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Patrick Wiencek.
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Patrick Wiencek.

Kommentar

Vorbild Wiencek

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Der sanfte Handball-Koloss vom THW Kiel will nicht an der Mammut-WM in Ägypten teilnehmen. Für die Entscheidung von Patrick Wiencek sollte man Verständnis haben. Der Kommentar.

Sein Spitzname könnte kaum besser gewählt sein: Bam-Bam, der ungewöhnlich starke Bub der Geröllheimers, der kleine Nachbar von Familie Feuerstein mit dem großen Hammer. Ja, wer Patrick Wiencek nur eine Sekunde lang betrachtet, dem leuchtet der Bezug ein. Wiencek ist ein Mann wie ein Fels, groß, breit, massiv. Und er ist ein netter Kerl, schlau, besonnen, liebevoll. Ein sanfter Handball-Koloss.

Wer das weiß, kann die Entscheidung von Patrick Wiencek verstehen, nämlich, dass der beste Abwehrspieler des THW Kiel und der deutschen Nationalmannschaft auf die Handball-WM im Januar verzichtet. Wochenlang hatte sich der Malocher seinen überaus großen Kopf zermartert, erzählte er, ehe er nun „die schwerste Entscheidung meines Sportlerlebens“ verkündete. Als erster Nationalspieler verzichtet Wiencek auf das coronabedingt umstrittene Mammutturnier in Ägypten. Es habe sich nicht richtig angefühlt, „im Januar vier Wochen weit weg von zu Haus zu sein“. Von seiner Frau Fabiane, von Tochter Lotta und Sohn Paul. Eine Entscheidung, der eine Menge Respekt gebührt. Und die zur Frage führt: Folgen bald weitere Profis dem Vorbild Wienceks? Zweifelsohne schafft eine Weltmeisterschaft die größtmögliche Bühne für den Handballsport, „wir brauchen die WM“, sagte DHB-Kapitän Uwe Gensheimer nicht umsonst.

Hassan Moustafa, Präsident der Internationalen Handballföderation und Ägypter, ließ dieser Tage auch keine Zweifel daran aufkommen, dass die WM im eigenen Land doch noch ausfallen könnte. So werden Spieler von 32 Teams aus aller Welt – so viele gab es noch nie – zusammenkommen, aus Japan, Angola, Chile, und, und, und. Sie sollen sich alle 72 Stunden auf das Virus testen lassen, in einer Blase leben, spielen und vor allem die TV- und Sponsorenverträge erfüllen. Aber: Die vergangenen Länderspielphase zeigte, dass Zusammenkünfte von Spielern aus vielen Klubs und Ländern mit hoher Wahrscheinlichkeit Infektionen nach sich ziehen werden. Erst gestern begab sich Wienceks Klub, der THW Kiel, wegen zweier Corona-Fälle in Quarantäne.

Das Unbehagen der Protagonisten ist da nur verständlich. Hendrik Pekeler zum Beispiel, ebenfalls Kieler und Nationalspieler, hat ein drei Monate altes Baby und zwei Mädchen mit leichtem Asthma. Es würde nicht überraschen, wäre gar wünschenswert, sollten weitere Absage folgen. Zumal mit den Olympischen Sommerspielen ein zweiter Jahreshöhepunkt wartet. Das Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Konzept der WM-Ausrichter ist daher selbst Bam-Bam Wiencek, dem Handball-Koloss, zu wenig. Gut so.

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