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Zwangspause: Erst am 31. Oktober 2021 soll wieder durch Frankfurt geflitzt werden.

Corona

Absage von Frankfurt Marathon

  • vonKatja Sturm
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Der für Ende Oktober geplante Marathon durch Frankfurt fällt aus – erst zum zweiten Mal seit seiner Premiere.

Monatelang hatten Renndirektor Jo Schindler und sein Team darum gekämpft, den Frankfurt Marathon in diesem Jahr trotz der Corona-Krise nicht absagen zu müssen. Doch schließlich sah sich der Veranstalter des zweitgrößten deutschen City-Klassikers in Absprache mit dem Land Hessen und der Stadt gezwungen, die Reißleine zu ziehen. Am Dienstag wurde das Aus des eigentlich für den 25. Oktober vorgesehenen Events verkündet. Die 39. Auflage des Traditionslaufs am Main soll es nun erst am 31. Oktober 2021 geben. „Gemessen an den Nöten, die diese weltweite Pandemie den Menschen, Staaten, Institutionen und Unternehmen bereitet, ist die Absage einer Sportveranstaltung weniger bedeutend“, sagt Schindler zwar. Die Entscheidung stellt für ihn und seine Agentur in wirtschaftlicher Hinsicht jedoch einen großen Einschnitt dar.

Mit zahlreichen Problemen, die der gefährliche Erreger und die damit noch bis mindestens 31. Oktober verbundenen Einschränkungen für Großveranstaltungen in Hessen ihnen bereiteten, wären die Organisatoren wohl klargekommen. Abstandsregelungen am Start und auf der Strecke, ein veränderter Zieleinlauf und individuelle Verpflegung – vieles wäre trotz der Masse an Läuferinnen und Läufern, die sich nach mehr als 27 000 im Vorjahr gerade auf einen neuen Teilnehmerrekord zubewegte, möglich gewesen.

Gutscheine für die Läufer

Doch auch die zuletzt etwa 400 000 Zuschauer am Rand hätte man nach den offiziellen Vorgaben mit ihren Daten erfassen müssen, um eine Nachverfolgung sicherzustellen. Dafür, sagt Schindler, sei es „zu spät“ gewesen. Bei längerer Vorlaufzeit könnten die Teilnehmer schon bei der Meldung ihre Begleiter angeben. Entlang der 42,195 Kilometer langen Strecke könnte man Zonen für Fans einrichten, die sich vorher registrieren. Der City-Biathlon in Wiesbaden, der allerdings nur über 1,6 Kilometer führt, will dies Ende September vormachen.

Fürs nächste Jahr sollen solche Ideen, die dann noch mit den zuständigen Behörden abzustimmen wären, für alle Fälle in den Planungen mitberücksichtigt werden. Jetzt gilt es aber erst einmal, das eigene Überleben sicherzustellen. Denn auch wenn der normalerweise mit einem Budget in Höhe von mehr als drei Millionen Euro ausgestattete Marathon nicht stattfindet, fallen bei der sich jeweils über ein Jahr streckenden Planung reichlich Ausgaben an. Deshalb wurden die Läufer gebeten, sich die Meldegebühr nicht auszahlen zu lassen, sondern einen Gutschein vorzuziehen, den sie innerhalb von drei Jahren gegen einen Startplatz eintauschen können. Sogenannte „Marathon-Retter“ verzichten gleich ganz auf ihre Einzahlung. Jo Schindler hat seine Mitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt. Zudem wurde ihm von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Unternehmerdarlehen in Höhe von 400 000 Euro bewilligt.

Mit Sponsoren und Partnern versucht er Einigung darüber zu erzielen, dass sie zumindest einen Teil ihrer Zuschüsse aufrechterhalten. Auch Stadt und Land sicherten zu, „dass sie uns nicht im Regen stehen lassen“, wie Schindler es ausdrückt. Summen wurden bislang noch nicht genannt. Gerade in Zeiten, in denen in den verschiedensten Bereichen Förderungen notwendig geworden sind, dürften diese sich bei einer abgesagten Veranstaltung jedoch nicht in gewohntem Rahmen bewegen.

Der Frankfurt Marathon, der in seiner bisherigen Historie nur einmal zuvor, 1986, wegen des Rückzugs des damaligen Namenssponsors Hoechst ausfiel, befindet sich in bester Gesellschaft. Schindler, der enge Verbindungen mit anderen Veranstaltern hat und sich erst gestern bei einer Videokonferenz des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF mit 130 Kolleginnen und Kollegen weltweit austauschte, kennt aktuell kein Rennen größerer Art, das ausgetragen wird. „Seit April“, sagt er, „ist alles abgesagt.“ Nun also auch der Marathon in Frankfurt.

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