waliser, alle Schalke), Luca Kilian (Paderborn, Deutscher), Evan N’Dicka (Frankfurt, Franzose), Sebastiaan Bornauw (Belgier), Noah Katterbach (Deutscher), Jan Thielmann (Deutscher), Ismail Jakobs (Deutscher, alle Köln), Marco Friedl (Österreicher), Benjamin Goller (Deutscher, beide Werder), Ridle Baku (Mainz 05, Deutscher), Panagiotis Retsos (Grieche), Kai Havertz (Deutscher), Moussa Diaby (Franzose, alle Leverkusen ).

Eingewechselt wurden: Joshua Zirkzee (Bayern München, Niederländer), Jacob Bruun Larsen (Dortmund, Däne), Louis Beyer (Mönchengladbach, Deutscher), Johannes Eggestein (Werder, Deutscher), Ahmed Kutucu (Schalke, Türke).

Ergo: Nur neun deutsche Profis, die nicht älter als 21 Jahre sind, gehörten zur den Anfangsformationen, ein Anteil (bei 18 mal elf Startelfspielern = 198) von weniger als fünf Prozent. Ohne die von Trainer Markus Gisdol in der puren Verzweiflung vorgezogenen drei jungen deutschen Kölner wären es gar nur drei Prozent. Zudem: Die nötige Qualität, es einmal zum gediegenen A-Nationalspieler zu bringen, wird neben dem Übertalent Kai Havertz keinem weiteren deutschen Nachwuchsspieler unter 22 wirklich zugetraut. Dazu passt: Bei der U-19-EM und U-20-WM war keine DFB-Auswahl vertreten, nachdem die Teams jeweils in der Qualifikation scheiterten.

Will heißen: Es tut sich nicht viel dort, wo der Nachwuchsfußball dringend weiterentwickelt werden sollte. Und wenn sich doch was tut, wie gerade in Köln, dann nur, weil ein Klub am Abgrund keinen anderen Ausweg weiß, nicht aber, weil aus tiefer Überzeugung junge Spieler entwickelt werden oder tatsächlich auch gut genug sind, um überhaupt zur Spitzenkraft entwickelt zu werden.

Das Problem ist zwar im Deutschen Fußball-Bund und auch den Klubs erkannt, aber bei weitem nicht gebannt. Die Bundesligavorrunde hat bisweilen mitreißenden Powerfußball geboten, Weichen in die Zukunft hat sie jedoch nicht gestellt.

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