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Frech sollen die Gladbacher Fußballer in Mailand aufspielen, fordert zumindest deren Trainer Marco Rose.

Champions League

Weit weg von Fallobst

Borussia Mönchengladbach will endlich in der Champions League Reife beweisen – mit Inter wartet die „Crème de la Crème Europas“.

Marco Rose zog seine schwarze Mütze im prasselnden Nieselregen tief ins Gesicht, verstecken wollte sich der Gladbacher Trainer wenige Stunden vor Beginn des großen Champions-League-Abenteuers aber keineswegs. „Wir wissen um die Herausforderung. Aber wir wollen frech sein, wir wollen mutig sein“, sagte der Borussia-Coach vor dem Abflug der Sondermaschine X3 8932 von Düsseldorf nach Mailand.

In der Hauptstadt der Lombardei kehren die Fohlen am Mittwoch (21 Uhr) gegen den alten Rivalen Inter nach 1416 Tagen auf die große Fußballbühne zurück. Die „Todesgruppe“ mit den weiteren Gegnern Real Madrid und Schachtjor Donezk wird für das Rose-Team eine Art Reifeprüfung: Nach den Plätzen vier (2015/16) und drei (2016/17) soll es im dritten Anlauf endlich klappen mit dem Einzug in die K.o.-Runde. „Wir spielen, um weiterzukommen. Eine andere Zielsetzung würde unserem Charakter widersprechen“, sagt Rose.

Die erste Aufgabe im San-Siro-Stadion wird somit gleich ein Fingerzeig. Inter sei „in Europa im Moment ziemlich weit vorne dabei“, sagte Rose. Tipps aus erster Hand holte er sich von seinem Neuzugang Valentino Lazaro ab, der im Sommer von Inter zur Borussia gewechselt war. Beide hätten „ein paar Herangehensweisen“ besprochen“, sagte der 44 Jahre alte Coach, für den es die Premiere in der Champions League wird.

Corona-Alarm in Mailand

2019 hatte Rose mit RB Salzburg zwar die Qualifikation geschafft, war dann aber nach Gladbach gewechselt. „Ich wusste, dass ich eine gute Mannschaft und gute Bedingungen vorfinden werde“, sagte er dem „Kicker“: „Aber sicher zu sein, dass wir direkt in die Champions League marschieren, das wäre vermessen gewesen.“

In Mailand herrscht derweil Corona-Alarm. Sechs Inter-Profis fehlten zuletzt, das Derby gegen den AC Milan am Samstag (1:2) stand kurz vor der Absage. In der im Frühjahr so arg gebeutelten Lombardei steigen die Fallzahlen seit Tagen deutlich an, im Amateurbereich ist der Trainings- und Spielbetrieb seit dem Wochenende eingestellt.

Doch daran wollte die Borussia absolut keinen Gedanken verschwenden. Auch Max Eberl gibt sich lieber betont angriffslustig. „Wir haben schon bei unseren beiden letzten Teilnahmen gezeigt, dass wir mit solchen Kalibern mithalten können. Und das werden wir auch dieses Mal versuchen“, sagte der Sportdirektor. Die starken Gegner änderten nichts an dieser Zielsetzung der Gladbacher. „Man kann nicht erwarten, dass man Fallobst zugelost bekommt, sondern die Creme de la Creme Europas“, sagte Eberl. (sid)

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