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Versöhnlicher Abschluss für die Skyliners

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Von: Timur Tinç

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Dankeschön: Die Skyliners-Spieler klatschen zum Abschluss die Fans ab.
Dankeschön: Die Skyliners-Spieler klatschen zum Abschluss die Fans ab. © Kai Peters/Jan Huebner

Die sportlich abgestiegenen Frankfurt Skyliners gewinnen ihr letztes Heimspiel gegen Bayreuth. Der Verbleib in der Basketball-Bundesliga (BBL) mit einer Wildcard bleibt möglich. Der Klub will nun seine Fehler aufarbeiten.

Rund 150 Fans der Frankfurt Skyliners standen am Sonntagabend auf dem Freiplatz vor der Ballsporthalle. Die Spieler gaben Autogramme, standen für Gespräche bereit und außerdem gab es für die Dauerkartenbesitzer:innen kostenlose Getränke. Trotz des seit einigen Wochen feststehenden sportlichen Abstiegs aus der Basketball-Bundesliga war die Stimmung unter den Anwesenden versöhnlich.

Zum einen, weil die Skyliners ihr letztes Saisonspiel vor 3440 Fans gegen Bayreuth mit 82:70 gewannen. Zum anderen, weil es aller Voraussicht nach eine Wildcard geben wird, weil es aus der zweiten Liga einen Playoff-Finalisten geben wird, der keinen Lizenzantrag für die Bundesliga gestellt hat. „Wenn es sie gibt, werden wir uns dafür bewerben“, betonte Geschäftsführer Yannick Binas. Den Sommer wolle man nutzen, um die Fehler aufzuarbeiten.

Es wird spannend zu beobachten sein, welche Schlüsse man im Klub ziehen wird. Schon in den vergangenen Spielzeiten setzte man aus Geldmangel auf das Prinzip, erst einmal einen billigen Kader ins Rennen schicken, um anschließend qualitativ bessere Spieler nachzuverpflichten, um das Ruder noch einmal herumzureißen. Das klappte diesmal aus diversen Gründen nicht.

Von Beginn an gab es nur einen einzigen echten Point Guard mit Donovan Donaldson, der durch Will Cherry ersetzt wurde. Keiner im Team stellte sich auch nur ansatzweise als richtig gefährlicher Dreierschütze heraus. Die Kreuzbandverletzung von Nachwuchsspieler Bruno Vrcic, der die komplette Spielzeit verpasste, tat doppelt weh. Für ihn konnte man auf den deutschen Positionen nicht nachverpflichten. Viele kleinere Verletzungen während der Saison. Corona-Fälle im Team, aber auch Spieler, die die Erwartungen nicht erfüllten und später der „fehlende Zusammenhalt“, wie es Kapitän Quantez Robertson beschrieb, kamen hinzu. Die Reaktionen auf die Probleme erfolgten dann zu spät oder liefen nicht perfekt. Center Jamel McLean etwa wurde verletzt aus Saragossa geholt und konnte erst drei Wochen später sein erstes Spiel machen.

Bei der Entlassung von Cheftrainer Diego Ocampo verpasste man ebenfalls den richtigen Zeitpunkt. Die Hessen verspielten mehrfach hohe Führungen und mögliche Siege im Schlussviertel. „Ich bin heute fast schon ein bisschen trauriger als noch vor ein paar Tagen“, sagte Marco Völler, Manager Sport. Klar, es sei um nichts mehr gegangen, „aber es sei umso ärgerlicher, wenn man an den letzten beiden Spieltagen sieht, was wir können.“ Unter Luca Dalmonte gewannen die Skyliners drei der letzten vier Partien. Der Italiener war erst am 20. März nach Frankfurt gekommen, fand aber lange auch keine Lösung für das größte Problem dieses Teams: die Offensive. Kein Team erzielte weniger Punkte, kein Team traf weniger Dreier. Der Unterschied: Vergangene Spielzeit hatten sie mit Matt Mobley einen Akteur, der ihnen mehrere Partien fast im Alleingang gewann, weil er in den entscheidenden Partien um die 30 Punkte erzielte.

Ohne Halle keine Zukunft

„Sportlicher Erfolg und erfolgreiche Nachwuchsförderung nebeneinander zu meistern, ist ein extrem schwieriger Spagat“, erklärten die Skyliners nach dem Abstieg in einem offenen Brief. Wenn weiterhin die Perspektive auf nachhaltige Finanzierungsströme fehle, gemeint ist eine neue Multifunktionsarena, sei dieser nicht mehr zu meistern. In den kommenden Wochen könnte auch hier eine Entscheidung fallen. Die Römer-Koalition wird sich jedoch aller Voraussicht nach für die Prüfung des Standorts Stadion entscheiden und nicht, wie von den Skyliners gewünscht, des Kaiserleis, wo sie mit Investoren aus der Region selbst den Bau realisieren wollen. Im Klub hofft man weiterhin darauf, dass der Kaiserlei zumindest mitgeplant wird, da am Standort Stadion die Interessen von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt berücksichtigt werden müssen und das Investitionsvolumen wegen Infrastrukturmaßnahmen wie dem Bau von Parkplätzen deutlich höher ist.

Sollten die Skyliners eine Wildcard bekommen, „würden wir versuchen, so wenig wie möglich am Spielerertat zu sparen“, versprach Binas den Fans. Sonst würde eine ähnliche Saison wie die abgelaufene drohen.

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