Fußball-Regionalliga

Vor hundert Gönnern in die neue Saison

Offenbacher Kickers rechnen schon fürs zweite Heimspiel mit tausend Besuchern. Hoffnung auf weiter fallende Corona-Fallzahlen.

Die Spieler und das Trainerteam der Offenbacher Kickers sind heiß auf erste Pflichtspiel seit rund sechs Monaten. Aber der Geschäftsführer fühlt sich etwas unwohl. „Es war unfassbar unangenehm, diese Auswahl treffen zu müssen“, sagt Thomas Sobotzik angesichts der Tatsache, dass aufgrund der aktuellen Verfügungslage lediglich einhundert Zuschauer zum Heimspiel gegen den Bahlinger SC (Samstag, 14 Uhr) zugelassen sind. Nach langen Gesprächen – unter anderem mit dem Fanbeirat – wurde entschieden, einige potente Gönner „aus den Logen-Kategorien“ ins Stadion zu lassen, so Pressesprecher Lars Kissner. „Dort werden die größten Summen gezahlt. Aber auch von denen hat nicht jeder eine Karte bekommen.“

Sobotzik bittet fast schon entschuldigend um Verständnis. „Uns ist natürlich bewusst, dass auch einige Dauerkarteninhaber im Verhältnis zu ihren Möglichkeiten viel geben“, sagt er und äußert den Wunsch, „dass das alles nicht zu einem Dauerzustand wird“. Die Hoffnung ist offenbar berechtigt. Eine Art Arbeitsgruppe habe Gespräche geführt, berichtet Sobotzik, dem es zuletzt schwer gefallen war, bei den Verhandlungen mit der Stadt diplomatisch zu bleiben. „Es war gut, dass ich diesmal nicht dabei war. Es sieht nach einer Lösung aus.“ Bedeutet: Zum zweiten Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II (19. September, 14 Uhr) werden – sofern die Fallzahlen in Offenbach weiter nach unten gehen – wieder deutlich mehr Zuschauer zugelassen. Wohl 1000, danach wird sukzessive gesteigert. „Klar ist, dass wir in der Regionalliga Südwest das hochwertigste Stadion haben. Das hat den Nachteil, dass auch die Kosten am höchsten sind. Ein Spiel mit 1000 oder 2000 Zuschauern ist für uns ein Geschäft, bei dem wir drauflegen“, sagt Präsident Joachim Wagner.

„Geduld und Herz“

Der Fokus von Trainer Angelo Barletta liegt voll auf der Partie gegen Bahlingen. Sein Team sei „nach dieser verrückten Zeit mehr als reif“ und „mehr als bereit“. So heiß und so bereit, dass der Coach seine Spieler sogar zügeln muss. „Ich hoffe, dass die Jungs nicht überpacen und nicht wie aufgescheuchte Pferde herumrennen. Wir müssen mit Geduld und Herz spielen.“

Präsident Wagner übt sich derweil in Optimismus: „Zum Glück haben wir sehr teure und loyale Partner. Viele haben ihre Verträge teilweise langfristig verlängert. Das ist ein gutes Zeichen. Wir liegen trotzdem hinter dem Volumen des Vorjahres, weil es auch Unternehmen gibt, die Probleme haben. Dafür habe ich Verständnis, auch wenn das für uns bitter ist. Ich hoffe, dass sie schnell wieder auf die Beine kommen. Für uns muss das Ansporn sein, neue Wege zu gehen. Wir müssen uns ein Stück weit neu erfinden.“

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