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Könnten bald wieder spielen: Der Ludwigsburger Jonas Wohlfarth-Bottermann (links) und der Münchener Maodo Lo.

Basketball-Bundesliga will weitermachen

„In der Vorreiterrolle“

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Die Basketball-Bundesliga (BBL) will die Saison mit zehn Teams fortsetzen. Entscheidung seitens der Politik bis 18. Mai nötig.

Gunnar Wöbke klingt zufrieden. „Das ist die einzig richtige Entscheidung“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter der Frankfurt Skyliners im Gespräch mit der FR zum Beschluss der Basketball-Bundesliga (BBL), die Saison ohne Zuschauer fortzuführen. In einer Videokonferenz haben die Geschäftsführer der 17 Klubs und die Ligaspitze einstimmig entschieden, die Spielzeit in der Corona-Krise sportlich zu Ende zu bringen – wenn auch nur mit zehn Teams. Allen Klubs wurde die Wahl gelassen, ob sie mitmachen wollen oder nicht – ohne dass es negative Folgen für sie hat. So wird es in dieser Saison keinen sportlichen Absteiger geben.

Ziel der Liga ist es, die Saison bis spätestens zum 30. Juni 2020 zu beenden. Sonst würde es zu Problemen mit den laufenden Spielerverträgen kommen. Dafür müssen bis spätestens 18. Mai die behördlichen Genehmigungen für den Trainings- und Spielbetrieb vorliegen. Damit ist die BBL neben dem Fußball die einzige Profisportliga, die ihre Saison nicht abbricht. Im Eishockey, Volleyball und Handball wurden die Saisons vorzeitig beendet.

Die BBL arbeitet an einem Hygiene- und Sicherheitskonzept, das sich an dem der Deutschen Fußball-Liga (DFL) orientiert – wenngleich in viel kleinerem Ausmaß, weil deutlich weniger Personen in den Kreis gehören. An den nötigen Testkapazitäten, das hatte auch die DFL betont, soll es bei der BBL nicht scheitern. Die seien vorhanden, heißt es nach Rücksprache mit Experten.

Die Spieler, die aus dem Ausland anreisen, müssten 14 Tage in Quarantäne. Alle Beteiligten müssten mindestens zwei Mal in der Woche getestet werden. Es soll eine Vorlaufphase von zwei bis drei Wochen geben, in der trainiert wird. Dann soll die Saison innerhalb von drei Wochen zu Ende gebracht werden. Von diesem Dienstag an werden sich die Geschäftsführer der zehn verbleibenden Klubs und die Ligaspitze mit dem genauen Modus und allen weiteren Fragen beschäftigen. „Jetzt haben wir viel Arbeit vor uns und werden uns seriös vorbereiten, auch durch externe Berater“, sagt BBL-Geschäftsführer Stefan Holz.

Meister in Turnierform

Vorbei ist die Saison für Würzburg, die Basketball Löwen Braunschweig, Bayreuth, die Gießen 46ers, die Baskets Bonn, den Mitteldeutschen BC aus Weißenfels und die Hamburg Towers. Sie werden in der Tabelle hinter den zehn Klubs geführt, die weitermachen wollen: Der FC Bayern München, die Riesen Ludwigsburg, Alba Berlin, die Baskets Oldenburg, Rasta Vechta, Bamberg (beide wurden während der Sitzung umgestimmt), BG Göttingen, Ulm und die Skyliners.

Die BBL will ihren Meister in Turnierform an nur einem Standort küren. Die Ergebnisse der Hauptrunde wurden gestrichen. Die größten Favoriten für den Austragungsort sind Frankfurt und München. „Wir würden aber überall spielen, Hauptsache wir spielen“, sagt Wöbke. Er sieht im Weitermachen eine große Chance: „Wir sind in der Vorreiterrolle. Die ganze Basketballwelt wird auf uns schauen.“ Es gehe dabei auch darum, zu erproben, wie es ist ohne Zuschauer zu spielen. Denn das droht dem gesamten Profisport noch für längere Zeit. Allein in Berlin sind alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bis zum 24. Oktober verboten.

Selbst wenn nicht alle Spieler aus dem Ausland zurückkehren könnten, „werden die besten Spieler spielen, die jedes Team aufstellen kann“, reagiert Wöbke auf die Skepsis vieler Basketballfans, die unmittelbar nach der Entscheidung der BBL aufkam. Es gehe in erster Linie ums wirtschaftliche Überleben der Basketballklubs, die sich hauptsächlich durch Kartenverkäufe und Sponsoring finanzieren, so der Skyliners-Boss. Wenn es keine Ticketeinnahmen gibt, die rund ein Drittel des Etats ausmachen, und auch das Sponsoring wegfällt, dann wird es keine Profiklubs mehr geben. mit dpa

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